Sea-Eye rettet 40 Menschen vor libyscher Küste

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat nach eigenen Angaben 40 Menschen von einem überfüllten Schlauchboot im Mittelmeer gerettet. Die Besatzung des Rettungsschiffs "Alan Kurdi" habe die Migranten am frühen Mittwochmorgen in internationalen Gewässern entdeckt und an Bord genommen, teilte Sea-Eye mit. Die "Alan Kurdi" nehme nun Kurs auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Dort liege der "nächste sichere Hafen".

Unter den Geretteten sind den Angaben zufolge eine Schwangere, drei Kleinkinder und ein Mann mit einer Schusswunde am Oberarm. Laut Sea-Eye stammen die 40 Geflüchteten aus Nigeria, Mali, dem Kongo, Ghana, Liberia und der Elfenbeinküste.

Carlotta Weibl, Sprecherin Sea Eye:

"Wir fordern, dass die 40 Menschen an Bord der 'Alan Kurdi', gemäß den internationalen Gesetzen, umgehend an Land gebracht werden können."

Und weiter: "Wie auch in Vergangenheit sehen wir die gesamte EU in der Verantwortung und fordern eine schnelle humanitäre Lösung für die Geretteten auf unserem Schiff."

In der EU schwelt seit langem ein Streit über die Verteilung von Geflüchteten, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. Italien verweigert Schiffen mit Flüchtlingen inzwischen die Einfahrt in seine Häfen, solange nicht geklärt ist, welche anderen Staaten die Menschen aufnehmen. Die Schiffe liegen deshalb oft tage- oder wochenlang mit den erschöpften Migranten vor der Küste.

(hd/afp)

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