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Krankenschwestern und Pfleger im Video von Roby Facchinetti. bild: screenshot youtube

Mit Youtube-Lied Krankenhaus unterstützen? So einfach ist das nicht

In einem Whatsapp-Kettenbrief ging das Gerücht um, dass nur durch den Klick auf ein Youtube-Videos Geld an ein italienisches Krankenhaus gespendet wird. Was ist dran?

Hilft es einem italienischen Krankenhaus, wenn viele Menschen ein bestimmtes Lied auf Youtube hören? Ein Kettenbrief, der auf WhatsApp und Facebook die Runde macht, verspricht genau dies.

Nein, durch Klicks wird nicht gespendet

Über das italienische Lied "Rinascerò, Rinascerai" des Sängers Roby Facchinetti heißt es, dessen Urheberrechte seien an das Krankenhaus in Bergamo überschrieben. "Jeder Klick auf das Video ist damit quasi eine Spende. Da Youtube dem Inhaber Geld pro Klick bezahlt." Der Sänger widerspricht dieser Behauptung. Mit dem Lied werde zwar Geld für das Krankenhaus gesammelt, aber nur wer es kaufe, spende auch. Ein Körnchen Wahrheit steckt also doch in diesem Kettenbrief.

Lied kaufen oder direkt spenden

Das Video zu "Rinascerò, Rinascerai" gehörte zwischenzeitlich zu den meistgesehenen Videos in Deutschland - mittlerweile wurde es mehr als sechs Millionen geklickt. Der Titel bedeutet übrigens so viel wie "Ich werde wiedergeboren, du wirst wiedergeboren". Damit beim Krankenhaus aber wirklich Geld ankommt, müssen die Hörer das Lied über einen Download-Link kaufen oder direkt an die Einrichtung spenden. Dazu ruft Sänger Roby Facchinetti auf - das sei der einzig nützliche Weg.

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Medizinisches Personal in Italien hält Zettel mit dem Songtitel in die Kamera – von Klicks kommt jedoch kein Geld im Krankenhaus an. bild: screenshot youtube

An wen geht das Geld?

Dieses Geld geht nach Angaben auf seinem Facebook-Kanal an das Papst-Johannes-XXIII.-Krankenhaus in Bergamo. Dieses soll davon medizinische Ausrüstung kaufen können. Zudem distanziert sich Facchinetti von den "falschen Informationen" im Kettenbrief. Darin gibt es auch weitere unwahre Angaben - etwa, dass es in dem Krankenhaus an einem Tag 800 Todesfälle infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gegeben hätte. Wie die Kommune mitteilte, starben in der ganzen Stadt zwischen dem 1. und dem 24. März mindestens 858 Menschen, die sich zuvor mit Sars-CoV-2 infiziert hatten.

Hier könnt ihr euch "Rinascerò, Rinascerai" anhören – und kaufen

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Video: YouTube/Roby Facchinetti

Fake-News zu Corona

In Zeiten großer Verunsicherung wie jetzt, sind natürlich auch Fake News nicht weit – in die eine wie in die andere Richtung. Gerne hört man Nachrichten davon, wie sich Tiere scheinbar ihr von den Menschen geraubtes Territorium zurückerobern.

Es stimmte jedoch nicht, dass sich wieder Delfine in den Kanälen Venedigs tummelten. Auch war das Wasser in den Kanälen nicht unbedingt deshalb klarer, weil die Wasserqualität plötzlich zugenommen hatte (böse Kreuzschiffe), sondern schlicht weil geringerer Verkehr auf den Wasserstraßen herrschte und so weniger Sedimente aufgewirbelt wurden.

Delfine in Venedig Calgliari

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Video: YouTube/VITALY PETRUKHIN

Aber auch negative Fake-News sind im Umlauf, die Angst schüren sollen oder gar Verschwörungstheorien verbreiten.

Falls ihr von einigen "Fakten" verunsichert seid, die über Whatsapp oder soziale Medien kursieren, lest euch am besten nochmal unseren großen Faktencheck zum Thema Corona-gerüchte durch:

Faktencheck zum Coronavirus: Diese Tipps sind nur Gerüchte und falsch

(si / mit dpa)

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