ARCHIV - 20.08.2020, Frankreich, Bormes-Les-Mimosas: Emmanuel Macron, Pr

Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron bei einem Treffen im August. Bild: dpa / Michael Kappeler

Merkel und Macron: Übernahme von 400 Minderjährigen aus Moria in EU

Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen nach den Bränden im griechischen Flüchtlingslager Moria in einer gemeinsamen Aktion mit anderen EU-Ländern 400 unbegleitete Minderjährige übernehmen. Die Zahl sollte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vom Donnerstag für alle teilnehmenden Länder gelten. Wie viele der Flüchtlinge davon Deutschland übernehmen würde, stehe noch nicht fest, hieß es weiter.

Nach diesen Informationen wird derzeit mit weiteren Ländern über eine Teilnahme an der Aktion verhandelt. Griechenland selbst bitte demnach nicht ausdrücklich um die Übernahme weiterer Personen, hieß es weiter. In Athen werde befürchtet, dass ansonsten Sabotage auch in anderen Flüchtlingslagern angereizt werden könne.

Macron hatte zuvor erklärt, Frankreich plane gemeinsam mit Deutschland einen Vorschlag, um Flüchtlinge nach dem Brand in Moria aufzunehmen. Es sollten auch andere europäische Partner gewonnen werden: "Wir müssen mit Griechenland solidarisch sein", sagte er auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika. Es gehe nun um eine "gute Antwort der Solidarität" an Griechenland, sagte der 42-Jährige.

In der Nacht zu Mittwoch hatte es im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos mehrere Brände gegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden sie gelegt. Das Lager ist auf 2800 Bewohner ausgelegt, zuletzt lebten mehr als 12 000 Migranten dort. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte gefordert, dass Deutschland vorangehen und 2000 Migranten aufnehmen solle. Mehrere deutsche Bundesländer hatten sich bereit erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen.

Spenden für Moria
Ihr wollt nach dem fatalen Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos helfen? Es gibt mehrere Hilfsorganisationen, die Geflüchteten helfen.

Spenden könnt ihr beispielsweise hier:

- Uno-Flüchtlingshilfe
- Aktion Deutschland hilft
- Ärzte ohne Grenzen
- Unicef

(hau/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Apollo 10.09.2020 17:54
    Highlight Highlight Hilfe ist selbstverständlich.......aber, warum muss Deutschland immer so vorpresch en, frag ich mich....die anderen lehnen sich entspannt zurück und denken A.....lecken, das Geld fließt so oder so.....haben wahrscheinlich auch keine Konsequenzen zu fürchten......ist echt ein Unding, dass es da keine Möglichkeit gibt, denen zu zeigen, dass diese möglich sind.....
    So wird dass nie was, die EU ist nur noch Zahlpartner, mehr nicht.....einfach nur traurig....😠

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