FILE - In this Friday, July 17, 2020 file photo, Captain Sir Thomas Moore poses for the media after receiving his knighthood from Britain's Queen Elizabeth, during a ceremony at Windsor Castle in Windsor, England. Tom Moore, the 100-year-old World War II veteran who captivated the British public in the early days of the coronavirus pandemic with his fundraising efforts, has died, Tuesday Feb. 2, 2021. (Chris Jackson/Pool Photo via AP, File)

Tom Moore wurde im vergangenen Sommer von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. Bild: ap / Chris Jackson

Rekordspendensammler Captain Tom nach Corona-Infektion gestorben

Der 100 Jahre alte britische Rekordspendensammler Tom Moore (Captain Tom) ist tot. Das teilten seine Töchter Hannah und Lucy am Dienstag in einem Statement mit. Er hatte sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert. Wegen Medikamenten, die er zur Behandlung einer Lungenentzündung erhalten hatte, war Moore nicht gegen Covid-19 geimpft worden. Bereits am Wochenende war Moore ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Der 100 Jahre alte Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg hatte im vergangenen Jahr mit einem Spendenlauf knapp 32.8 Millionen britische Pfund (etwa 37 Millionen Euro) für den Nationalen Gesundheitsdienst NHS in der Corona-Pandemie gesammelt und damit weltweite Berühmtheit erlangt. Er war dafür 100 Runden mit seinem Rollator durch seinen Hinterhof marschiert. Moore schaffte damit sogar einen neuen Guinness-Weltrekord für die höchste Summe, die bei einem Spendenlauf je zusammenkam. So wurde Moore zu einem Symbol der Hoffnung für Großbritannien in düsteren Corona-Zeiten.

FILE - In this Friday, July 17, 2020 file photo, Captain Sir Thomas Moore receives his knighthood from Britain's Queen Elizabeth, during a ceremony at Windsor Castle in Windsor, England. Tom Moore, the 100-year-old World War II veteran who captivated the British public in the early days of the coronavirus pandemic with his fundraising efforts, has died, Tuesday Feb. 2, 2021. (Chris Jackson/Pool Photo via AP, File)

Im vergangenen Jahr hatte Königin Elizabeth II. Tom Moore zum Ritter geschlagen. Bild: ap / Chris Jackson

Die Queen hat ihre Trauer über den Tod des britischen Rekordspendensammlers Tom Moore bereits ausgedrückt. "Die Königin schickt einen privaten Kondolenzbrief an die Familie von Captain Sir Tom Moore", teilte das Königshaus am Dienstag auf Twitter mit. "Ihre Majestät hat es sehr genossen, Captain Sir Tom und seine Familie letztes Jahr in Windsor zu treffen. Ihre Gedanken und die der königlichen Familie sind bei ihnen." Königin Elizabeth II. hatte den Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg im vergangenen Jahr für seine Verdienste sogar zum Ritter geschlagen. Die Königin möge sich hoffentlich mit dem Schwert nicht ungeschickt anstellen, witzelte er bei der Zeremonie in Schloss Windsor.

Letzte Stunden mit Kindern und Enkeln

Moore wurde in einem Krankenhaus in Bedford rund 90 Kilometer nördlich von London behandelt. Kinder und Enkel hätten die letzten Stunden an seiner Seite verbracht, persönlich oder über einen Videochat, berichteten die Töchter. "Wir haben stundenlang mit ihm geplaudert und uns an unsere Kindheit und unsere wundervolle Mutter erinnert. Wir teilten Lachen und Tränen miteinander."

Schlagartig war Captain Tom weltweit berühmt geworden, als er im Sommer an einem Spendenlauf teilnahm. Seine Töchter fassen es so zusammen: "Das letzte Lebensjahr unseres Vaters war geradezu bemerkenswert. Er war verjüngt und erlebte Dinge, von denen er nur geträumt hatte." In der Tat war die Begeisterung für Sir Tom, wie er sich seit dem Ritterschlag nennen durfte, enorm. Ehrenhalber zum Colonel befördert, stürmte er sogar mit seiner eigenen Version der Fußball-Hymne "You'll Never Walk Alone" an die Spitze der Charts in Großbritannien. Den Song nahm er gemeinsam mit dem britischen Sänger und Schauspieler Michael Ball und einem NHS-Chor auf. Zu seinem 100. Geburtstag im April 2020 erhielt er etwa 125.000 Glückwunschkarten aus aller Welt. Über sein Haus in dem beschaulichen Örtchen Marston Moretaine in der Grafschaft Bedfordshire donnerten damals zu seinen Ehren Kampfflugzeuge aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

(pas/dpa)

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