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Greta Thunberg attends a demonstration calling for action on climate change, during the

Greta Thunberg Ende Mai in Wien. Bild: Leonhard Foeger/reuters

Diese 7 Aussagen aus dem neuesten Interview mit Greta Thunberg musst du gelesen haben

In einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky News spricht die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg über die Kraft der von ihr inspirierten Bewegung, ihre Angst vor der Klimakatastrophe und ihre Skepsis gegenüber aktuell beschlossenen Maßnahmen.

Die wichtigsten 7 Aussagen im Überblick.

Über die Kraft der Klimajugend

"Wir jungen Menschen werden mit den Folgen des Klimawandel leben müssen. Viele Kinder verstehen besser als Erwachsene, dass es unsere Zukunft ist, die in Gefahr ist. Wir haben auch eine große Kraft. Als junger Mensch hat man gewissermaßen einen natürlichen Instinkt, zu rebellieren. Das ist sehr nützlich in einer Situation wie dieser."

Über die Last, das Gesicht einer globalen Bewegung zu sein

"Ich glaube, ich rede für alle Kinder und Jugendliche, welche weltweit streiken und sich organisieren, wenn ich sage: Wir sind nur Kinder, wir sollten das nicht tun müssen. Die Erwachsenen sollten diese Verantwortung übernehmen. Deshalb ist es natürlich eine grosse Last.
Klar kann man sagen, dass wir nicht dazu gezwungen werden, das zu tun. Aber weil wir wissen, dass unsere Zukunft in Gefahr ist, haben wir das Gefühl, weitermachen zu müssen."

Das ganze Interview im Video

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Video: YouTube/Sky News

Über das Netto-Null-Ziel 2050 beim CO2-Austoß

Die Sky-Journalistin Hannah Thomas-Peter weist in ihrer Frage darauf hin, dass einige Länder seit Beginn der Klimastreiks etwas geändert haben. Großbritannien etwa habe sich beim CO2 zu einem Netto-Null-Ausstoss bis 2050 verpflichtet. Ob das in Gretas Augen einen Fortschritt bedeute, so die Frage. Gretas Antwort:

"Das hängt davon ab, wie man Fortschritt definiert. Wenn Großbritannien nur noch so viel CO2 austossen will, um das im Pariser Abkommen festgeschriebene Ziel einer Erwärmung von maximal 1.5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu erreichen, dann frage ich mich: Verfügt es über geheime CO2-Budgets, von denen wir nichts wissen? Denn wenn Großbritannien das Ziel von Paris erreichen will, ist das nicht annähernd genug, um seinen Teil beizusteuern."

Journalistin Thomas-Peters bezeichnet Greta gegenüber das Netto-Null-Ziel als unter den gegebenen politischen Realitäten als sehr ambitioniert. Es stelle einen schrittweisen Fortschritt dar, der doch etwas wert sei. Gretas Reaktion:

"Man könnte argumentieren, dass das besser als nichts ist. Aber meiner Meinung nach richtet es mehr Schaden an, als dass es nützt. Denn ein solches Fernziel sendet das Signal aus, dass wir während den nächsten – was weiß ich wie viele Jahre – während den nächsten zwanzig Jahren so weitermachen können wie bisher. Das ist nicht gut."

Über ihre Botschaft an die Politiker

"Wenn die Politiker jetzt nicht handeln, werden sie in der Zukunft als mit die größten Bösewichte der Menschheitsgeschichte betrachtet werden. Wir werden nicht nachsichtig über sie urteilen."

Über ihre Angst vor der Klimakatastrophe

"Angstgefühle im Zusammenhang mit der Klimakrise sind natürlich ein großes Problem. Viele Leute empfinden solche Gefühle. Sie sind traurig, wütend oder ängstlich, weil nichts getan wird, obwohl wir in allen Aspekten unseres Alltagslebens zur Verschärfung der Krise beitragen. So habe ich mich auch gefühlt. Ich war so verzweifelt, dass ich mich davon überzeugt habe, etwas dagegen zu tun. Ich hatte die Idee eines Schulstreiks für das Klima. Ich habe dann beschlossen, es einfach mal auszuprobieren und zu schauen, wohin es führen würde. Und dann wurde daraus eine große Sache."

Über ihre übertroffenen Erwartungen

"Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, an welchem Punkt sich die Klimastreik-Bewegung heute befindet, hätte ich dieser Person niemals geglaubt."

Über die Faktoren, die zum Erfolg der Bewegung beigetragen haben

"Ich begann mit meinem Schulstreik am Ende eines sehr heißen Sommers, der Schweden viele Waldbrände, Dürren und Wetterextreme gebracht hatte. Viele Leute machten sich deshalb Sorgen um das Klima. Sie dachten sich: 'Okay, vielleicht ist das wirklich ernst'. Außerdem sind es Kinder und junge Leute, welche diese Botschaften verbreiten. Sie sagen: 'Warum sollten wir uns um unsere Zukunft kümmern und zur Schule gehen, wenn ihr euch nicht um unsere Zukunft kümmert?' Das ist eine sehr wirkungsvolle Botschaft. Viele Leute fühlen sich schuldig, wenn Kinder so etwas sagen."

(cbe)

Viel Urlaub, wenig CO2: So gehts!

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