International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: dpa

Die Botschaft mit der US-Botschaft – warum die Welt auf Jerusalem schaut 

Israel feiert den 70. Jahrestag seiner Gründung und US-Präsident Donald Trump verlegt seine Botschaft nach Jerusalem. Ein Umzug und 5 Reaktionen. 

Eine Botschaft als Botschaft

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Dezember angekündigt, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Ost-Jerusalem zu verlegen. Am Montag erfolgte die Eröffnung. 

Bezogen wurden zunächst nur vorläufige kleinere Räumlichkeiten innerhalb eines existierenden Konsulatsgebäude eröffnet. Eine größere Vertretung soll später bezogen werden.

Politisch ist das heikel. Israel hatte den Ost-Teil der Stadt 1967 erobert. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zu ihrer Hauptstadt machen. Doch die seit Jahrzehnten betriebene Gründung eines Palästinenserstaates kommt kaum voran. Er wird auch von den Palästinensern beansprucht. Den Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat Palästina lehnt Israel ab.

Die rechtliche Klärung der Frage soll erst in einem Friedensschluss erfolgen. Trump schafft mit der Verlegung der Botschaft nun Fakten. 

Auch die Entsendung von David Friedman als neuen Botschafter nach Israel war ein wichtiges Signal in diese Richtung. Für den Diplomaten ist Jerusalem die "ewige Hauptstadt Israels".

Die Freude in Israel

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte die Verlegung der US-Botschaft, einen Schritt zum Frieden. In der mit US-Flaggen geschmückten Stadt hieß es auf Plakaten: "Trump make Israel great again!"

"Jerusalem ist hundertfach im Alten Testament erwähnt. Aus einem simplen Grund: Es ist die Hauptstadt unseres Volkes. Und nur unseres Volkes. Seit 3000 Jahren.

Benjamin Netanjahu, Israels Regierungschef

Die israelische Politikexpertin Einat Wilf sieht Trumps Vorstoß trotz der palästinensischen Proteste als überwiegend positiv an. Die Welt habe an der fixen Idee festgehalten, dass selbst West-Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt anerkannt werden könne. "Israelis leben schon seit 70 Jahren mit der klaren Einstellung, dass zumindest der westliche Teil der Stadt ihre Hauptstadt ist, unbestritten, legitim." Über den Ostteil könne verhandelt werden.

Auch für viele liberale Israelis ist Jerusalem die Hauptstadt des Landes. "Jerusalem ist der Sitz der israelischen Regierung und daher sind Diplomaten und ausländische Botschaften Teil des dortigen Ökosystems", erklärt Lior Schillat, Leiter des Jerusalem-Instituts für Politikforschung."

Eine Stadt und ihre Geschichte

Die Wut der Palästinenser

Donald Trump untergräbt mit seiner Entscheidung die Position des gemäßigten Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas. 

Die radikalislamische Hamas hatte aus Anlass des 70.  Jahrestags der Gründung Israels ohnehin zu Protesten aufgerufen. Bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee im Gazastreifen wurden mehrere Menschen getötet, tausend Menschen wurden verletzt. 

"Wir befinden uns gerade in einer unberechenbaren Situation", sagte Nahost-Experte Marc Frings von der Adenauer-Stiftung in Ramallah. Problematisch sei aktuell, dass "verschiedene Unruheherde" gemeinsam ihren Höhepunkt fänden, sagte Frings:

Wenn beispielsweise Israel während des Ramadans generell keine Einreisegenehmigungen nach Jerusalem erteilen werde, dann könnte das die Spannungen zusätzlich verstärken.

Die Enttäuschung in der EU

Das sei "gefährlich für den Frieden", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schon unmittelbar nach Trumps Entscheidung im Vorjahr. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini schätzte, der Beschluss werde die "Rolle der USA in der Region untergraben".

Zur offiziellen Eröffnung am Montag schickten nur drei EU-Staaten ihre Vertreter: Rumänien, Ungarn und Tschechien. Die restlichen EU-Staaten blieben der Feier demonstrativ fern. Ein Beleg für die Spaltung der EU in der Frage.

Die EU setzt auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Die scheint aber mit Trumps Entscheidung in weite Ferne gerückt. Ebenso wie ein Beschluss zum Status Jerusalems.

Die Verärgerung in der muslimischen Welt

In der muslimischen Welt wurde Trumps Beschluss heftig kritisiert. 

Fazit: Atomabkommen mit dem Iran, Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem – Donald Trump schafft Fakten. Der Rest der Welt muss für die politischen Folgen zahlen. 

(dpa, AFP/per.)

