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President Donald Trump and first lady Melania Trump, second from right, arrive at West Palm Beach International Airport in West Palm Beach, Fla., Friday, Feb. 15, 2019.(AP Photo/Andrew Harnik)

Bild: AP

Die verrückte Geschichte, wie die Deutsche Bank Trump 2 Milliarden Dollar lieh

Die Verbindung zwischen der Deutschen Bank und Donald Trump gleicht einer sadomasochistischen Beziehung. Muss nun die oberste Privatbankerin der DB vor dem US-Kongress aussagen?

Philipp Löpfe / watson.ch

Gerüchte über das Verhältnis zwischen der Deutschen Bank (DB) und Donald Trump kursieren zuhauf. Die Bank musste 600 Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie nachweislich im großen Stil russisches Mafia-Geld gewaschen hat. Waren dabei auch Wohnungen des Trump-Imperiums im Spiel? Oder wurde damit der ruinöse Kauf der Golfplätze in Schottland finanziert?

Darüber gibt es jede Menge von Spekulationen. Die "New York Times" deckt nun erstmals Teile der geheimnisvollen Beziehung auf. Sie schildert detailliert, wie die Bank dem Immobilientycoon Kredite in der Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar zugeschanzt hat. Dabei wird auch klar, dass der damalige CEO der Deutschen Bank, der Schweizer Josef Ackermann, diese Kredite gebilligt hat. Aber der Reihe nach:

Deutsche Bank Prozess in Muenchen Josef Ackermann kommt am Montag (25.04.2016) im Landgericht in Muenchen zur Urteilsverkuendung im Deutsche Bank Prozess.

German Bank Process in Munich Joseph Ackermann , at Monday 25 04 2016 in District Court in Munich to verauktionieren Urteilsverkuendung in German Bank Process

Kann sich heute nicht mehr erinnern: Der ehemaliger DB-Vorsitzender Josef Ackermann. Bild: imago stock&people

Wie Trump und die Deutsche Bank ins Geschäft kamen

Wie die UBS und die CS wollte die Deutsche Bank in den Neunzigerjahren in die Champions League der Bankenwelt aufsteigen. Dazu musste man ein Player an der Wall Street sein. Wie Manchester City, Paris St-Germain & Co. kaufte die DB daher für teures Geld das dafür notwendige Personal ein.

Von Goldman Sachs wurde unter anderem ein gewisser Mike Offit abgeworben. Er kam bald mit Trump ins Geschäft und gewährte ihm einen Kredit in der Höhe von 125 Millionen Dollar, um einen Wolkenkratzer in Manhattan zu renovieren. Weil alles so glatt über die Bühne ging, kam Trump bald zurück, um weitere Kredite zu beantragen. 300 Millionen Dollar sollten es diesmal sein. Auch dieser Kredit wurde gewährt.

Nun wollte Trump Geld für seine Casinos in Atlantic City. Offit war willig, doch er fälschte die Unterlagen. Er wurde gefeuert.

January 31, 2003 - Palm Beach, Palm Beach County, US - The swimming pool at National Historic Landmark, Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida. Current owner President-elect DONALD J. TRUMP has turned the 1924 Mediterranean Revival mansion and estate of the late cereal heiress MARJORIE MERRIWEATHER POST into a members-only private club, where he also keeps family quarters. Palm Beach US PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAd84_ 20030131_zaf_d84_003

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Hier durften die DB-Banker golfen: Mar-a-Lago, Trumps Residenz in Florida. Bild: imago stock&people

Die Beziehung zwischen Trump und der Deutschen Bank ging trotzdem weiter. 2003 organisierte die Bank eine Roadshow, in der Trump hunderte von Millionen Obligationen unter die Leute bringen konnte. Als Gegenleistung lud er die DB-Trader für ein Golf-Wochenende nach Mar-a-Lago ein. 2004 konnte Trump diese Schulden nicht mehr bedienen. Die Investmentbanker der DB hatten nun die Nase voll und brachen den Kontakt ab.

