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President Donald Trump addresses the crowd at a 2020 re-election campaign rally at the SNHU Arena in Manchester, New Hampshire on Monday, February 10, 2020. New Hampshire holds the first presidential primary in the nation on Tuesday. Photo by Matthew Healey/UPI Photo via Newscom picture alliance |

Donald Trump ist hier ganz in seinem Element. Bild: dpa/newscom

Hardcore-Fans und Verschwörungstheorien – so sieht eine Trump-Rally aus

Milan Marquard / watson.ch

Nur noch knapp zehn Monate bis zur Präsidentschaftswahl in den USA. Während sich die Demokraten noch vom Iowa-Debakel erholen und noch immer unklar ist, wer gegen Trump die besten Chancen hat, genießt der amtierende Präsident sein Hoch.

Bei ihm läuft es nämlich: Gerade eben erst wurde er im Impeachment-Prozess freigesprochen, dann kam das Problem der Demokraten in Iowa. Trump hält derzeit die höchsten Approval-Ratings bei seiner eigenen Partei. Und dann war da noch Pelosis Zerreiß-Aktion nach seiner Ansprache zur Lage der Nation, für die sie viel Kritik einstecken musste. Grund genug, um zu feiern.

Und wo lässt sich Trump am liebsten feiern? Natürlich bei seinen Rallys, den Wahlkampfveranstaltungen vor tausenden Hardcore-Trump-Fans – wie gerade eben in Manchester im Bundesstaat New Hampshire. Doch wie sieht so eine Rally-Veranstaltung eigentlich aus? Was sagt Trump genau? Das wollen wir zeigen und nehmen euch (virtuell) mit nach New Hampshire:

Seine Fans

Natürlich wäre eine Rally nichts ohne die Fans und Unterstützer. Man kann schon sagen, dass es sich dabei um sehr eingefleischte Fans zu handeln scheint, schließlich haben einige bereits zwei Tage vor dem Event campiert, um sicher Zutritt zur Veranstaltung zu haben. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass das Wetter vor Ort wirklich nicht so toll ist. Doch die Warteschlangen sind riesig, wie diese Videos zeigen:

Für diejenigen, die sich noch mit Merchandise und Fan-Artikel eindecken müssen oder wollen, gibt es ein entsprechend großes Angebot:

Sobald die Halle geöffnet wird, strömen die Menschen hinein und versuchen den besten Platz zu ergattern. Wie zu erwarten, ist die Halle gut gefüllt. Donald Trump kann kommen.

Trump betritt die Bühne

Als Donald Trump die Bühne betritt, wird er massiv gefeiert. Das Publikum ruft: "USA! USA!" Und Trump begrüßt alle Anwesenden winkend.

Der Präsident ist übrigens nicht alleine angereist. Im Schlepptau waren seine treuen Parteifreunde. Auch sie feuern ihren Präsidenten fleißig an:

Doch wichtig ist ja eigentlich der Inhalt einer solchen Rally. Die Anhänger wollen wissen, in welche Richtung es geht und was sie erwarten können. Worüber also spricht Trump?

Er schießt gegen die Medien...

Er eröffnet seine Ansprache quasi direkt mit einem Diss gegen die Medien. Es sei nicht fair, da sie nie das große Publikum zeigen, sondern immer nur sein Gesicht. Spätestens seit seiner Vereidigung mit der angeblich größten Menschenmasse jemals bei einer Vereidigung, ist klar, dass Trump wert darauf legt, wie groß seine Anhängerschaft ist.

Während er also davon spricht, dass das Publikum nie gefilmt wird, zeigt der Nachrichtensender "C-Span" in der Übertragung jedoch genau das:

... und gegen Nancy Pelosi

Es dauert nicht lange, da spricht Trump seine Rede zur Lage der Nation an. Natürlich ging es weniger um den Inhalt, sondern mehr um Nancy Pelosi – Sprecherin des Repräsentantenhauses und definitiv keine Freundin von Trump – die genau hinter ihm saß. In Videos war zu sehen, dass sie teilweise mit sich selbst zu sprechen schien, wenn sie mit Passagen aus Trumps Rede nicht einverstanden war.

