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Noch sitzt Trump auf dem Thron – doch die Herausforderer für 2020 werden immer zahlreicher. Bild: imago/montage

Diese Personen wollen Trump vom Thron stoßen – und so stehen ihre Chancen

Corsin Manser / watson.ch

Der Startschuss ist gefallen. Etwas mehr als die Hälfte von Donald Trumps Amtszeit ist vorbei und nun bringen sich die ersten demokratischen Kandidaten in Stellung für die Wahlen 2020. Die ersten Vorwahlen finden am 3. Februar 2020 in Iowa statt. Doch bereits jetzt gilt es für die Kandidaten Aufmerksamkeit zu generieren, Netzwerke zu schmieden und Geld zu sammeln. 

Diese Personen haben ihre Kandidatur bereits angekündigt:

Kamala Harris

Sen. Kamala Harris, D-Calif., speaks to members of the media at her alma mater, Howard University, Monday, Jan. 21, 2019 in Washington, following her announcement earlier in the morning that she will run for president. Harris, a first-term senator and former California attorney general known for her rigorous questioning of President Donald Trump's nominees, entered the Democratic presidential race on Monday. Vowing to

Bild: AP

Kamala Harris hat ihre Bewerbung am Montag bekannt gegeben. Die 54-Jährige ist Senatorin aus dem US-Bundesstaat Kalifornien. Zuvor amtierte sie als Staatsanwältin. Die Tochter einer Tamilin und eines Jamaikaners gilt als progressiv und setzt sich etwa für eine liberale Einwanderungspolitik ein. In den ersten Umfragen liegt Harris noch etwas zurück, doch das dürfte sich ändern. Die Attribute sind einfach zu passend für die Demokratische Partei von heute: weiblich, schwarz, gebildet, check!

Elizabeth Warren

Potential 2020 U.S. Democratic presidential candidate and U.S. Senator Elizabeth Warren (D-MA) speaks at an Organizing Event in Claremont, New Hampshire, U.S., January 18, 2019.   REUTERS/Brian Snyder

Bild: rtr

Elizabeth Warren gab ihr Interesse am Präsidentenamt an einem etwas unüblichen Datum bekannt: dem 31. Dezember. Noch am Abend des Jahreswechsels überraschte die 69-Jährige mit einem Instagram-Livestream. Die Senatorin aus dem Bundesstaat Massachusetts trank ein Bier und hielt einen lockeren Schwatz mit ihren Followern. Warren hat das Potenzial, viel Geld für ihre Kampagne zu sammeln, und ist deshalb eine sehr ernst zunehmende Kandidatin.

Kirsten Gillibrand

January 21, 2019 - New York City, New York, US - The Annual Martin Luther King, Jr. Day Celebration was hosted by Rev. Al Sharpton on 21 January 2018 at the National Action Network headquarters in Harlem, New York and featured appearances and speeches by Rev. Al Sharpton, Senator Kirsten Gillibrand, Mayor Bill de Blasio, Senator Charles Schumer, Congressman Jerry Nadler and others on this national holiday in the United States, honoring the late civil rights leader birthday. Pictured is US Senator KIRSTEN GILLIBRAND New York City US PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAl135 20190121_zap_l135_003 Copyright: xG.xRonaldxLopezx

Bild: imago stock&people

Kirsten Gillibrand hat ihre Kandidatur vergangene Woche in der Talkshow von Stephen Colbert bekannt gegeben. Die Senatorin aus New York gilt als scharfe Kritikerin von Präsident Trump. Die 52-Jährige will sich gegen sexuelle Gewalt an Frauen, für die Gesundheitsversorgung und gegen Korruption und Gier einsetzen. Allerdings hat Gillibrand zu Beginn ihrer Zeit im Kongress einige Male ziemlich konservativ abgestimmt, was sich nun als Bumerang herausstellen könnte.

