International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Attentäter von Straßburg weiter auf der Flucht – diese Fragen sind noch offen

Nach dem schweren Anschlag in Straßburg jagt die Polizei in Frankreich und Deutschland den Attentäter.

Diese Fragen sind noch unbeantwortet:

Was wir über den Fall schon wissen:

Der polizeibekannte Gefährder Chérif Chekatt war am Dienstagabend auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schließlich spurlos verschwunden.

"Der Terrorismus hat erneut unser Gebiet getroffen."

Rémy Heitz, Pariser Antiterror-Staatsanwalt

Zeugen hätten den Angreifer "Allahu Akbar" (Allah ist groß) rufen hören, hieß es. Der Täter entkam mit einem Taxi, ließ sich vom Taxifahrer etwa zehn Minuten herumfahren und stieg dann aus, berichtete der fanzösische Anti-Terror-Staatsanwalt. Mit einem Großaufgebot hatten Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versucht, den Angreifer zu stoppen – ohne Erfolg. Chérif Chekatt blieb auch am Mittwoch verschwunden.

French Interior Minister Christophe Castaner and Paris Prosecutor Remy Heitz walk in a street the day after a shooting in Strasbourg, France, December 12, 2018.   REUTERS/Vincent Kessler

Frankreichs Innenminister Castaner un der Antiterror-Staatsanwalt Heitz besichtigen den Tatort. Bild: reuters

Die Bilanz des Anschlags:

Chekatt hatte am Dienstagabend das Feuer in der Straßburger Innenstadt eröffnet. Zwei Menschen wurden getötet, ein Opfer sei hirntot, zwölf weitere Menschen wurden verletzt.

Das ist der Gesuchte

French police posted December 12, 2018 on their Police Nationale Twitter account, a call for witnesses for Strasbourg-born Cherif Chekatt, 29, the day after a gun attack on a Christmas market in Strasbourg, France.  French Police Nationale/via Reuters   THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVES

Bild: reuters

Die französische Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung. Auch süddeutsche Bundespolizei-Stationen, das Bundeskriminalamt und die Schweizer Bundespolizei verbreiteten am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National. Die Polizei sucht Zeugen.

In dem Aufruf heißt es: "Der Mann ist gefährlich, bitte nicht selbst eingreifen". Der Gesuchte sei 29 Jahre alt, 1,80 Meter groß, habe kurze Haare, sei vielleicht Bartträger und habe eine Narbe auf der Stirn. Der mehrfach vorbestrafte Angreifer soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. Der gebürtige Straßburger saß wegen schweren Diebstahls auch in Deutschland in Haft.

Der Verdächtige ist möglicherweise in Deutschland

Members of French special police forces of Research and Intervention Brigade (BRI) patrol at the French-German border the day after a shooting in Strasbourg, France, December 12, 2018.   REUTERS/Vincent Kessler

Schwer bewaffnete Einheiten sichern die Europabrücke zwischen Straßburg und Kehl. Dass Chekatt sich nach Deutschland abgesetzt hat, ist möglich. Bild: reuters

Die Chance besteht auf jeden Fall. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hatte zwar am Mittwoch verkündet, außer der Haft und der in Deutschland verübten Verbrechen bestünde kein Kontakt nach Deutschland. Das stimmt jedoch so offenbar nicht. Das RBB-Inforadio berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Chekatt sei unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen worden. Er habe den Anruf jedoch nicht angenommen. Unklar sei, wer ihn angerufen habe und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach, wie der Sender weiter berichtete.

Was weiß man über Chekatts Zeit in Deutschland?

Der deutschen Justiz ist Chekatt gut bekannt – nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart war er in Baden-Württemberg 2016 wegen zweifachen Einbruchdiebstahls zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde er nach Frankreich abgeschoben und erhielt ein Einreiseverbot für Deutschland. Insgesamt wurde der Mann nach Angaben der französischen Justizbehörden 27 Mal wegen Einbrüchen und ähnlicher Straftaten verurteilt – in Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Und die Bundespolizei Baden-Württemberg twitterte am Abend: "Unsere Einsatzmaßnahmen nach der Attacke in #Straßburg werden auch über die Nacht andauern." Das Innenministerium in Paris schloss nicht aus, dass der Täter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Gesucht werde auch der Bruder des Attentäters. Die Schweizer Bundespolizei schrieb per Twitter, die nördliche Grenze werde stärker kontrolliert.

Straßburg will zur Normalität zurückkehren

French soldiers stand guard near closed wooden barracks shops at the traditional Christkindelsmaerik (Christ Child market) in front of the Cathedral the day after a shooting in Strasbourg, France, December 12, 2018.   REUTERS/Christian Hartmann

Der Weihnachtsmarkt blieb am Mittwoch nach dem Anschlag geschlossen. Am Donnerstag soll er wieder öffnen. Bild: reuters

Unklar ist, ob der Angreifer sich noch in der Elsass-Metropole aufhält. Daher bleibt auch der Weihnachtsmarkt am Donnerstag noch geschlossen. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Straßburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

Das kulturelle Leben mit Konzerten und anderen Veranstaltungen solle – soweit wie möglich – wieder anlaufen. Der Weihnachtsmarkt, eine bekannte Touristenattraktion, war bereits am Mittwoch geschlossen.