Genau darüber macht sich der US-Präsident lustig: "Es hat mich sehr abgelenkt. Ich spreche und eine Frau murmelt komisches Zeugs hinter mir." Das Publik quittiert seine Aussage mit einem: "Lock her up!" Sperrt sie ein.

Er verbreitet Verschwörungstheorien

Bei den Wahlen 2016 musste Trump in New Hampshire eine Niederlage einstecken. Und das, obwohl er bei den Vorwahlen als Sieger dastand. Seine Erklärung? Demokratische Wähler seien mit Bussen von Massachusetts nach New Hampshire gefahren worden, um für Hillary zu stimmen. Es gibt jedoch keinerlei Hinweise für einen solchen Wahlbetrug. Das Publikum ruft "Buuuh" und freut sich, als Trump sagt, dass es "dieses Jahr anders sein wird".

Er spricht vom Coronavirus – und ist schlecht informiert

Auch auf eines der wichtigsten Themen derzeit – das Coronavirus – kommt Trump zu sprechen: "Das Virus... in der Theorie, wenn es wärmer wird, geht es wie durch ein Wunder plötzlich weg. Ich hoffe, das stimmt."

Das Virus geht aber nicht magischerweise weg. Bei wärmeren Temperaturen sinken traditionell die Zahlen von Atemswegsinfektionen. Ob beim Coronavirus aber allein die wärmeren Temperaturen ausreichen, um es zu verschwinden zu lassen, wird von Experten bezweifelt.

Er spricht von DER Mauer und liest einen Text vor

Sein Lieblingsthema lässt Trump natürlich auch nicht aus: die Mauer zu Mexiko. Noch immer spricht er davon, wer für die Mauer bezahlen wird: Auf jeden Fall nicht die USA! Fakt ist aber, dass der Hauptteil bisher via die US-Militärausgaben finanziert wurden.

Aber eigentlich ist es ja wichtig hervorzuheben, weshalb es die Mauer braucht. Darum liest Trump die Kurzgeschichte "The Snake" vor. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass eine giftige Schlange eine Frau überzeugt, sie zu sich nach Hause zu nehmen und zu füttern. Am Schluss beißt die Schlange die Frau und sie klagt, dass die Schlange versprochen habe, nicht böse zu sein. Und die Schlange antwortet, dass sie es ja eigentlich genau gewusst habe, als sie sie zu sich nach Hause genommen hat.

Trump will damit auf die angeblichen Gefahren illegaler Einwanderer hinweisen.

Er fordert Republikaner auf, die Wahl der Demokraten zu manipulieren

Mehrmals erwähnt Trump, dass angeblich einige Republikaner in New Hampshire für den schwächsten aller demokratischen Kandidaten stimmen werden. Er fügt an: "Wenn ihr für einen schwachen Kandidaten stimmen wollt, nur zu. Nehmt den Schwächsten."

Mit ähnlichen Worten schließt er seine Ansprache auch ab. Doch wieso will Trump, dass seine Anhänger in den Vorwahlen für den schwächsten Demokraten stimmen? Nun, weil er dann im November bei den entscheidenden Wahlen möglicherweise auch auf den schwächsten Kandidaten treffen wird – und nochmals vier Jahre im Amt bleibt.

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"New York Times" über Trumps Schwiegersohn: "Er wird uns alle umbringen"

Jared Kushner hat in der Coronavirus-Bekämpfung eine führende Rolle übernommen. Dabei meint er, alles besser zu wissen als alle anderen.

Jared Kushner ist der Schwiegersohn vom US-Präsidenten Donald Trump. Seit 2009 ist er mit Ivanka Trump verheiratet. Zusammen haben sie drei Kinder. Kushners Job: Leitender Berater des Präsidenten.

Der 39-Jährige kümmert sich in der Trump-Administration um wichtige Belange wie etwa der Nahost-Politik. Neuerdings auch um die Bekämpfung des Coronavirus. Dort laufen die Dinge allerdings derart aus dem Ruder, dass die "New York Times", notabene eine der renommiertesten Zeitungen der Welt, den wohl …

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