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Was die Novartis mit einem Pornostar gemein hat – 5 Fragen zum Sumpf des Trump-Anwalts

sarah serafini

Die Novartis hat mit Cohen, Cohen hat mit Trump und Trump hat mit Daniels? Ach, ist das kompliziert! Aber nicht verzagen: Wir erklären euch das Wichtigste vom neusten Skandal um den Trump-Anwalt Schritt für Schritt.

Michael Cohen, enger Vertrauter und Anwalt von US-Präsident Trump, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Neusten Anschuldigungen zufolge soll er Geld von einem russischen Oligarchen eingestrichen haben. Außerdem hat ihm der Schweizer Pharmariese Novartis 1,2 Millionen Dollar bezahlt. Und irgendwie ist auch die Pornodarstellerin Stormy Daniels in die Angelegenheit verwickelt. Verwirrt? Wir klären auf.

Was ist passiert?

Die Vorgeschichte dürfte allen klar sein: Im Januar machte die Pornodarstellerin Stormy Daniels publik, eine Affäre mit Donald Trump unterhalten zu haben. Kurz vor dessen Wahl zum Präsidenten habe sie einen Vertrag unterzeichnen müssen, der über die Affäre Stillschweigen vereinbarte. Außerdem habe sie 130.000 Dollar Schweigegeld vom Anwalt Michael Cohen erhalten. Donald Trump streitet die Affäre bis heute ab, gab aber vergangene Woche zu, die 130.000 Dollar seinem Anwalt Michael Cohen zurückbezahlt zu haben.

Nun behelligte Michael Avenatti, der Anwalt von Stormy Daniels, die Öffentlichkeit mit neuen brisanten Informationen zu Geldflüssen zu Trump-Anwalt Cohen.

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Michael Avenatti, der Anwalt von Stormy Daniels Bild: AP

So sagte Avenatti, Cohen habe kurz nach Trumps Wahlsieg 2016 von einem russischen Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin eine Zahlung von 500.000 Dollar erhalten. Außerdem sei Geld von der Novartis, von dem US-Telekomkonzern AT&T und von Korea Aerospace Industries an Cohens Firma Essential Consultants geflossen.

Was hat es mit diesen Zahlungen auf sich?

Avenatti erklärte, das Geld des russischen Oligarchen sei über eine Firma von Viktor Vekselberg an Cohen gezahlt worden. Vekselberg besitzt mehrere Rohstoffhandelsunternehmen und hält große Beteiligungen an traditionellen Schweizer Industrieunternehmen wie Sulzer, OC Oerlikon oder Schmolz + Bickenbach. Sein Wohnsitz lieg im steuergünstigen Kanton Zug.

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Ein Freund von Putin: Viktor Vekselberg. Bild: EPA

Einem von Avenatti veröffentlichten Dokument zufolge überwiesen Vekselberg und sein Cousin Andrew Intrater Cohen "ungefähr 500.000 Dollar" in acht einzelnen Zahlungen. "Herr Cohen hat diese Zahlungen unerklärlicherweise angenommen, als er der persönliche Anwalt des Präsidenten war", heißt es in dem Dokument.

Und was hat die Novartis damit zu tun?

Die "New York Times" berichtete, mehrere andere Unternehmen hätten ebenfalls hunderttausende Dollar an Cohens Firma Essential Consultants geleistet. Darunter die Tochterfirma der Novartis, die Novartis Investments S.A.R.L.

Der Pharmakonzern streitet die Zahlungen nicht ab. In einem Statement wurde erklärt, Novartis habe kurz nach der Amtseinführung von Trump einen Vertrag über 1,2 Millionen Dollar mit dem Anwalt Cohen abgeschlossen. Dies, nachdem sich Trump Gesundheitsthemen zugewandt hätte.

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Novartis-Chef Vasant Narasimhan Bild: KEYSTONE

Konkret heißt das: Die Novartis erhoffte sich mit dem Vertrag Einblicke in die Gesundheitspolitik der neuen Regierung. Im Statement aus Basel hieß es: 

"Novartis war der Ansicht, dass Michael Cohen das Unternehmen dahingehend beraten könnte, wie die Trump-Administration bestimmte gesundheitspolitische Fragen in den USA angeht."

Doch offenbar war die Novartis mit dem Deal nicht zufrieden. Im Februar sei der Vertrag mit Cohens Essential Consultants ausgelaufen.

Wie ist Sonderermittler Mueller involviert?

Robert Mueller hat in beiden Fällen, in jenem um den russischen Oligarchen wie auch in dem um die Novartis, Befragungen angestellt. Mueller ermittelt zur mutmaßlichen russischen Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf.

Der Sender CNN berichtete, dass der Oligarch Vekselberg und sein Cousin vom Team um Sonderermittler Mueller befragt wurden.

Im Fall der Novartis räumte das Unternehmen am Mittwoch ein, im November 2017 vom Büro des US-Sonderermittlers kontaktiert worden zu sein. Dabei sei es um den Vertrag mit Essential Consultants gegangen. Man habe umfänglich mit den Ermittlern kooperiert und betrachte den Fall als abgeschlossen.

Was hat Pornostar Daniels mit all dem zu tun?

Eigentlich nicht viel. Der einzige Verbindungspunkt von Stormy Daniels und den Zahlungen an Anwalt Cohen ist Essential Consultants. Das Schweigegeld an die Pornodarstellerin soll ihren Angaben zufolge über ebendiese Firma abgewickelt worden sein.

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Die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels (Stephanie Clifford) spricht nach dem Verlassen des Bundesgerichts mit Medienvertretern. Bild: AP

Wie Daniels und ihr Anwalt Avenatti an die Dokumente gelangten, die all die Zahlungen dokumentieren, ist nicht bekannt. Ebenfalls ungewiss ist zu diesem Zeitpunkt, inwiefern Cohen für die Unternehmen als Türöffner für die Agenda des Präsidenten fungiert hat. Das Weisse Haus bezog dazu keine Stellung.

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