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A schoolgirl wears a mask as a preventive measure against the coronavirus outbreak, in Bangkok, Thailand February 3, 2020. REUTERS/Soe Zeya Tun

Eine Frau trägt zum Schutz eine Atemmaske. Bild: reuters

Coronavirus, Grippe, SARS: Was ist gefährlicher? Symptome im Vergleich

Das neue Coronavirus aus China bestimmt weltweit die Schlagzeilen. Auch in Deutschland sind Menschen erkrankt. Gleichzeitig grassiert ein Virus, das weitaus ernster genommen werden sollte, sagen Experten.

Melanie Weiner / t-online

Während jeder neue Verdacht auf das Coronavirus aufhorchen lässt, breitet sich die Grippewelle in Deutschland immer weiter aus. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind an dem Influenzavirus in der laufenden Saison bislang mehr als 3500 Patienten so schwer erkrankt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Grippewelle 2017/18 war die schlimmste seit 30 Jahren. Das RKI schätzt, dass rund 25.000 Menschen hierzulande an der Influenza starben. Die Grippewelle 2018/2019 verlief dagegen vergleichsweise mild, schreibt das Institut. Wie viele Grippe-Todesfälle in diesem Jahr gemeldet werden, bleibt abzuwarten. Und wie gefährlich ist im Vergleich die neue Lungenkrankheit aus China?

Grippevirus ist leichter übertragbar

Das Coronavirus, so scheint es bislang, ist nicht besonders leicht übertragbar. Allerdings fehlen laut RKI Informationen dazu, wie das neuartige Coronavirus genau weitergegeben wird. Das Influenzavirus hingegen wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt, es kann beim Sprechen, Niesen, Husten oder auch beim Händeschütteln von einem Menschen auf den anderen übergehen.

Sars-Virus vermutlich tödlicher als Coronavirus

Doch es gibt nicht nur das eine Coronavirus aus Wuhan. Auch Sars war eine schwere, durch Coronaviren verursachte Infektionskrankheit, die erstmals im November 2002 in China beobachtet wurde und sich zu einer Pandemie entwickelte. Sars war weniger leicht übertragbar als Influenza, dennoch verursachte das Virus große Ausbrüche, schreibt das RKI.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO ) erkrankten innerhalb eines halben Jahres weltweit 8.096 Menschen an Sars. 774 von ihnen starben. Die Sterblichkeitsrate lag somit bei etwa zehn Prozent. Nach bisherigem Stand ist die Sterblichkeitsrate beim Coronavirus deutlich niedriger.

Inkubationszeit beim Coronavirus noch ungeklärt

Die Inkubationszeit der Grippe – der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – beträgt nach Angaben des RKI durchschnittlich ein bis zwei Tage. Bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus wird bislang von einer sehr variablen Inkubationszeit ausgegangen. Nach einer Ansteckung kann der Zeitraum bis zum Auftreten der Symptome zwei Tage bis zwei Wochen andauern. Das erleichtert wiederum die Virusübertragung von gesund wirkenden, aber bereits infizierten Menschen auf Mitmenschen. Die Inkubationszeit von Sars betrug zwei bis sieben Tage.

Alle Erkrankungen zeigen anfangs ähnliche Symptome

Die anfänglichen Symptome der Grippe und des neuen Coronavirus ähneln sich. Zu Beginn zeigen sich bei beiden Erkrankungen Erkältungssymptome.

Bei der Grippe setzt das Krankheitsgefühl sehr plötzlich ein. Das RKI nennt Symptome wie:

Bei der Lungenkrankheit aus China scheint die Symptomatik nach bisherigen Erkenntnissen ähnlich. Jedoch kann sie laut RKI anfangs sogar ohne Symptome verlaufen. In den meisten Fällen treten zunächst Fieber, Kopfschmerzen , trockener Husten und Atemnot auf.

Menschen mit Vorerkrankung gefährdet

Die Viren können aber auch – anders als bei einer Grippe oder Sars-Infektion – die unteren Atemwege infizieren und bei manchen Betroffenen zu einer Lungenentzündung führen. Besonders ältere oder immungeschwächte Menschen sind davon gefährdet. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.

Die Krankheitssymptome von Sars sind eher unspezifisch, ähneln aber auch denen einer normalen Grippe und denen des neuen Coronavirus. In der Regel umfassen sie hohes Fieber, Husten und Schüttelfrost, können aber bis hin zu Verwirrungszuständen, Übelkeit sowie Durchfall führen. Eine einheitliche Therapie gibt es nicht, die Infektion kann deshalb nach Angaben des RKI sowohl mild als auch, im akuten Fall, tödlich verlaufen.

So kannst du dich schützen

Zum Schutz vor Corona- und auch Influenzaviren empfiehlt das RKI eine strenge Handhygiene. Dazu gehören regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, Abstand halten beim Husten und Niesen sowie das Fernhalten von Erkrankten. Solltest du Symptome wie Fieber, Husten und Atemnot bei dir feststellen, such dir frühzeitig ärztliche Hilfe.

Der Artikel erschien zuerst bei t-online.de

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