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Bald Eagle (Haliaeetus leucocephalus) head portrait (captive)

Bild: iStockphoto

Selbst das Wappentier der USA ist vor Trump nicht sicher

Der US-Präsident will das Gesetz zum Schutz von bedrohten Tierarten aufweichen. Betroffen ist auch der Weisskopfseeadler.

Philipp Löpfe

Wissenschaftler nennen unsere Gegenwart gerne "Anthropozän". Darunter verstehen sie das Zeitalter, in dem der Mensch die geologische Entwicklung der Erde beeinflusst – normalerweise mit schlimmen Folgen für den Planeten. Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung und der Verlust der Biodiversität.

Der neue US-Präsident wird diesen Begriff kaum kennen. Dieser Vogel schien bereits zu Beginn seiner Amtszeit zu erahnen, welche Gefahr Trump für die Umwelt darstellt:

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Video: YouTube/CNN

Donald Trump hat seinen Innenminister Ryan Zinke gerade angewiesen, Vorschläge auszuarbeiten, wie der Schutz bedrohter Arten aufgeweicht werden könnte. Er stellt damit wirtschaftliche Interessen über den Naturschutz.

Den hatte eigentlich bereits 1973 der damalige Präsident Richard Nixon in ein Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten erlassen. Damals nahm es der US-Kongress einstimmig an.

Das Gesetz

listet alle Tierarten auf, die vom Aussterben bedroht sind. Darunter befindet sich auch das amerikanische Wappentier, der "bald eagle", deutsch Weisskopfseeadler. Ebenso bedroht sind der Fleckenkauz, der kalifornische Condor, aber auch der amerikanische Alligator und der graue Wolf.

Ferner sind im Gesetz die Gebiete definiert, die für das Überleben dieser Tierarten notwendig sind und nicht von menschlicher Hand verändert werden dürfen. Schließlich werden auch Maßnahmen aufgezählt, die dafür sorgen sollen, dass sich diese Tierarten wieder vermehren.

Lange waren sich Demokraten und Republikaner in dieser Frage einig. Das Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten galt als unantastbar. In den Worten von Nixon war es ein "unersetzbarer Teil unseres Erbes der Natur".

Das war einmal. Vor allem der Öl- und Gaslobby ist dieses Gesetz schon lange ein Dorn im Auge, weil es verhindert hat, dass in den geschützten Gebieten nach fossilen Brennstoffen gesucht werden kann.

In der vergangen Woche ist bekannt geworden, dass das Regelwerk des Gesetzes massiv ausgedünnt werden soll. Die Republikaner wollen diese Änderungen noch in diesem Sommer durch den Kongress peitschen.

Auch die Erdölindustrie macht Druck. Sie befürchtet, dass eine mögliche Mehrheit der Demokraten im Abgeordnetenhaus nach den Zwischenwahlen im November diese Gesetzesänderungen unmöglich machen würde.

Die Aufweichung des Gesetzes zum Schutz von bedrohten Tierarten ist die letzte Schandtat Trumps in seinem Kreuzzug gegen ökologische Gesetze.

Der ehemalige Umweltminister Scott Pruitt hat im Eilzugstempo die meisten Erlasse von Präsident Barack Obama  rückgängig gemacht.

FILE PHOTO: EPA Administrator Scott Pruitt arrives to testify before a Senate Appropriations Interior, Environment and Related Agencies Subcommittee hearing on the proposed budget estimates and justification for fiscal year 2019 for the Environmental Protection Agency on Capitol Hill in Washington, U.S., May 16, 2018. REUTERS/Al Drago/File Photo

Bild: X01348

Schutz der Umwelt und Förderung nachhaltiger Energie? Fehlanzeige. Pruitt war jedoch so korrupt, dass Trump ihn kürzlich entlassen musste.

Die Republikaner haben eine Chance

Der Kreuzzug gegen die Umwelt geht trotzdem weiter. Per präsidialem Dekret hat Trump auch angeordnet, dass die Naturparks im Bundesstaat Utah massiv verkleinert werden und dass Ölbohrungen im Atlantik wieder zugelassen werden. Nun hoffen die Republikaner, erneut das Rad der Geschichte zurückdrehen zu können.

"Ich fürchte, das Gesetz zum Schutz der bedrohten Tierarten ist in Gefahr", sagt Andrew Rosenberg, der Direktor der Union of Concerned Scientists in der "New York Times". "20 Jahre lang haben sie versucht, es zu durchlöchern. Diesmal haben sie eine Chance."

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Auf Hawaii hat's geschneit. Richtig gelesen: Auf Hawaii!

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