Wiederholt hatte die Deutsche Bank Streit mit Trump

Nicht so die Mannen von der Abteilung, die für Immobilien zuständig war. Trump bat sie ebenfalls um Kredite. Um sie in Sicherheit zu wiegen, bezifferte er sein Vermögen auf rund 3 Milliarden Dollar. Die Banker glaubten ihm das nicht. Ihre Berechnungen ergaben 788 Millionen Dollar. Trotzdem erhielt Trump 2005 von der Deutschen Bank erneut einen Kredit von 500 Millionen Dollar.

Nach der Finanzkrise brachen 2008 die Immobilienpreise dramatisch ein. Trump konnte seine Wohnungen nicht mehr verkaufen und seine Schulden nicht mehr bedienen. Nun griff er zu einem Trick: Weil Alan Greenspan, der ehemalige Präsident der US-Notenbank, die Finanzkrise als "Finanz-Tsunami" bezeichnet hatte, machte Trump höhere Gewalt für sein Schicksal verantwortlich und weigerte sich zu zahlen. Stattdessen kam es zu Klage und Gegenklage. Erneut wurde die Verbindung gekappt.

Dann wurde Trump zum Reality-Star

Jetzt betrat die Privatbankerin Rosemary Vrablic die Bühne. Sie galt als absoluter Star im Umgang mit Superreichen und war von der Deutschen Baml zu einem Jahresgehalt von drei Millionen Dollar angeheuert worden. Trump war derweil dank seiner TV-Hit-Sendung "The Apprentice" wieder solvent und ein nationaler Star geworden.

Erneut sahen die DB-Banker deshalb großzügig über Trumps aufgeblasene Vermögenseinschätzungen hinweg. Sie gewährten ihm weiter Kredite und sonnten sich in seinem Glanz. Selbst der damalige CEO Josef Ackermann war offenbar damit einverstanden, obwohl er davon heute nichts mehr wissen will. "Ich kann mich nicht daran erinnern", erklärte er auf Anfrage der "New York Times".

Anfangs 2014 sprach Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen bei Ms. Vrablic vor.

Es ging um einen Überbrückungskredit von einer Milliarde Dollar. Trump wollte damit das Football-Team Buffalo Bills kaufen, kam jedoch nicht zum Handkuss.

Cohen hat kürzlich bei seinem Hearing ausgesagt, auch damals seien Trumps Vermögenswert grotesk überhöht gewesen. Trotzdem lieh ihm die Deutsche Bank erneut 170 Millionen Dollar für sein Luxushotel in Washington. Erst als Trump aktiv in den Wahlkampf eingriff, wurde man bei der Bank skeptisch. 2016 wollte Trump Geld für seinen Golfplatz in Schottland. Ms. Vrablic willigte ein, doch die Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt blockte. Die Transaktion wurde im März 2016 abgebrochen.

Der immer heftiger werdende Wahlkampf fuhr den DB-Bossen in die Knochen. Man ging auf Distanz zu Trump. Es gab sogar eine interne Weisung, wonach sein Name im Kontakt nach außen möglichst zu vermeiden sei.

March 6, 2019 - Washington, District of Columbia, U.S. - Michael Cohen, former attorney to United States President Donald J. Trump, makes a statement as he departs after giving testimony in a closed hearing before the before the US House Permanent Select Committee on Intelligence on Capitol Hill in Washington, DC on Wednesday, March 6, 2019. Lookin on from left is his counsel Lanny Davis Washington U.S. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAc306 20190306_zaa_c306_005 Copyright: xRonxSachsx

Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen. Bild: www.imago-images.de

Der Sieg der Demokraten bei den Midterms hat diese Pläne durchkreuzt. Verschiedene Ausschüsse nehmen nun Trumps Finanzgebaren und seine mehr als seltsame Verbindung zur DB unter die Lupe. Die Bank soll bereits Unterlagen geliefert. haben. Ms. Vrablic muss laut "New York Times" damit rechnen, vor einem Kongress-Ausschuss aufzutreten.

In Frankfurt wird man daran keine Freude haben. Die ohnehin arg angeschlagene DB ist soeben in Verhandlungen über einen möglichen Zusammenschluss mit der Commerzbank getreten. Das Letzte, das man derzeit brauchen kann, ist ein Skandal in New York.

Trumps Twitter-Tiraden: So begann @realdonaldtrump

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