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Protesters march at a demonstration during a women's strike (Frauenstreik) in Zurich, Switzerland June 14, 2019. REUTERS/Arnd Wiegmann

Beim Frauenstreik in der Schweiz gingen tausende Frauen auf die Straße. Bild: X90184

Sie nahmen am Frauenstreik Teil – dann kündigte ein Schweizer Museum 2 Frauen

Für zwei Mitarbeiterinnen des Kunstmuseums Basel hat der Frauenstreik vom 14. Juni 2019 einschneidende Folgen: Sie haben ihre Stelle verloren und sind per sofort freigestellt worden. Das berichtet das Regionaljournal von Radio SRF.

Die zwei Frauen, die im Radiobeitrag nicht mit ihren richtigen Namen genannt werden, befanden sich beide noch in der Probezeit. Sie waren im Aufsichtsdienst tätig, also für die Sicherheit der Kunstwerke des Museums zuständig.

Als sie am Tag des Frauenstreiks am 14. Juni zur Arbeit erschienen seien, habe es deutlich mehr Aufsichtspersonal gehabt als an normalen Tagen, sagt eine der beiden Gekündigten gegenüber Radio SRF. Sie seien davon ausgegangen, dass die Museumsverantwortlichen damit rechneten, dass einige Frauen am Streik teilnehmen würden.

"Kunstwerke nie in Gefahr gewesen"

Deshalb hätten sie und ihre Kollegin um 15 Uhr dem Tagesverantwortlichen der Aufsicht gesagt, dass sie um 15 Uhr 24 Uhr ihren Posten verlassen möchten, um an der Frauenstreik-Demo teilzunehmen. Der Tagesverantwortliche habe zwar alles andere als erfreut reagiert. Er habe unter anderem auch gesagt, dass diese Handlung möglicherweise die Kündigung nach sich ziehen würden.

"Als der Tagesverantwortliche sagte, er könne umdisponieren und alle Aufsichtsposten besetzen, sind wir gegangen und haben am Streik teilgenommen", sagt eine der Gekündigten gegenüber SRF. Ihr sei bewusst, dass die Kunstwerke jederzeit bewacht werden müssten. Sie betont deshalb, die Kunstwerke seien nie in Gefahr gewesen.

Allerdings habe sie der Tagesverantwortliche bereits gewarnt, dass eine Streikteilnahme, auch wenn sie nur am Abend stattfinde, die Kündigung zur Folge haben könne. "Uns war der Streik so wichtig, dass wir das in Kauf genommen haben", so eine der Frauen im Radio. Weil man sie am Wochenende nach dem Frauenstreik normal zur Arbeit gelassen habe, haben sich die beiden Frauen in Sicherheit gewähnt.

Das war verfrüht, wie sich am Mittwoch herausstellen sollte. Nach dem Schichtende sei einer der beiden Frauen die Kündigung mitgeteilt worden, bei der anderen Frau geschah dies am Donnerstag.

"Vertrauen verloren"

Der Marketingleiter des Kunstmuseums Basel, Wolfgang Giese, stellt den Sachverhalt anders dar als die gekündigten Frauen. Der Tagesverantwortliche habe nicht umdisponieren können und habe das auch den Frauen gegenüber nicht gesagt. "Sie hätten den Streik früher anmelden müssen, dann hätten sie ohne Folgen teilnehmen können", so Giese im SRF.

Gekündigt und freigestellt habe man die Frauen, weil sie sich noch in der Probezeit befanden. Bei langjährigen Mitarbeiterinnen hätte man diesen Schritt nicht unternommen. Giese sagt: «Wir haben das Vertrauen in sie verloren. Hätten sie die Streikteilnahme früher angemeldet, "hätten wir Wege gefunden, Ersatz für sie zu finden. Sie arbeiten auf einem sicherheitsrelevanten Posten."

(cbe)

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