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Einige Protestierende trugen, wie diese Frau, Augenklappen, um an Verletzte zu erinnern, die bei Protesten ein Auge verloren hatten.  Bild: aa/picture alliance/mustafa yalcin

Augenklappen, Vandalismus, Festnahmen – erneut "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich 

Am Samstag sind in verschiedenen Städten Frankreichs wieder tausende "Gelbwesten" auf die Straße gegangen. Viele protestierten dabei auch gegen das aus ihrer Sicht brutale Vorgehen der Polizei, nachdem zahlreiche Demonstranten seit Beginn der Protestbewegung im November bei Zusammenstößen verletzt worden waren.

Das Innenministerium meldete 17.400 Teilnehmer, davon 8000 in Paris. Dies ist deutlich weniger als um die Jahreswende.

Fernsehbilder zeigten kleinere Konfrontationen in Paris mit der Polizei. Demonstranten riefen Parolen gegen Präsident Emmanuel Macron und sangen die französische Nationalhymne. Einige trugen Augenklappen, um an Verletzte zu erinnern, die bei Protesten ein Auge verloren hatten. Laut einem Bericht der Zeitung "Liberation" gab es 14 solche Fälle.

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Das Innenministerium meldete 17.400 Teilnehmer, 8000 davon in der Hauptstadt Paris. Bild: AA/picture alliance/mustafa yalcin

Der vergangene Woche während einer Demonstration schwer am Auge verletzte "Gelbwesten"-Anführer Jérôme Rodrigues wurde mit Applaus begrüßt, als er zu der Kundgebung erschien. 

Am Freitag hatte das oberste französische Verwaltungsgericht einen Antrag zurückgewiesen, der Polizei den Einsatz von Gummigeschossen zu untersagen. Die Menschenrechtsbeauftragte des Europarates, Dunja Mijatovic, hatte sich Anfang der Woche besorgt über die Zahl und Schwere der Verletzungen als Folge staatlicher Gewalt geäußert.

Innenminister Christophe Castaner dagegen beklagte Vandalismus und Angriffe auf die Polizei. In der Stadt Valence südlich von Lyon zeigte die Präfektur Fotos von Knüppeln, Messern, Helmen und Gasmasken, die beschlagnahmt wurden und meldete 14 Festnahmen.

In westfranzösischen Morlaix wurden zwei Menschen festgenommen, als Demonstranten eine Polizeiabsperrung stürmen wollten. Zwei Polizisten wurden dabei verletzt.In Marseille demonstrierten 2000 Menschen, in Montpellier waren es 400. In Toulouse, wo sich mehrere tausend "Gelbwesten" beteiligten, wurde eine Ermittlung wegen eines Videos eingeleitet, in dem Polizisten fordern, auf die Demonstranten "zu schießen".

Die Bewegung hatte im November mit Protesten gegen geplante Benzinpreiserhöhungen begonnen, richtet sich inzwischen aber allgemein gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung Macrons. Ihren Namen hat die Bewegung von den gelben Warnwesten, die die Demonstranten tragen.

(as/dpa/afp)

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