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Diese 7 Zahlen zeigen den ganz normalen Wahnsinn bei Tesla

Der kalifornische Hersteller von Elektroautos rutscht einmal mehr tief in die roten Zahlen. Doch das ist nichts Neues. Diese sieben Zahlen zeigen Teslas stetes Auf und Ab.

Oliver Wietlisbach / watson.ch

Was ist passiert? Hohe Produktionskosten für das Model 3 haben Tesla überraschend tief in die roten Zahlen gebracht. Den Elektropionier abschreiben sollte man dennoch nicht. Die Kalifornier um Tausendsassa Elon Musk agieren seit über 15 Jahren am Limit – teils nur wenige Monate vor dem Konkurs. Und bislang hat Musk stets irgendwie die Kurve gekriegt.

Gründungsjahr: 2003

Tesla Motors, heute kurz Tesla, wurde 2003 von den Ingenieuren Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. Sie wollten beweisen, dass Elektrofahrzeuge herkömmlichen Autos überlegen sind.

Finanziert wurde Tesla Motors unter anderen von Milliardär und PayPal-Mitbegründer Elon Musk und den Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page. Nach einem verlorenen Machtstreit mit Musk haben die einstigen Gründer das Unternehmen Ende 2007 verlassen. Zwei Jahre später verklagte Eberhard Musk wegen Verleumdung, Rufmord und Vertragsbruch. Die beiden sprechen heute kein Wort mehr miteinander.

Mitarbeiter: 45.000 (Stand 2018)

Bereits 2008 stand Tesla knapp vor dem Konkurs. Mit dem Model S, das bis heute über 260.000 Mal verkauft wurde, setzte die Tesla-Aktie ab 2013 zum Höhenflug an. 2019 steht Tesla wieder am Scheideweg. Firmenchef Musk setzte Anfang Jahr 3000 Mitarbeiter vor die Tür, um die Kosten zu senken.

Modelle: 4

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Teslas Strategie: Von hochpreisigen Autos mit kleinen Stückzahlen hin zur Entwicklung günstigerer Modelle für den Massenmarkt. Bild: wikipedia / tgcp

Der alte, über 90.0000 Euro teure Roadster wird nicht mehr angeboten. Das rund 90.000 Euro teure Model S ist seit 2012 im Verkauf und wird immer weniger nachgefragt. Das SUV Model X hat ebenfalls Absatzprobleme. Das aktuelle Zugpferd ist das rund 45.000 Euro teure Model 3, das in der Schweiz erst seit Ende Februar 2019 ausgeliefert wird. Tesla nimmt zudem Reservationen für drei kommende Fahrzeuge entgegen:

Laut Tesla-Chef Musk könnte zudem ein Pick-up-Modell folgen.

Verkaufte Autos: Über 500.000

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Bild: statista

Aktuell sollen weltweit 425.000 Teslas auf den Straßen rollen und die Kalifornier wollen allein in diesem Jahr 360.000 bis 400.000 weitere Autos absetzen. In den ersten sechs Monaten hat der US-Konzern allerdings "nur" knapp 160.000 Fahrzeuge an die Kundschaft gebracht. Teslas Problem ist nicht die Nachfrage, sondern fehlende Kapazitäten in der Produktion und Logistik.

Verlust: Über 6 Milliarden

Andere Autos verbrennen Benzin, Tesla verbrennt Geld: Allein im letzten Quartal schrieb Tesla einen 408-Millionen-Dollar-Verlust. Tesla hat somit in der ersten Jahreshälfte 2019 einen Verlust von über einer Milliarde Dollar eingefahren. Der Absatzrückgang bei den lukrativeren Reihen S und X in diesem Jahr trägt zu den roten Zahlen bei. Bereits bis Ende 2018 hatte der Konzern kumulierte Verluste von 5,3 Milliarden Dollar angehäuft.

Mit wenigen Ausnahmen schrieb Tesla bislang in jedem Quartal rote Zahlen.

Bar-Reserven: 5 Milliarden

Anfang des Jahres warnte Musk, dass die liquiden Mittel nur noch für rund zehn Monate reichen würden. Radikale Sparmassnahmen und ein Stellenabbau folgten. 3000 Angestellte, sieben Prozent der Belegschaft, mussten ihren Sessel räumen. Der E-Autobauer bekam zuletzt im Mai eine Finanzspritze über 2,7 Milliarden Dollar. Tesla steht inzwischen mit über 10 Milliarden Dollar in der Kreide.

Tesla-Aktie von 2010 bis 2019: Plus 1236 Prozent

Seit dem Börsengang Ende Juni 2010 hat sich Teslas Wert vervielfacht. Doch die einst heiß begehrte Aktie kommt seit drei Jahren nicht mehr vom Fleck. Tesla verkauft zwar immer mehr Autos, erzielt damit aber keinen Gewinn. Der neuste, gigantische Quartalsverlust ließ die Aktie am Mittwoch um mehr als zehn Prozent abstürzen.

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