A supporter of religious and political party Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) waves a dagger, as he chants slogans with others against the satirical French weekly newspaper Charlie Hebdo, which reprinted a cartoon of the Prophet Mohammad, during a protest in Karachi, Pakistan September 4, 2020. REUTERS/Akhtar Soomro

In Pakistan gingen am Freitag tausende Menschen bei anti-französischen Demonstrationen auf die Straßen. Bild: reuters / AKHTAR SOOMRO

Tausende Menschen protestieren in Pakistan gegen "Charlie Hebdo"-Karikaturen

In Pakistan und im Iran wächst der Unmut über die Wiederveröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen in der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo". In Pakistan gingen am Freitag tausende Menschen bei anti-französischen Demonstrationen auf die Straßen, nachdem die Regierung scharfe Kritik an dem erneuten Abdruck der Karikaturen geübt hatte. Teheran verurteilte die Karikaturen als "Provokation".

Anlässlich des Prozessbeginns gegen mutmaßliche Helfer der Attentäter des Anschlags auf "Charlie Hebdo" hatte die Satirezeitung diese Woche in einer Sonderausgabe erneut die Mohammed-Karikaturen gedruckt, wegen derer sie zur Zielscheibe von Islamisten geworden war. 

Islamistische Partei Tehreek-e-Labbaik führt Demonstrationen an

Die Islamisten, die am 7. Januar 2015 den Anschlag auf die Satire-Zeitung in Paris verübten und dabei zwölf Menschen töteten, hatten ihre Tat mit den Karikaturen begründet. Die Zeichnungen zeigen unter anderem den Propheten Mohammed mit einer Bombe auf dem Kopf anstelle eines Turbans.

"Wir müssen eine starke Botschaft an die Franzosen senden, dass diese Respektlosigkeit gegenüber unserem geliebten Propheten nicht toleriert wird", sagte der Demonstrant Mohammad Ansari während einer Kundgebung in der Stadt Lahore im Osten Pakistans. Die Demonstrationen wurden von der islamistischen Partei Tehreek-e-Labbaik angeführt, die bereits in der Vergangenheit große und oft gewalttätige Proteste wegen angeblicher Blasphemie organisiert hat.

Außenminister hatte "Charlie Hebdo" kritisiert

Bilder des Propheten sind im Islam verboten. Die Beleidigung der Religion kann unter den strengen pakistanischen Blasphemiegesetzen mit der Todesstrafe geahndet werden. Bereits vor den Protesten hatte Außenminister Shah Mahmood Qureshi im Onlinedienst Twitter geschrieben, dass die Karikaturen zum Ziel hätten, "die Gefühle von Milliarden von Muslimen zu verletzen".

Für Teheran stellen die erstmals 2005 in einer dänischen Zeitung erschienenen Karikaturen eine "Beleidigung" für die mehr als eine Milliarde Muslime weltweit dar. Jegliche respektlose Darstellung von Mohammed oder anderen Propheten sei "absolut inakzeptabel", erklärte das iranische Außenministerium am Donnerstagabend. 

Am Mittwoch war in Paris der Prozess gegen 14 mutmaßliche Komplizen der Attentäter eröffnet worden, die außer der "Charlie Hebdo"-Redaktion auch einen jüdischen Supermarkt in Paris angegriffen hatten. 

mkü/cp (afp)

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