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Polizei geht nach Westminster-Crash von Terror aus – drei Menschen wurden verletzt

Die britische Polizei hat einen Mann festgenommen, nachdem dieser mit seinem Auto in die Sicherheitsbarriere vor dem britischen Parlament gekracht ist. Er erfasste dabei nach Angaben der Polizei Fußgänger und Radfahrer. Eine Frau wurde schwer verletzt, zwei weitere Menschen erlitten leichtere Verletzungen.

Scotland Yard teilte mit:

"Im Moment behandeln wir das als terroristischen Vorfall, und die Anti-Terror-Einheit leitet jetzt die Ermittlungen."

Der Ort, die Art des Vorfalls und die Tatsache, dass dieser scheinbar absichtlich herbeigeführt worden sei, habe dafür den Ausschlag gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Ob tatsächlich ein terroristisches Motiv vorlag, bleibt dennoch unklar. 

Zwar ginge man von Vorsatz aus, hieß es bei einer Pressekonferenz am Mittag. Allerdings sei der gefasste Mann weder den Geheimdiensten noch der Polizei bekannt. Er kooperiere allerdings bei der Befragung nicht mit der Polizei, was einen Vorsatz wahrscheinlicher mache.

Auf einem Video im Internet ist zu sehen, wie ein silberfarbenes Auto eine Verkehrsinsel und die Gegenfahrbahn überquert, bevor es in die Absperrung vor dem Parlament rast. Eine weitere Aufnahme zeigt, wie Polizisten den Fahrer aus dem schwer beschädigten Auto zerren.

In dem Wagen befanden sich nach Polizeiangaben keine weiteren Personen. Auch Waffen wurden demnach nicht sichergestellt. Der mutmaßliche Attentäter sei laut Polizei ein Mann Ende 20. Er kommt britischen Medienberichten zufolge aus dem Raum Birmingham. Das Fahrzeug soll in Nottingham zugelassen sein. Seine Identität sei noch nicht formell geklärt, sagte ein Polizeisprecher. Weitere Verdächtige gebe es nicht.

Den Rettungskräften zufolge mussten drei Menschen vor Ort behandelt werden, zwei wurden ins Krankenhaus gebracht. Auf Fernsehbildern waren am Boden liegende Radfahrer zu sehen. Mehrere Fahrräder lagen verteilt über den Gehsteig.

Der Vorfall ereignete sich kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit. Einer Augenzeugin zufolge fuhr das Auto sehr schnell in Richtung der Absperrungen:

"Es sah so aus, als sei es absichtlich gewesen."

Ewalina Ochab Nachrichtenagentur PA

Die Augenzeugin sagte, sie habe vorne an dem Fahrzeug kein Kennzeichen gesehen.

Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Vor Ort waren Dutzende bewaffnete Einsatzkräfte. Die U-Bahn-Haltestelle Westminster wurde geschlossen. Ein Polizist sagte der Deutschen Presse-Agentur vor Ort, es könne sein, dass die Sperrung am späten Nachmittag wieder aufgehoben werde. Das sei aber nicht sicher.

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Passanten wurden getötet. Der Mann erstach außerdem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

In den vergangenen Monaten war London häufiger das Ziel terroristischer Attacken. Zuletzt wurden im September 2017 insgesamt 30 Menschen verletzt, als mitten im Berufsverkehr in einer U-Bahn-Station eine selbstgebaute Bombe hochging. Der Haupttäter war ein Flüchtling aus dem Irak.

Im Juni 2017 starben in der britischen Hauptstadt acht Menschen, nachdem Terroristen mit einem Transporter erst drei Menschen auf der London Bridge umgefahren und anschließend fünf weitere am Borough Market erstochen hatten. Polizisten erschossen die drei Täter. Im selben Monat fuhr ein Mann aus Hass auf Muslime mit seinem Lieferwagen in eine Menschenmenge nahe einer Moschee und tötete einen Menschen.

Bei der in jüngster Zeit schwersten Terror-Attacke in Großbritannien riss im Mai 2017 ein Selbstmordattentäter nach einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod.

(hd/sg/dpa) 

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