Das könnte dich auch interessieren:

Oops, they did it again: Fans entdecken peinlichen Fehler im "GoT"-Finale

Link zum Artikel

ESC 2019: Dieter Bohlen über Luca Hänni: "Ich hätte den Mut dazu nie gehabt"

Link zum Artikel

"In dieser Liga ist die Relegation etwas Gutes" – die besten Witze zum HSV-Gau

Link zum Artikel

180 Staaten bekämpfen jetzt den Plastikmüll – mit einem globalen Pakt

Link zum Artikel

Dieser seltsame Vogel ist ausgestorben ... kommt aber immer wieder zurück von den Toten

Link zum Artikel

Das "GoT"-Finale war meine allererste Folge der Show – das habe ich über die Serie gelernt

Link zum Artikel

Der neue Song von Shirin David ist eine Abrechnung mit ihrem Vater

Link zum Artikel

Achtung, Spoiler! Die besten Reaktionen zum "Game of Thrones"–Finale

Link zum Artikel

"Grenze überschritten": GNTM-Vanessa wehrt sich gegen ProSieben – Simone schaltet sich ein

Link zum Artikel

Samra und Capital Bra: Neuer Song Wieder Lila ist schon jetzt ein Hit

Link zum Artikel

"GoT": 8 Fehler, die dir genauso entgangen sind wie der Kaffeebecher

Link zum Artikel

Helene Fischer lief weg und schrie: Luxus-Makler plaudert über den Hauskauf mit Flori

Link zum Artikel

So emotional nehmen die "GoT"-Stars nach dem Finale Abschied von der Serie

Link zum Artikel

"Game of Thrones"-Autor gibt Hinweis, wie es nach dem Ende der Serie weitergeht

Link zum Artikel

Falscher Professor? Vorwürfe gegen einen AfD-Europakandidaten

Link zum Artikel

ESC: Peinlich! Sisters geben zu, wo sie bei der Punktevergabe waren

Link zum Artikel

Strache-Skandal in Österreich – Kanzler Kurz soll Neuwahlen wollen

Link zum Artikel

Darum ist das neue Album nur zu 80 Prozent Rammstein – eine (kleine) Enttäuschung

Link zum Artikel

16 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Daenerys wer? Die 17 fatalen Probleme des "Game of Thrones"-Finales

Link zum Artikel

Diese 13 Memes über Bran in "Game of Thrones" bringen dich trotz allem zum Lachen

Link zum Artikel

Ariana Grande und BTS: Insider verrät, dass gemeinsamer Song "nur eine Frage der Zeit" ist

Link zum Artikel

Pressekonferenz in Sonnenbrille: Loredana streitet Betrug ab und wird laut

Link zum Artikel

Sie soll ein Paar um 614.000 Euro betrogen haben – Rapperin Loredana festgenommen

Link zum Artikel

Lena Meyer-Landrut macht Fan mit Post bei Instagram glücklich

Link zum Artikel

Warum sind wir manchmal traurig nach dem Sex?

Link zum Artikel

Herzzerreißende "GoT"-Szene mit Daenerys und Jon – Fans sind erschüttert

Link zum Artikel

Youtuber Rezo greift die CDU an – so wehrt sich die Partei

Link zum Artikel

Ed Sheeran und Justin Bieber: "I Don't Care" kann der Song des Sommers werden

Link zum Artikel

So sehen BTS als alte Männer aus – und wir haben Fragen

Link zum Artikel

"GoT": Doku zeigt, wie Kit Harington am Set in Tränen ausbrach – jetzt wissen wir, warum

Link zum Artikel

Vanessa rechnet nach "GNTM"-Aus mit ProSieben ab – jetzt antwortet der Sender

Link zum Artikel

16 peinlichen Instagram-Werbungen, die nach hinten losgegangen sind

Link zum Artikel

"Zweifel, Ängste, schlaflose Nächte" – Das sagen "die Lochis" zu ihrem Aus

Link zum Artikel

Das sagt Lena Meyer-Landrut den S!sters vor dem ESC– ein großer Fan ist sie wohl nicht

Link zum Artikel

Das Schlimmste am Wochenende: Menschen auf dem Markt

Link zum Artikel

Aus 7 wird 1: So brach die AfD im EU-Parlament auseinander

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Trump hält sich für einen "jungen, dynamischen Mann" – das sind die 8 heftigsten Konter

Donald Trump sorgt mal wieder dafür, dass sich Internet-Nutzer kreativ austoben. Der 72-jährige US-Präsident wurde jetzt mit der Frage konfrontiert, ab wann eine Person zu alt sei, um im Oval Office zu sitzen.

Trump wusste eines mit Sicherheit: Er sei noch jung und dynamisch.

Noch absurder: Er erklärte, dass sein womöglicher Rival Joe Biden von den Demokraten wohl zu alt für den Job sein könnte (er beschrieb Biden mit den Worten, der 76-Jährige könnte zu "wenig Energie haben").

Trump haut nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel