International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Polizei erschießt Autofahrer – schwere Krawalle im französischen Nantes

04.07.18, 07:41 04.07.18, 09:41

In der westfranzösischen Stadt Nantes ist es nach der Tötung eines 22-Jährigen bei einer Polizeikontrolle zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Mit Molotowcocktails bewaffnete Jugendliche lieferten sich am Dienstagabend Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Unruhen betrafen mehrere als Brennpunkte geltende Stadtteile. 

Autos wurden angezündet und ein Einkaufszentrum teilweise in Brand gesteckt.

Das hat die Krawalle ausgelöst:

Die Ausschreitungen begannen nach einem Vorfall am Dienstagabend. Die Polizei habe ein Auto wegen einer Ordnungswidrigkeit angehalten, sagte der örtliche Polizeidirektor Jean-Christophe Bertrand. Die Identität des Fahrer sei unklar gewesen, die Beamten hätten die Anweisung bekommen, den Fahrer auf eine Polizeistation zu bringen.

Bei der Kontrolle habe der Fahrer zunächst "so getan, als wolle er aus dem Fahrzeug aussteigen", und habe dann einen Polizeibeamten angefahren, sagte Bertrand. Der Beamte sei leicht am Knie verletzt worden, ein weiterer Beamter habe daraufhin geschossen und den jungen Mann getroffen, der "leider gestorben" sei.

Aus Polizeikreisen verlautete, der junge Mann sei an der Halsschlagader getroffen worden und im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Laut Staatsanwaltschaft werden derzeit die "Umstände untersucht, unter denen der Polizist Gebrauch von seiner Schusswaffe machte".

Der Staatsanwalt von Nantes, Pierre Sennès, beschrieb die Lage in der Stadt am späten Abend als "sehr unruhig und unübersichtlich".

Es folgten heftige Ausschreitungen

Ein 24-jähriger Bewohner der Stadt sagte der AFP:

"Es hat überall gebrannt, es gab Feuer in den Mülltonnen, den Autos, sie waren dabei, alles kaputt zu machen. Es dauerte ewig."

Zur Verstärkung wurden weitere Polizeikräfte in Nantes erwartet, insbesondere im Stadtteil Breil. Dort galt bereits nach einem Vorfall in der vergangenen Woche erhöhte Alarmbereitschaft, wie aus Kreisen verlautete. Dabei soll möglicherweise eine Armeewaffe eine Rolle gespielt haben.

Am frühen Morgen beruhigte sich die Lage wieder.

Die Bürgermeisterin von Nantes, Johanna Rolland, sagte, sie sei in Gedanken bei dem getöteten 22-Jährigen, seiner Familie und den Bewohnern der betroffenen Stadtteile. Sie versprach Aufklärung dazu, was genau passiert sei. Zunächst aber müsse sich die Lage wieder beruhigen.

Gegen 3 Uhr schien sich die Lage wieder zu entspannen. Laut Polizeikreisen gab es keine Festnahmen. Knapp 200 Polizisten waren im Einsatz.

(fh/afp)

Noch mehr News auf watson:

"Ich glaube, Lindner war frustriert" – Renate Künast über Streit in der Opposition 

"Wir sind hier, wir sind queer" – so war der Tuntenspaziergang in Berlin

Eine Halbzeit mit Kevin Kühnert: "Keine natürliche Grenze nach unten für die SPD"

Heute wird das bayerische Polizeigesetz verabschiedet – 4 Fragen und Antworten

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

++ In Nordsyrien sind 9 Kämpfer bei einem mutmaßlich israelischen Angriff gestorben ++

Alle News zu Syrien findest du hier:

16.07.2018, 9.41 Uhr: Bei einem mutmaßlich von Israel verübten Angriff auf Militärstellungen der syrischen Regierung in der nördlichen Provinz Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten in der Nacht zum Montag mindestens neun Kämpfer getötet worden.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle beruft sich auf ein Netz von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind kaum unabhängig zu überprüfen.

Nach Berichten syrischer Staatsmedien beschoss die israelische Armee am Sonntagabend eine Stellung …

Artikel lesen