International

Dänische Ministerin findet Muslime gefährlich, die bei der Arbeit fasten

Wenn sie im Ramadan fasten wollen, sollen sie Urlaub nehmen. Mit dieser Aufforderung an Muslime hat die dänische Integrationsministerin Inger Støjberg für Empörung gesorgt.

Man könne keine 18 Stunden fasten und zugleich beispielsweise sicher einen Bus fahren, hatte die Politikerin in einem Kommentar in der dänischen Zeitung "BT" geschrieben. Am Dienstag widersprachen Linienbus-Betreiber, ein Partei-Kollege Støjbergs forderte, Politiker sollten sich darauf konzentrieren, "zuerst die wirklichen Probleme zu lösen".

Integrationsministerin mit hartem Kurs

Støjberg, die für ihren harten Kurs gegen Einwanderer bekannt ist, hatte am Pfingstmontag geschrieben:

"Ich glaube ganz ehrlich, dass man als Muslim in einer modernen Gesellschaft wie der dänischen überlegen sollte, welche Konsequenzen es für die Gesellschaft hat, wenn man den Ramadan einhält."

Dänische Integrationsministerin Inger Støjberg

Das könne Sicherheit und Produktivität beeinflussen. "Ich will den dänischen Muslimen nicht die Möglichkeit nehmen, ihre Religion und deren Feste zu leben, aber ich will sie dazu auffordern, im Ramadan-Monat Urlaub zu nehmen", schrieb die Ministerin.

Sicherheitsprobleme? Nö!

Nach Angaben der Busfahrergewerkschaft 3F schafft der Ramadan allerdings überhaupt keine Probleme. "Es ist vielmehr ein Problem, dass die Integrationsministerin hier versucht, ein Problem zu schaffen", sagte ein Sprecher der Zeitung "Berlingske" und stellte klar: "Die Busse fahren sicher. Auch während des Ramadan. Das kann ich garantieren." Auch Linienbus-Betreiber Arriva betonte, wegen eines fastenden Fahrers habe es noch keinen Unfall gegeben.

(fh/dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Krieg in Syrien: Jetzt beginnt der Kampf um das Öl

Im Syrien-Konflikt droht ein Triumph der Despoten. Der Bürgerkrieg scheint entschieden, das Ringen um die Kriegsbeute hat begonnen. Aber welche Interessen verfolgen die Großmächte? Ein Überblick.

Ein Panzer fährt langsam durch die Lücke zwischen zwei Häusern hindurch. Er schießt auf ein unbekanntes Ziel. Sand wirbelt auf, bewaffnete Männer mit Maschinengewehren rufen sich etwas zu. Gebaut wurde der Panzer in Deutschland, im Einsatz ist er für die türkische Armee im Norden Syriens.

Derartige Bilder und Videos gehen aktuell aus der Nähe des kleinen syrischen Ortes Tell Tamer um die Welt. Aufgenommen wurden sie von türkischen Kriegsberichterstattern oder von Rebellen, die von der Türkei …

Artikel lesen
Link zum Artikel