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ARCHIV - ILLUSTRATION. 26.04.2010, Bayern, Straubing: - Der Schatten einer Jugendlichen mit einem Handy ist vor einer Internetseite des sozialen Internet-Netzwerks Facebook zu sehen. (Zu dpa

Bild: dpa

1,5 Milliarden User ohne besseren Datenschutz – wie Facebook vor der EU flüchtet

19.04.18, 08:07

Die Nachrichtenagentur Reuters ließ am Donnerstagmorgen eine Bombe platzen: Facebook wolle 1,5 Milliarden User dem Schutz der strengeren Datenschutz-Bestimmungen entziehen, die Ende Mai in der Europäischen Union (EU) in Kraft treten.

Betroffen seien alle Facebook-User in Afrika, Asien, Australien und Lateinamerika.

Im Moment haben alle Facebook-User ausserhalb der USA und Kanada ihre Nutzungsbedingungen mit dem internationalen Hauptsitz von Facebook in Irland vereinbart. Somit wären sie automatisch von der neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) betroffen gewesen. Sie verschärft für Unternehmen die Regeln bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und setzt strengere Datenschutzstandards durch.

Für Facebook anscheinend ein zu großes Risiko.

FILE- In this Wednesday, April 11, 2018, file photo, Facebook CEO Mark Zuckerberg arrives to testify before a House Energy and Commerce hearing on Capitol Hill in Washington. Zuckerberg repeatedly assured lawmakers Tuesday and Wednesday that he didn’t believe the company violated its 2011 agreement with the Federal Trade Commission to overhaul its privacy practices. (AP Photo/Andrew Harnik, File)

Bild: AP

Unternehmen, die gegen die DSGVO verstoßen, drohen in Zukunft Geldstrafen, die bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes ausmachen können. In Facebooks Fall könnte dies Milliarden von Dollar bedeuten, heißt es im Bericht.

Facebook habe die geplante Änderung der Nutzungsbedingungen bestätigt, schreibt Reuters. Gleichzeitig versuche das Unternehmen, die Bedeutung herunterzuspielen. Man plane, die strengeren Datenschutzkontrollen und -einstellungen, die Europa erhalte, auch für den Rest der Welt verfügbar zu machen.

In der Praxis bedeutet die Änderung aber, dass die 1,5 Milliarden betroffenen Nutzer keine Beschwerden beim irischen Datenschutzbeauftragten oder bei irischen Gerichten einreichen können. Stattdessen würden ihre Rechte durch nachgiebigere US-Datenschutzgesetze geregelt, sagte Michael Veale, ein Technologiepolitikforscher am University College London.

(dsc)

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