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Yulia Skripal, who was poisoned in Salisbury along with her father, Russian spy Sergei Skripal, speaks to Reuters in London, Britain, May 23, 2018.  REUTERS/Dylan Martinez

foto: DYLAN MARTINEZ/reuters

"Mein Leben auf den Kopf gestellt" –  Julia Skripal spricht über den Giftangriff

 Julia Skripal will trotz des Giftanschlags auf sie und ihren Vater nach eigenen Worten eines Tages in ihre Heimat zurückkehren.

"Längerfristig hoffe ich, in mein Land zurückzukehren."

Julia Skripal zu Reuters

Der russische Ex-Agent Sergej Skripal und seine Tochter wurden Anfang März in der englischen Stadt Salisbury Opfer des Giftanschlages. Dabei wurden beide schwer verletzt. Großbritannien macht die russische Regierung für den Anschlag verantwortlich, was diese zurückgewiesen hat. Julia Skripal äußerte sich nun auf Russisch an einem geheimen Ort in London und gab eine Erklärung ab, die sie auf Russisch und Englisch verfasste. Nach ihrer Erklärung unterschrieb sie beide Dokumente. Sie lehnte es ab, Fragen zu beantworten. Sie hatte Reuters über die britische Polizei kontaktiert.

"Wir haben solches Glück, dass wir beide diesen Attentatsversuch überlebt haben", heißt es in ihrer Erklärung. "Unsere Erholung verlief langsam und extrem schmerzhaft." Die Tatsache, dass der Anschlag offenbar mit dem Nervengift Nowitschok verübt worden sei, sei schockierend. "Mein Leben wurde auf den Kopf gestellt."

Die Folgen des Nowitschok-Anschlag

Nach dem Anschlag lag Skripal 20 Tage im Koma. Etwa fünf Wochen nach dem Attentat wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen. Sie steht unter dem Schutz des britischen Staats. In den Medien trat sie seit dem Anschlag bislang nicht auf. Das Motiv des Anschlags ist bis heute unklar. Nach Angaben britischer und internationaler Chemiewaffeninspektoren wurden die Skripals mit dem in der Sowjetunion in den 70er und 80er Jahren entwickelten Nervengift Nowitschok attackiert.

Der Angriff hatte zu einer diplomatischen Krise zwischen Großbritannien und Russland geführt

Angesprochen auf Skripals Erklärung sagte der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow, er denke, dass Skripal sich unter Zwang äußere. "Wir haben von ihr nichts gesehen oder gehört." Die russische Botschaft hatte Skripal ihre Unterstützung angeboten. Julia Skripal, die ein hellblaues Sommerkleid trug, erklärte, sie sei dafür dankbar. Zurzeit wolle sie die Dienste aber nicht in Anspruch nehmen. Sie bekräftigte, dass sie und ihr Vater für sich selbst sprächen.

Westliche Staaten und Russland haben wegen der Krise etliche Diplomaten gegenseitig ausgewiesen.

(pb/rtr)

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