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Notre-Dame de Paris was ravaged by fire. The cathedral suffered heavy damage his arrow has collapsed as well as the roof. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY JanxSchmidt-Whitley/LexPictorium LePictorium_0206188

Bild: www.imago-images.de

"Absolutes Worst-Case-Szenario": Profi erklärt, was Notre-Dame-Einsatz so schwierig machte

Die Feuerkatastrophe in der Kathedrale Notre-Dame erschüttert Feuerwehrleute weltweit. Der stellvertretende Kommandant der Zürcher Berufsfeuerwehr erklärt im Interview, warum die Einsatzkräfte das Feuer nicht schnell genug in den Griff kriegten. Und was er von Trumps Lösch-Ideen hält.

Adrian Müller / watson.ch

Feuerwehrleuten weltweit blutete das Herz, als sie Montagabend die Bilder der brennenden Notre-Dame sahen. Auch Jan Bauke, stellvertretender Kommandant der Berufsfeuerwehr von Schutz & Rettung Zürich, traute seinen Augen kaum.

Herr Bauke, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Brand in der Notre-Dame hörten?
Jan Bauke: Als ich die Bilder auf meinem Handy sah, überkam mich eine große Ohnmacht. Mir ist es kalt den Rücken hinunter gelaufen.

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Jan Bauke, stv. Kommandant der Zürcher Feuerwehr.

Die Pariser Feuerwehr hatte mit dem Ausmaß der Feuerkatastrophe schwer zu kämpfen. Täuscht dieser Eindruck?
Bei diesen Branddimensionen ist man in einigen Punkten rasch hilflos. Nicht nur in Paris. Mit ihren Drehleitern beispielsweise kamen die Einsatzkräfte nicht nahe genug an die Flammen, sondern nur bis zur Dachkante. Alle Brände, die sich über einer Höhe von 30 Metern ereignen, sind extrem schwierig zu bekämpfen. Das Problem ist, dass Notre-Dame viel höher ist und zudem in der engen Altstadt steht. Dort ist es alles andere als einfach, mit den Fahrzeugen hinzukommen. Dies gilt insbesondere für alte Kirchen, die über keine Brandschutzanlagen wie moderne Hochhäuser verfügen. Selbst wenn man vor Ort ist, muss man jederzeit damit rechnen, dass brennende Trümmer hinunterstürzen. Das ist auch passiert. Es ist ein absolutes Worst-Case-Szenario für die Löschmannschaften.

The Notre Dame Cathedral in Paris is burning. Fire at Notre Dame de Paris PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY JulienxMattiax/xLexPictorium LePictorium_0206140

Bild: www.imago-images.de

US-Präsident Donald Trump forderte den Einsatz von Löschflugzeugen, was absurd scheint. Aber warum forderte die Pariser Feuerwehr keine Löschhelikopter an?
Ich kenne die Details des Einsatzes nicht. Aber sie finden keinen seriösen Heli-Piloten, der mit seiner Maschine in diese Rauchwolke fliegt. Durch das Feuer und die Wärme entsteht eine unberechenbare Thermik, das ist viel zu gefährlich. "Wasserbomber", wie sie Trump forderte, sind völlig ungeeignet. Das Wasser kann ein Gebäude massiv beschädigen oder gar zum Einsturz bringen. Mit solchen Flugzeugen bekämpft man Flächenbrände, kein Inferno im Herzen einer Großstadt.

"Feuerwehrleute sind keine todesmutigen Helden."

Die Einsatzkräfte retteten zahlreiche Kunstschätze von Notre-Dame. 2007 holten Feuerwehrleute ebenfalls Gemälde aus dem brennenden Zunfthaus in Zürich. Wie viel Risiko gehen Feuerwehrleute ein?
Feuerwehrleute sind keine todesmutigen Helden, wie dies oft gesagt wird. Denn es nützt niemandem etwas, wenn wir Kopf und Kragen riskieren und dabei Tote oder Verletzte in Kauf nehmen. Bei jedem Einsatz schauen wir zuerst, ob die Situation für unsere Leute sicher ist. Erst dann gehen wir rein. Das ist unsere oberste Maxime.

Beim Brand im Zunfthaus starb ein Feuerwehrmann.
Es konnte damals niemand ahnen, dass plötzlich der Dachstock einstürzt. Ein tragischer Unfall, der noch heute schmerzt.

Kann man die Bekämpfung eines Feuers in historischen Gebäuden überhaupt üben?
Nach dem Brand im Zunfthaus haben wir uns nochmal intensiv Gedanken gemacht. Aber so ein Inferno wie in der Notre-Dame kann man nicht trainieren.

Es dauerte offenbar 45 Minuten, bis die Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten starten konnten. Wie ist das erklärbar?
Wie gesagt, ich kenne die Details nicht. Entscheidend ist, wer den Brand entdeckt und wie die Alarmierung dann abläuft. Wir haben in Zürich die Vorgabe, innerhalb von maximal zehn Minuten vor Ort zu sein. In vielen Fällen sind wir früher da. Manchmal reicht es aber einfach nicht. So stand im August 2018 beim Zürcher Bahnhofplatz das Gebäude bereits in Vollbrand, als wir nach wenigen Minuten vor Ort eintrafen.

Notre-Dame in Flammen

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