Tag 7: Die Flüchtenden haben das italienische Rettungsschiff "Diciotti" verlassen

Es muss eine Tortur gewesen sein. Nach langer Flucht hat es sieben Tage und großes politisches Kräftemessen gebraucht, aber jetzt endlich dürfen sie runter. Im Hafen von Catania haben 137 Flüchtende das Rettungsschiff "Diciotti" verlassen. Einer nach dem anderen ging in der Nacht zum Sonntag von Bord.

Anschließend wurden die aus Seenot Geretteten nach Messina gebracht.

Hinter dem Drama steckt ein ausufernder Kampf mit Italiens Innenminister Salvini:

Insgesamt hatte die italienische Küstenwache am 16. August 190 Migranten im Mittelmeer gerettet. Einige wurden schon kurz nach dem Einsatz zur medizinischen Versorgung nach Lampedusa gebracht. Erst am Montag konnte das Schiff mit den übrigen Migranten in Catania einlaufen – wo sie aber nicht an Land gehen dürften.

Der rechte Innenminister Matteo Salvini wollte dennoch erst wissen, wie die Menschen auf andere Staaten verteilt werden, bevor er sie von Bord gehen ließ. Verhandlungen in Brüssel in dem Fall brachten keinen Durchbruch.

Am Samstag wurde fast zeitgleich mit der Aufhebung der Blockade bekannt, dass gegen den Minister und Vize-Premier unter anderem wegen Freiheitsberaubung ermittelt wird.

(mbi/dpa)

Analyse

"Grossissima Koalition": Was Du über die neue Regierung in Italien wissen musst

Italien hat seit dem Wochenende eine neue Regierung – mal wieder. Aber diesmal ist es ist ein besonderer Wechsel.

Der neue Premierminister heißt Mario Draghi. Er löste seinen Vorgänger Giuseppe Conte am Samstag mit einer pandemiekompatiblen Vereidigung ab: 23 Ministerinnen und Minister übernahmen ihr Amt, mit Masken über Mund und Nase und Sicherheitsabstand voneinander. Am Mittwoch und Donnerstag muss nun die Regierung beim Vertrauensvotum noch im Senat und dann im Abgeordnetenhaus die …

Artikel lesen
Link zum Artikel