Tulsi Gabbard

Rep. Tulsi Gabbard (D-Hawaii) speaks during a ceremony with House and Senate leaders to present a Congressional Gold Medal honoring Filipino veterans of World War II for their service and sacrifice during the war during a ceremony on Capitol Hill in Washington, DC on October 25, 2017. The medal is the highest civilian award and is being presented after a lengthy struggle for recognition of the service of 260,000 Filipinos who fought for the United States over 75 years ago. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY WAS20171025503 ERINxSCHAFF

Bild: imago stock&people

Tulsi Gabbard wäre im Falle einer Wahl das jüngste Staatsoberhaupt der US-Geschichte. Die Abgeordnete aus Hawaii ist gerade mal 37 Jahre alt. In den Mittelpunkt ihrer Kampagne will die Hinduistin das Thema "Krieg und Frieden" stellen, wie sie vergangene Woche auf CNN verkündete. Sie selbst diente im Irakkrieg. Gabbard war allerdings 2017 in die Kritik geraten, als sie in Syrien Baschar al-Assad besuchte. Die Kriegsveteranin hat viel Boden gut zu machen. 

Julian Castro

Julian Castro, former U.S. Secretary of Housing and Urban Development and candidate for the 2020 Democratic presidential nomination, speaks at Saint Anselm College, Wednesday, Jan. 16, 2019, in Manchester, N.H. (AP Photo/Mary Schwalm)

Bild: AP

Julian Castro ist sich bewusst, dass er (noch) nicht zu den Topfavoriten zählt. Doch der ehemalige Bürgermeister von San Antonio meinte vergangene Woche, als er seine Kandidatur bekannt gab: "Ich bin kein Spitzenreiter in diesem Rennen, aber ich war zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben Spitzenreiter." Dennoch hat der 44-Jährige bisher eine erstaunliche politische Laufbahn hingelegt und gilt als einer der großen Hoffnungsträger der Demokratischen Partei. Unter Barack Obama amtierte Castro als Wohnungsbauminister und ist somit mit dem Politbetrieb in Washington bestens bekannt. 

John Delaney

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Bild: ap

John Delaney war der erste Demokrat, der seine Kandidatur bekannt gab. Das war bereits im Juli 2017. Seither reist der ehemalige Abgeordnete aus Maryland unermüdlich durchs Land und geht auf Stimmenfang. In Iowa, wo die ersten Vorwahlen stattfinden, hat der 55-Jährige bereits alle 99 Counties abgeklappert. Ob sich das Engagement bezahlt macht? Man wagt es zu bezweifeln.

Richard Ojeda

FILE - In this May 15, 2018 file photo, Richard Ojeda talks at a gym in Logan, W.Va.  The retired Army paratrooper and West Virginia lawmaker who formalized his campaign for the presidency on Veterans Day  2018 is stepping down from the state Senate. Ojeda told news outlets that he's resigning as of next week because he doesn't want his seat to sit empty while he's campaigning for president in 2020. Republican Gov. Jim Justice will choose his replacement. (AP Photo/John Raby, File)

Bild: AP

Richard Ojeda stimmte bei den Wahlen 2016 für Donald Trump, bereute diesen Entscheid jedoch später. Seit Dezember 2016 gehörte der ehemalige Major dem Senat von West Virginia an. Von diesem Amt tritt der 48-Jährige nun aber zurück, um sich voll und ganz auf seine Präsidentschaftskandidatur zu konzentrieren, wie er auf Facebook bekannt gab. Das Abenteuer dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein.

Diese Kandidaturen werden erwartet:

Beto O'Rourke

FILE - In this Nov. 5, 2018, file photo. Rep. Beto O'Rourke, D-El Paso, the 2018 Democratic candidate for U.S. Senate in Texas, speaks during a campaign rally in El Paso, Texas. O’Rourke barged into last year’s Texas Senate race almost laughably early in March 2017. Now, as the onetime punk rocker mulls a much-hyped White House bid for 2020, he’s doing anything he can to stay in the spotlight without formally starting a campaign.  (AP Photo/Eric Gay, File)

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Beto O'Rourke zählt spätestens seit den Midterms 2018 zu den absoluten Topshots der Demokratischen Partei. Der 46-Jährige verlangte in den Senatswahlen von seinem Gegner Ted Cruz alles ab und verpasste den Sieg im konservativen Texas nur knapp. Der dreifache Familienvater hat bisher noch keine Kandidatur bekannt gegeben. Wagt er den Schritt, könnte ihn das weit bringen. Viele Kommentatoren sehen in  O'Rourke bereits den nächsten Obama.

