International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Donald Trump bei der Waffenlobby: Danke fürs Einknicken, Mr. President!

Fabian Reinbold (washington)

80.000 Waffenfans werden erwartet, 800 Aussteller führen ihnen die neuesten Schussgeräte vor – und mittendrin wird Donald Trump seinen großen Auftritt haben. Auf dem jährlichen Treffen der US-Waffenlobby NRA (National Rifle Association) in Dallas wird der Präsident kräftig bejubelt werden. Denn Amerikas Waffenlobby hat Trump einiges zu verdanken.

Nach Protesten wollte Trump einlenken

Nach dem Massaker an der Highschool in Parkland Mitte Februar und der anschließenden Protestwelle sah es so aus, als ob die USA ihre Waffengesetze verschärfen würden. Trump lud Überlebende des Amoklaufs ins Weiße Haus ein, er versprach eine "umfassende Waffenreform" und sagte, dass er sich nicht fürchte, den Konflikt mit der NRA zu suchen.

Manche der überlebenden Schüler von Parkland sind Stars geworden, haben im März eine beachtliche Massendemonstration auf die Beine gestellt. Sie sind eine neue Kraft in der amerikanischen Waffendebatte. Die bewirkte sogar, dass große Händler wie Walmart oder Dick's Sporting Goods das Alter für Waffenkäufe hochsetzten oder die halbautomatischen AR-15-Gewehre aus ihrem Sortiment verbannten. Auch in Dallas wird man demonstrieren.

Die besten Protestschilder des "March For Our Lives"

Inzwischen ist Trump wieder voll auf NRA-Linie

Die NRA hat ebenfalls mobilisiert. Ihre Vertreter und Verbündeten, etwa beim Sender Fox News, waren sich nicht zu schade, die Teenager aus Florida persönlich zu attackieren. Ihre Cheflobbyisten nahmen Trump ins Gebet – offenbar mit Erfolg. Denn von dessen Ankündigungen blieb nicht viel übrig.

Schon zwei Wochen später legte Trump einen Vorschlag zur Waffenreform vor, der sich so las, als habe ihn die NRA höchstselbst verfasst. Im Washingtoner Politikbetrieb liegt das Thema aktuell auf Eis. Nur in Florida wurden die Gesetze verschärft, das Alter für den Erwerb von Gewehren wurde von 18 auf 21 Jahre hochgesetzt – die NRA klagt dagegen.

Aus dem kurzzeitigen Eifer Trumps beim Thema Waffen ist nur ein Projekt geblieben, ein Verbot sogenannter "bump stocks". Das sind jene Schnellfeuerkolben, die dafür gesorgt haben, dass ein einzelner Attentäter beim Massaker auf das Konzert in Las Vegas im vergangenen Oktober 58 Menschen töten und 851 weitere verletzen konnte. 

Mit seinem Auftritt beim Jahrestreffen der NRA macht Trump nun unmissverständlich klar, dass er treu an der Seite der Waffenbrüder steht. Trump hat auch noch seinen Vizepräsidenten Mike Pence im Gepäck. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass der US-Präsident am Freitag eigens dafür von Washington nach Dallas und anschließend wieder zurückfliegt. Ein Neun-Stunden-Trip als politische Botschaft.

Kein Beobachter erwartet, dass der US-Präsident in Dallas Vorhaben präsentieren wird, wie er die Waffengesetze einschränken möchte. Im Gegenteil: Eher dürfte Trump über seine Idee sprechen, Lehrer zu bewaffnen, damit diese ihre Schüler im Fall der Fälle verteidigen.

Die NRA im Geldrausch

Im März hat die Waffenlobby einen neuen Rekord beim Spendensammeln aufgestellt. Nach den jüngsten Zahlen nahm der Verband im Jahr 2015 nämlich insgesamt 337 Millionen Dollar ein (281 Millionen Euro). Die Einnahmen stammten etwa zur Hälfte aus Mitgliedsbeiträgen (laut eigenen Angaben hat die NRA rund fünf Millionen zahlende Mitglieder). Daneben sind auch Spenden von Waffenproduzenten und -verkäufern eine wichtige Einnahmequelle.

Der Verband ist eine hocheffiziente Lobbymaschine. Die NRA gibt jährlich Dutzende von Millionen Dollar aus, um für ihre Anliegen zu werben und einzelne Politiker zu unterstützen oder abzukanzeln.

Trump braucht die Waffenfans

Wegen dieser Mobilisierungsmacht ist Trump der Auftritt wichtig. Im November stehen die wichtigen Halbzeitwahlen an, bei der die Republikaner um die Mehrheit im Kongress zittern, da wollen sie auf die NRA nicht verzichten.

Trump hat also den Konflikt mit der NRA gar nicht erst gesucht. Bereits im letzten Jahr sprach er auf der Jahresversammlung der NRA, es war der erste Auftritt eines amtierenden US-Präsidenten seit dem Jahr 1983. Damals sagte Trump den versammelten Waffenbrüdern: "Ich werde Euch niemals enttäuschen." Dieses Versprechen hat er gehalten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de 

Donald, Donald, Donald. Was der US-Präsident sonst so treibt

Trump-Sprecherin weiß, warum er Präsident wurde – und macht sich zum Gespött 🤣😇

Link zum Artikel

Sie ist die neue Hassfrau von Trump und Fox-News – jetzt fürchten sie auch die Reichen

Link zum Artikel

In der Ehe zwischen Trump und Fox News kriselt es – und zwar heftig!

