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Sie schrieben Geschichte: 9 Frauen, die Männern zeigten, wo der Hammer hängt

Oft mussten sie im Verborgenen arbeiten und schafften hinter den Kulissen Großartiges: Diese 9 Frauen haben sich in Männerdomänen behauptet und Geschichte geschrieben.

Sarah Serafini / watson.ch

Die Programmiererin

Ada Lovelace (1815-1852)

LONDON, ENGLAND - MARCH 09:  A gallery employee looks at Margaret Carpenter's painting 'Ada Lovelace (1815 -1852) Mathematician; daughter of Lord Byron 1836' at The Whitechapel Gallery exhibition of works from The Government Art Collection on March 9, 2012 in London, England. The exhibition is composed of works chosen by the non-political staff at 10 Downing Street and runs from March 9 - 10 June 2012.  (Photo by Peter Macdiarmid/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe

Das Interesse für Naturwissenschaften hat Ada Lovelace, Tochter des berühmten britischen Dichters Lord Byron, von ihrer Mutter. Von ihr wird sie zum Mathematikunterricht geschickt. Mit 19 Jahren heiratet sie William King, der mit ihr die Passion für Mathematik teilt. Weil ihr als Frau der Zutritt in Bibliotheken verwehrt ist, schreibt ihr Mann für sie Artikel aus Büchern ab und bringt ihr diese nach Hause.

Ebenfalls erwirkt er, dass Lovelace in einer britischen Gelehrtengesellschaft zur Wissenschaftspflege aufgenommen wird, wo sie Schülerin und Assistentin des Mathematikprofessors Charles Babbage ist. Als dieser eine gigantische Rechenmaschine bauen will, ist sie es, die einen Algorithmus entwickelt, mit dem der Apparat die Berechnungen durchführen soll.

Die Maschine von Babbage wurde nie gebaut, doch Lovelaces Algorithmus gilt heute als das erste Computerprogramm der Geschichte.

Die erste Nationalbankchefin

Maria Schaumayer (1931-2013)

50 Jahre Kommunalkredit Wien, 02. 10. 2008 Maria SCHAUMAYER

50 Years  Vienna 02 10 2008 Mary

Bild: imago stock&people/SKATA

Bankerin, Ökonomin, Politikerin: Maria Schaumayer hat bereits eine glänzende Karriere hinter sich, als sie 1990 an die Spitze der Nationalbank von Österreich tritt. Damit ist sie die erste Frau weltweit, die für die Geldpolitik eines Staates verantwortlich ist.

Schaumayer bezeichnet sich als Eisbrecherin für Frauen. Anlässlich ihres 60. Geburtstags gründet sie 1991 die Stiftung für Frauen in der Wirtschaft, die Förderpreise vergibt. Frauenförderung liegt ihr auch deshalb am Herzen, weil sie beruflich und als Politikerin der Österreichischen Volkspartei immer wieder erfährt, wie schwer es ist, weiterzukommen.

Die Auto-Pionierin

Clärenore Stinnes (1901-1990)

Bild

youtube/Clärenore Stinnes: der Film

Als die Deutsche Clärenore Stinnes 24 Jahre alt ist, nimmt sie zum ersten Mal an einem Autorennen teil und fährt auf den dritten Rang. Bald ist sie die beste Rennfahrerin Europas.

1927 bricht sie mit dem Auto zu einer Weltreise auf. Begleitet wird sie von zwei Technikern und dem schwedischen Kameramann Carl-Axel Söderström. Sie fährt über den Balkan und Moskau, durch Sibirien und die Wüste Gobi nach Peking und weiter. Die Etappenziele werden durchgehend filmisch dokumentiert. Nach über zwei Jahren und fast 46.000 Kilometern erreicht sie Berlin. Damit ist sie die erste Person, die die Welt mit dem Auto umrundet hat.

Später heiratet sie den Kameramann Söderström und zieht mit ihm nach Schweden.

Die Erfinderin

Hedy Lamarr (1914-2000)

Loew s - Metro-Goldwyn-Mayer / DR TORTILLA FLAT de Victor Fleming 1942 USA avec Hedy Lamarr d apres le roman de John Steinbeck MGM Code 1225 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY TORTILLA FLAT (1942) 04 NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG & REDAKTIONELLE BUCHCOVER NUR IM KONTEXT DER FILMBERICHTERSTATTUNG!

Bild: imago stock&people/Prod.DB

Hedy Lamarr ist für Vieles bekannt. Am meisten Aufsehen bringt ihr der Film "Ekstase" ein, in der die Österreicherin die erste Nacktszene der Filmgeschichte spielt. In der damaligen Zeit, sprich 1933, ein Skandal.

