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bild: SOs méditerranée

356 Menschen an Bord: Seenotretter der "Ocean Viking" berichtet von angespannter Lage

Die "Ocean Viking" der Organisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen mit 356 geretteten Migranten sucht weiterhin nach einem sicheren Hafen. Die beiden nächstgelegenen europäischen Länder – Italien und Malta – verweigern Rettungsschiffen aber die Einfahrt in ihre Häfen und wollen, dass andere EU-Staaten vorab eine Aufnahme der Migranten zusichern.

Die Situation an Bord ist angespannt, viele der Geretteten leiden an Seekrankheit, wie die Hilfsorginsation SOS Méditerranée auf Twitter berichtet. Auch das Wetter verschlechtere sich.

In einen Tweet fordert SOS Méditerranée auf, die Geretteten in einem sicheren Hafen von Bord gehen zu lassen. In den nächsten 24 Stunden sei wegen der verschlechterten Wetterbedingungen mit erhöhtem Seegang zu rechnen.

Neben Seekrankheit litten viele der Geretteten an Bord unter ihren Fluchterfahrungen. "Überwältigende Mehrheit der Geretteten berichtet, dass sie entweder willkürliche Inhaftierungen, Erpressungen, Zwangsarbeit unter sklavereiähnlichen Bedingungen oder Folter erlebt haben", twitterte SOS Méditerannée am Dienstag.

Vier Rettungen an vier Tagen

Das Schiff ist seit vergangener Woche im Mittelmeer vor Libyen unterwegs. Erst am Montag hatte die "Ocean Viking" 105 Menschen vor dem Ertrinken gerettet.

Neben der "Ocean Viking" befindet sich derzeit auch das Rettungsschiff "Open Arms" im Mittelmeer. Seit fast zwei Wochen sucht das Schiff einen Hafen für seine 151 Geretteten. Die Situation an Bord werde "mit jedem Tag schwerer", twitterte die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Dienstag.

Die NGO forderte die spanische Botschaft in Malta zur Aufnahme der 31 Minderjährigen an Bord auf. "Sie erfüllen die Bedingungen, um als Flüchtlinge anerkannt zu werden", zitierten spanische Medien ein Schreiben von Kapitän Marc Reig an die diplomatische Vertretung.

(pcl/afp/dpa)

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