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French firefighters gather at the scene of a blaze at the Cathedral of Saint Pierre and Saint Paul in Nantes, France, July 18, 2020. REUTERS/Stephane Mahe

Einsatzkräfte der Feuerwehr vor der Kathedrale von Nantes. Bild: reuters / STEPHANE MAHE

Brandstiftung? Kathedrale von Nantes bei Großbrand beschädigt

Ein Großbrand hat am Samstag Zerstörungen in der Kathedrale im westfranzösische Nantes angerichtet. Rund hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz und brachten den Brand nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle, wie die Behörden mitteilten. Feuerwehrchef Laurent Ferlay sagte, die große Orgel in der gotischen Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale sei wohl "vollständig zerstört" worden. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Brandstiftung ein.

Die Einsatzkräfte seien gegen 7.45 Uhr die Feuerwehr wegen des Brandes alarmiert worden, teilte die Polizei des Départments Loire-Atlantique mit. Auf Fernsehbildern war eine riesige schwarze Rauchwolke zu sehen, die zwischen den Türmen der Kathedrale im historischen Zentrum von Nantes aufstieg. Gut zwei Stunden nach dem Ausbruch war der Brand nach Feuerwehrangaben dann weitestgehend eingedämmt.

Feuer an drei Stellen ausgebrochen

Der Staatsanwalt Pierre Sennès sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Ermittler gingen dem Verdacht auf Brandstiftung nach. An insgesamt drei Stellen in der Kirche seien Feuer ausgebrochen, sagte Sennès. Er warnte zugleich vor vorzeitigen Schlussfolgerungen. Es sei noch eine Vielzahl an Untersuchungen nötig, betonte der Staatsanwalt.

Nach Angaben der Feuerwehr konzentriert sich der Schaden auf die große Orgel. Die Plattform, auf der die Orgel stehe, sei "sehr instabil" und drohe zu kollabieren, sagte Ferlay. Mit dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame im vergangenen Jahr sei das Feuer in der Peter-und-Paul-Kathedrale von Nantes aber nicht vergleichbar, betonte er. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt war bei dem Brand im April 2019 schwer beschädigt worden und befindet sich seither im Wiederaufbau.

Die Schäden seien auch nicht so enorm wie jene nach einem Großbrand in der Peter-und-Paul-Kathedrale vor 48 Jahren, sagte Ferlay weiter. Damals sei das Dach so schwer beschädigt worden, dass eine Beton-Bewehrung habe eingesetzt werden müssen. Die Renovierungsarbeiten an dem Gotteshaus dauerten 13 Jahre.

Die Bürgermeisterin von Nantes, Johanna Rolland, sprach von einem "schwierigen Morgen", der Erinnerungen an das Feuer von 1972 wachgerufen habe. Nach derzeitigem Stand sei die Situation aber nicht mit damals zu vergleichen, betonte auch sie.

Frankreichs neuer Premierminister Jean Castex kündigte einen Besuch in Nantes am Nachmittag an. Er wolle genau wissen, "was passiert ist", sagte Castex. Zunächst wolle er aber seine "Solidarität mit der Bevölkerung von Nantes" zeigen. Innenminister Gérald Darmanin erklärte ebenfalls, er werde gemeinsam mit Kulturministerin Roselyne Bachelot nach Nantes fahren.

Macron dankt Einsatzkräften

Präsident Emmanuel Macron dankte den Feuerwehrleuten im Kurzbotschaftendienst Twitter für ihren Einsatz. Die Einsatzkräfte nähmen viele Risiken in Kauf, "um das gotische Juwel der Herzogen-Stadt zu retten", schrieb Macron.

Der Bau der Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale begann im Jahr 1434 und zog sich bis Ende des 19. Jahrhunderts hin. Die 63 Meter hohen Türme stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert.

2015 hatte es bereits in einer anderen Kirche in Nantes gebrannt: Damals wurden Teile der Basilika Saint-Donatien aus dem 19. Jahrhundert zerstört. Die westfranzösische Großstadt hat insgesamt zwei Basiliken und eine Kathedrale.

(lin/afp)

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