Link zum Artikel

Trump sitzt in der Mauer-Falle – aber es gibt einen (sehr zweifelhaften) Ausweg

Link zum Artikel

Trump nimmt mit seinen Mauer-Märchen Hunderttausende als Geisel 

Link zum Artikel

Heute startet Trump den Truppen-Abzug aus Syrien – das könnten die Folgen sein

Link zum Artikel

Trump und die Russen – 14 Fakten, die auf eine Verbindung hindeuten 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Mit diesen 4 Tipps vermeidest du die langsamste Kasse im Supermarkt

Link zum Artikel

Heidi Klum postet Oben-Ohne-Video – plötzlich meldet sich Lena Meyer-Landrut

Link zum Artikel

Sommer bei H&M: Das sind die ekligsten Dinge, die mir als Verkäuferin passiert sind

Link zum Artikel

Das deutsche Badewasser ist hervorragend – nur nicht an diesen 6 Orten

Link zum Artikel

Mats Hummels zurück zum BVB? Irgendwann reicht's

Link zum Artikel

9 Frauen aus den Anfängen des Rock'n'Roll, die die Musikwelt auf den Kopf stellten

Link zum Artikel

Ich wollte Eltern überzeugen, dass Impfen schlecht ist – und scheiterte glücklicherweise

Link zum Artikel

"Soll ich hier den Clown machen?": Kollegah rastet wegen Schweizer Festival aus

Link zum Artikel

Aldi schafft die Kasse ab: Discounter testet wegweisendes Konzept in China

Link zum Artikel

Diese Bilder von den Protesten in Hongkong geht gerade um die Welt

Link zum Artikel

Pascal Hens gewinnt "Let's Dance", aber was viel beachtlicher ist

Link zum Artikel

Gespräch mit einem Luxus-Escort: "Die meisten Prostituierten sind unterer Mittelstand"

Link zum Artikel

Sie demontiert sich selbst: Warum ihr Görlitz-Tweet AKK so heftig um die Ohren fliegt

Link zum Artikel

"Hunderte Mio. Menschen werden betroffen sein": Klimaforscher machen dramatische Entdeckung

Link zum Artikel

Illner geht ihren Gästen mit Personal-Fragen auf die Nerven – "unsägliche Debatte"

Link zum Artikel

"Mit Neonazis mache ich mich nicht gemein" – so begründet ein Ex-AfD-Mann seinen Ausstieg

Link zum Artikel

Vera Int-Veen verurteilt Hartz-IV-Empfänger – dann erkennt sie ihren Fehler

Link zum Artikel

Ein Schrei nach Liebe: Freiwild covern Ärzte und Hosen

Link zum Artikel

"Dachte, dass das für immer ist" – Lena Meyer-Landrut spricht unter Tränen über Trennung

Link zum Artikel

So will Edeka den Drogerien Konkurrenz machen

Link zum Artikel

Rammstein: 7 (fast) unbekannte Fakten über die Band

Link zum Artikel

"Er hat die Ente gefressen": Eisbär frisst Tier vor den Augen der Zoo-Besucher

Link zum Artikel

Rammstein-Sänger soll Mann geschlagen haben – was das mutmaßliche Opfer zu dem Fall sagt

Link zum Artikel

Wegen Cathy-Hummels-Streit: Bundesregierung will Influencer-Gesetz

Link zum Artikel

Posen vorm Reaktor – Influencer machen geschmacklose Instagram-Posts in Tschernobyl

Link zum Artikel

Fotos von Helene Fischers Privat-Konzert aufgetaucht – sie zwingen sie zu handeln

Link zum Artikel

Mein Vater hat eine bipolare Störung – so war meine Kindheit

Link zum Artikel

Rock im Park: Über 130 Menschen erleiden allergische Reaktion

Link zum Artikel

Heidi veröffentlicht Chat mit Tom: Romantisch? Ganz im Gegenteil!

Link zum Artikel

Shitstorm mal anders: Zu wenige Toiletten bei Rock im Park

Link zum Artikel

Von Anime bis True Crime – diese 14 Filme und Serien kommen ab heute auf Netflix

Link zum Artikel

Sturmböen, Hagel und Starkregen: Ab Pfingstmontag geht es bergab mit dem Wetter

Link zum Artikel

Lesbisches Paar in London blutig geschlagen – weil sie sich nicht küssen wollten

Link zum Artikel

Helene Fischer macht's schon wieder – darum sind ihre Worte nur noch Heuchelei

Link zum Artikel

Kelly Family in Berlin: Warum immer noch der Hype? Eine Annäherung in 5 Akten

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

Wie beim WM-Finale 2014! Das steckt hinter der Final-Flitzerin von Madrid

Link zum Artikel

Helene Fischer und die 1-Mio-Euro-Party: Millionär bucht Star für besonderen Abend

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Die Partei": Semsrott geht zu Grünen – was macht Sonneborn?

Es handelt sich um einen gewohnt witzigen Spruch, den "Die Partei"-Politiker und Satiriker Nico Semsrott da in die Welt feuerte.

Die Grünen machen also beim Ein-Mann-Realo-Flügel der Satire-Partei mit? Schon klar. In Wahrheit verhielt es sich genau anders herum. Kurz zuvor war Semsrott der Grünen-Fraktion im Europaparlament beigetreten. Auch das passierte allerdings nicht ohne Grund.

Richtig, der besonders prominente Cheffe der Partei, Martin Sonneborn, selbst fehlt auf dem Bild. Auch ein Tweet …

Artikel lesen
Link zum Artikel