Joe Biden

FILE - In this Dec. 13, 2018, file photo, fFormer Vice President Joe Biden speaks at the University of Utah in Salt Lake City. Monday’s observance of what would have been Martin Luther King Jr.’s 90th birthday is emerging as an important moment for Democrats eyeing the White House to talk about one of the most divisive issues in politics: race. (AP Photo/Rick Bowmer, File)

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Joe Biden hat als ehemaliger Vize-Präsident einen hohen Bekanntheitsgrad und liegt in den Umfragen deswegen vorne. Momentan sieht es so aus, als ob der 76-Jährige eine Kandidatur wagen wird, seine Chancen gegen Trump wären sicher vielversprechend. Doch will die Demokratische Partei tatsächlich mit einem alten, weißen Mann ins Rennen steigen?

Cory Booker

FILE - In this Thursday, Sept. 6, 2018, file photo, Sen. Cory Booker, D-N.J., speaks on Capitol Hill in Washington. As the 2020 presidential primary takes shape, almost no policy is too liberal for Democrats fighting to win over their party’s base. Booker, who is expected to launch his presidential campaign in early 2019, has sponsored legislation to create a federal jobs guarantee program in several communities across America. (AP Photo/Alex Brandon, File)

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Cory Booker ist seit 2013 Senator von New Jersey. Der 49-Jährige ist dank seiner Medienpräsenz aber weit über die Grenzen des Bundesstaates bekannt. Auf Twitter hat der Jurist bereits über vier Millionen Follower. In den wichtigen Staaten Iowa und New Hampshire hat Booker bereits viel Vorarbeit geleistet und wichtige Allianzen geschmiedet. Wird er bald seine Kandidatur bekannt geben? 

Sherrod Brown

FILE - In this Nov. 6, 2018, file photo, Sen. Sherrod Brown, D-Ohio, speaks to supporters after winning re-election during the Democratic election night party in Columbus, Ohio. Brown, who cruised to re-election in a state that Trump carried in 2016, is seen as a rising star in the Democratic party and a potential Democratic White House hopeful. (AP Photo/John Minchillo, File)

Bild: AP

Sherrod Brown hat vergangene Woche eine "Anhörungs-Tour" angekündigt. Der 66-Jährige will im Gespräch mit den Wählern heraushören, ob sich eine Kandidatur lohnen würde. Dafür reist der Senator zuerst durch seinen Heimatstaat Ohio, dann durch Iowa, New Hampshire, South Carolina und Nevada. Eine Kampagne Browns müsste sicher ernst genommen werden, ist er doch ein Kandidat aus einem Swing State. Die Frage bleibt aber, ob er genügend Geld für einen durchschlagenden Wahlkampf sammeln kann.

Bernie Sanders

United States Senator Bernie Sanders (Independent of Vermont) makes remarks at a press conference in the US Capitol in Washington, DC announcing a Democratic package of three bills to be introduced in the US Senate and US House to control prescription drug prices on Thursday, January 10, 2019. Standing behind Senator Sanders is US Senator Cory Booker (Democrat of New Jersey). PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xRonxSachsx/xCNPx/MediaPunchx

Bild: imago stock&people

Bernie Sanders war so etwas wie die tragische Figur der Wahlen 2016. Der 77-Jährige verlor die Vorwahlen gegen Hillary Clinton und viele mutmaßten danach, dass er das Duell gegen Trump hätte für sich entscheiden können. Sanders hat eine große Fanbasis, vor allem auch unter jüngeren Wählern. Doch die Konkurrenz ist groß. Auch ein Beto O'Rourke oder eine Kamala Harris dürften bei den Jungen punkten. Zudem musste sich der Senator aus Vermont kürzlich für Missbrauchsfälle entschuldigen, die 2016 in seinem Kampagnen-Team offenbar vorgefallen waren. Wagt er dennoch eine erneute Kandidatur?

Amy Klobuchar

Senate Judiciary Committee member Sen. Amy Klobuchar, D-Minn., questions Attorney General nominee William Barr during a Senate Judiciary Committee hearing on Capitol Hill in Washington, Tuesday, Jan. 15, 2019. (AP Photo/Carolyn Kaster)

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Amy Klobuchar wurde bei den Midterms 2018 mit einem überragenden Resultat in den Senat wiedergewählt. Ihren republikanischen Widersacher liess sie mit über 25 Prozentpunkten hinter sich. Und das im Bundesstaat Minnesota, den Hillary Clinton 2016 nur haarscharf gewinnen konnte. Klobuchar hat mit diesem Triumph bewiesen, dass sie einen effektiven Wahlkampf betreiben und Wechselwähler auf ihre Seite holen kann. Noch hat die 58-Jährige aber keine Kandidatur angekündigt.

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