Weniger bekannt ist, dass Lamarr neben der Schauspielerei noch ganz andere Talente besitzt. Nach dem Tod ihres Mannes zieht sie nach Hollywood, wo sie sich mit dem Komponisten George Antheil anfreundet. Dieser will für sein Ballet 16 Klaviere untereinander und mit einem Film synchronisieren. So kommt es, dass Lamarr eine Funkfernsteuerung für Torpedos entwickelt. Diese ist durch selbsttätig wechselnde Frequenzen schwer anzupeilen und weitgehend störungssicher.

Doch wie hatte sich Lamarr dieses Wissen angeeignet? Über ihren verstorbenen Ex-Mann. Dieser hatte als Waffenhersteller Zugang zu höchst geheimen Informationen im Bereich der Funktechnik.

1942 wird ihr Patent angemeldet. Heute gilt Lamarr als Wegbereiterin des Mobilfunks. So wird der gleichzeitige Frequenzwechsel beispielsweise bei Bluetooth-Verbindungen verwendet. Der 9. November, Lamars Geburtstag, wird heute in Österreich, Deutschland und der Schweiz als Tag der Erfinder und Erfinderinnen gefeiert.

Die erste Frau im All

Walentina Tereschkowa (*1937)

Postage stamp of Valentina Tereshkova

Bild:iStock / Getty Images Plus

Der erste Satellit, der erste Hund, der erste Mensch: Die Sowjetunion leistet mehrmals Pionierarbeit, wenn es darum geht, Dinge in die Erdumlaufbahn zu schießen. So auch 1963, als das heutige Russland Walentina Tereschkowa auf ihre Mission schickt. Sie soll als erste Frau überhaupt mit einem Raumschiff ins Weltall fliegen.

Davor arbeitet Tereschkowa als Zuschneiderin und Büglerin in einer Spinnerei. Ihr Hobby ist das Fallschirmspringen. Sie bewundert Juri Gagarin, der erste Mensch im All, bewirbt sich mehrmals für die Kosmonautenschule, bis sie 1962 besteht und ihre Ausbildung beginnen kann.

Drei Tage dauert ihre Reise ins All. Sie umkreist die Erde 48 Mal, bevor sie wieder sicheren Boden unter die Füße bringt. Heute trägt sie den militärischen Rang eines Generalmajors, ist mit der Unesco-Medaille für Raumfahrwissenschaft ausgezeichnet und arbeitet als Abgeordnete für die Putin Partei Einiges Russland.

Die erste Marathonläuferin

Kathrine Switzer (*1947)

Bildnummer: 13547529  Datum: 04.05.2013  Copyright: imago/Camera 4
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imago images / Camera 4

Als Kathrine Switzer zwölf Jahre alt ist, rennt sie jeden Tag eine Meile. Während ihres Studiums trainiert sie mit dem männlichen Leichtathletik-Team. 1967 erklärt sie ihrem Coach, dass sie am Boston-Marathon teilnehmen wolle – der bis dahin nur für Männer vorgesehen war.

Gesagt, getan. Mutig stellt sich Switzer an die Startlinie und rennt los. Doch schon nach einigen Kilometern wird sie vom Renndirektor entdeckt, der versucht, ihr die Startnummer vom Pullover zu reißen. Die Bilder des Vorfalls gehen nach dem Lauf um die Welt und lösen heftige Debatten aus. Ihr damaliger Ehemann eilt Switzer zur Hilfe, so dass sie das Rennen fortsetzen kann. Nach vier Stunden und zwanzig Minuten erreicht sie das Ziel und ist damit die erste Frau der Welt, die einen Marathon gerannt ist.

Es dauert nochmals fünf Jahre bis 1972 erstmals Frauen in Bosten zum Marathon zugelassen werden. Im selben Jahr gründet Switzer die Frauenlauf-Bewegung mit der sie durchsetzt, dass der Frauen-Marathon zur Olympia-Disziplin wird.

Die Kernspalterin

Lise Meitner (1878-1968)

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Briggs, C.A/wikimedia/cc

Zwar ist es Lise Meitner erlaubt, Physik, Mathematik und Philosophie zu studieren. Doch zu forschen und zu lehren, das war den Männern vorbehalten. Die kluge Österreicherin arbeitet darum nach dem Studium nur als Gehilfin des Chemikers Otto Hahn in Berlin. Um nicht Aufsehen zu erregen, muss sie ihren Arbeitsort jeweils durch die Hintertür betreten und verlassen.

Als Hahn das Zerplatzen eines Uran-Kerns gelingt, fragt er seine Gehilfin Meitner 1938 in einem Brief: "Wäre es möglich, dass das Uran 239 zerplatzt in ein Ba und ein Ma? Könntest du etwas ausrechnen und publizieren?" Meitner setzt sich hin und beginnt zu rechnen und zu schreiben. Ein Jahr später veröffentlicht sie die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung.

Diese Entdeckung und der radiochemische Nachweis der Kernspaltung wird 1944 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet – der allerdings nur an Hahn geht. Meitner wird nicht einmal erwähnt. Erst Jahre später wird ihre wissenschaftliche Leistung anerkannt.

Die beste Mathematikerin

Maryam Mirzakhani (1977-2017)

Jul 15, 2017 - Stanford, California, U.S. - File - MARYAM MIRZAKHANI, the first woman to receive the prestigious Fields Medal for mathematics in 2014, has died in the US. The 40-year-old Iranian, a professor at Stanford University, had breast cancer which had spread to her bones. Nicknamed the Nobel Prize for Mathematics , the Fields Medal is only awarded every four years to between two and four mathematicians under 40. It was given to Prof Mirzakhani for her work on complex geometry and dynamical systems and is the first woman in the prize 80-year history to earn the distinction. Pictured: November 24, 2012 - Maryam Mirzakhani. Stanford U.S. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAz03_ 20170715_sha_z03_532 Copyright: xStanfordxNewsxServicex

JUL 15 2017 Stanford California U S File Maryam  The First Woman to receive The prestigious Fields Medal for Mathematics in 2014 has died in The U.S. The 40 Year Old Iranian a Professor AT Stanford University had Breast Cancer Which had spread to her Bones nicknamed The Nobel Prize for Mathematics The Fields Medal IS Only awarded Every Four Years to between Two and Four Mathematicians Under 40 IT what Given to Prof  for her Work ON Complex geometry and Dynamical System and IS The First Woman in The Prize 80 Year History to Earn The distinction Pictured November 24 2012 Maryam  Stanford U S PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY ZUMAz03_ 20170715_sha_z03_532 Copyright xStanfordxNewsxServicex

Bild: imago stock&people/zuma press

Schon als Kind begeistert sich Maryam Mirzakhani für Mathematik. Das Spezialgebiet der Iranerin ist die algebraische und hyperbolische Geometrie. Sie legt eine glänzende Karriere hin, macht in Teheran ihren Bachelor-Abschluss und geht im Anschluss an die Harvard Universität. Als 31-Jährige wird sie für eine Professur an die Elite-Universität Stanford berufen.

Als erste und bisher einzige Frau erhält Mirzakhani 2014 die Fields-Medaille, die höchste Auszeichnung für Mathematiker. Sie wird geehrt für "herausragende Beiträge zur Geometrie und Dynamik Riemannscher Flächen und ihrer Modulräume", wobei sie "Methoden verschiedener Gebiete wie algebraische Geometrie, Topologie und Wahrscheinlichkeitsrechnung zusammengebracht" habe.

2013 wird bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, an dessen Folgen Mirzakhani am 14. Juli 2017 im Alter von vierzig Jahren verstirbt.

Die Chemikerin

Frances H. Arnold (*1956)

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Frances Hamilton Arnold

Frances Hamilton Arnold wächst im Bundesstaat Pennsylvania auf, protestiert gegen den Vietnamkrieg und zieht aus Rebellion gegen ihre Eltern allein nach Washington D.C. Sie finanziert sich das Gymnasium selbst, indem sie in einem Jazzklub kellnert und Taxi fährt.

Später studiert sie Luftfahrttechnik und Maschinenbau und promoviert schließlich in Chemie-Ingenieurwissenschaften. Heute gilt Arnold als Pionierin auf dem Gebiet der gerichteten Evolution in der Chemie. Ihr Ziel ist es, Enzyme für die chemische Industrie besser nutzbar zu machen.

In der DNA eines Enzyms fügt Arnold Mutationen ein und erzeugt so neue Genvarianten. Aus den Genen gewinnt sie Enzyme und testet diese. Die besten wählt sie aus und mutiert die Gene weiter. Nach mehreren solchen Runden erhält sie ein Enzym, das 256 Mal besser wirkt als das Original.

Unter anderem schafft es das Team von Arnold, neuartige Biotreibstoffe und Kunsstoffe herzustellen, bei bei denen keine fossilen Rohstoffe verwendet werden. 2018 erhält sie für ihre Leistung den Nobelpreis für Chemie.

Sprüche, die Frauen nicht mehr hören können

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