Frankreich verstärkt Sicherheitsvorkehrungen

Die französische Regierung verstärkt außerdem die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz – rund 1300 weitere Soldaten sollen sich in den kommenden Tagen der sogenannten Operation Sentinelle (Wache) anschließen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm.

Experte rechnet mit weiteren Anschlägen

Der deutsche Terrorismusexperte Peter Neumann warnte vor der Gefahr weiterer Anschläge auch in anderen Ländern. "Auf einen Anschlag folgt oft ein ähnlicher Anschlag. Das liegt daran, dass eine Tat andere dschihadistische Trittbrettfahrer inspiriert", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

(mit dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

WLAN auf dem Mars? Bibis Beauty Palace liefert TV-Blamage für die Ewigkeit

Link zum Artikel

Hauptsache weiterhin männlich – die verzweifelte Suche der Kirche nach Priestern

Link zum Artikel

"Wenn's dir gefällt, mach es einfach" – wieso Alexander in die sibirische Kälte zog

Link zum Artikel

Nach rassistischem Pullover – Rapper nehmen Entschuldigung von Gucci nicht an

Link zum Artikel

"Aber so ist es halt grad" – wir haben 3 Obdachlose an ihre Schlafplätze begleitet

Link zum Artikel

9 Promis, die gerne (un)heimlich im Foto-Hintergrund rumlungern

Link zum Artikel

Ja, ich gestehe, ich habe Modern Talking gehört

Link zum Artikel

Teste den Sound von DOCKIN und sag uns deine Meinung!

Link zum Artikel

Netflix macht's einfach selbst – und will 3 Filme mit deutschen Stars drehen

Link zum Artikel

Das Wunder von Montana: Gefrorene Katze Fluffy wurde aufgetaut und überlebt

Link zum Artikel

Wenn du deinen Job auch so im Griff hast wie diese 17 Menschen, darfst du heute früher heim

Link zum Artikel

Rechtsextremismusverdacht: Bundeswehr suspendiert offenbar Elitesoldaten

Link zum Artikel

Stelle dich unserem ultimativen GNTM-Quiz für Superfans!

Link zum Artikel

Spieler selbst aufstellen – dieser Verein ist der Traum jedes FIFA-Fans

Link zum Artikel

Kartellamt schränkt Facebook beim Datensammeln ein

Link zum Artikel

Kartellamt verpasst Facebook blaues Auge – muss Zuckerberg das Datensammeln einstellen?

Link zum Artikel

"Weißbier trinken und die Klappe halten" – Assauers 14 ikonischste Zitate

Link zum Artikel

Real gratuliert Ronaldo nicht zum Geburtstag – und die CR7-Fans sind empört

Link zum Artikel

Jetzt erkennen die Briten langsam den Brexit-Irrsinn – Panik kommt auf

Link zum Artikel

Jodel: Auf einer Party rast sie aufs Klo – und merkt zu spät, dass es gar keins war...

Link zum Artikel

Weil 5 Pfarrer Geflüchteten halfen, wurden nun ihre Häuser durchsucht

Link zum Artikel

Die Karriere von Rudi Assauer in 15 bewegenden Bildern

Link zum Artikel

Suche nach Fußballer Sala –  Erste Leiche aus Flugzeugwrack geborgen

Link zum Artikel

Kartellamt gegen Facebook: Steht der "Gefällt mir"-Button auf der Kippe?

Link zum Artikel

Wenn du Andrea Nahles heißt, dürften dir diese Umfrage-Ergebnisse nicht gefallen

Link zum Artikel

Trump nominiert Ökonom Malpass als Weltbank-Chef – sein Idee ist an Ironie kaum zu toppen

Link zum Artikel

"Kritische Schwelle" erreicht: So heiß wird die Erde in den nächsten 5 Jahren

Link zum Artikel

Gasexplosion in San Francisco – Flammen schießen meterhoch aus dem Boden

Link zum Artikel

Zigaretten rauchen erst ab 100 Jahren und 7 weitere kuriose Gesetze

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Donald Trump droht Europa, gefangene IS-Kämpfer in Syrien freizulassen

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" dürfte in Syrien bald militärisch besiegt sein. US-Präsident Donald Trump hat deshalb die europäischen Verbündeten aufgerufen, Hunderte von gefangenen IS-Kämpfern zurückzunehmen. Andernfalls wären die USA gezwungen, die Kämpfer auf freien Fuß zu setzen, twitterte Trump in der Nacht zum Sonntag. Auch Deutschland sprach er in seiner Botschaft direkt an. Trump schrieb:

Das Kalifat stehe kurz vor dem Fall. "Die Alternative ist keine gute, indem wir gezwungen …

Artikel lesen
Link zum Artikel