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Migrants rest on a Mediterranea Saving Humans NGO boat, as they sail off Italy's southernmost island of Lampedusa, just outside Italian territorial waters, on Thursday, July 4, 2019. An Italian humanitarian group whose boat has been barred from docking in Lampedusa said the health of the 54 migrants it rescued at sea is rapidly deteriorating, prompting fears of another standoff with Italy's populist government. Mediterranea Saving Humans said Friday in a tweet that its sailing boat ALEX was off Italy's southernmost island of Lampedusa, just outside Italian territorial waters, and that it has been banned from entering Italian jurisdiction by ministerial decree. (AP Photo/Olmo Calvo)

Die Geretteten an Bord der "Alex": Die Einfahrt nach Lampedusa wird dem Segelschiff bislang verwehrt. Bild: AP

Italien: Salvini verweigert "Alex" die Einfahrt – Malta hilft

Jonas Mueller-Töwe, David Ruch

Der Streit um die "Sea-Watch 3" ist kaum vorbei – da kreuzt das nächste Rettungsschiff vor italienischen Gewässern. Und ein weiteres hat über 65 Menschen aufgenommen. Doch eine erste Lösung bahnt sich an.

Kurz nach der Eskalation um die "Sea-Watch 3" und ihre Kapitänin Carola Rackete darf erneut ein Rettungsschiff nicht in Italien anlaufen. Dem Rettungsschiff "Alex" der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea wird in Italien seit dem Morgen die Einfahrt verweigert. Am Donnerstagabend hatte die Crew 54 Menschen aus Seenot in libyschen Gewässern gerettet und auf der Suche nach einem sicheren Hafen Kurs nach Norden genommen . Bei der Rettungsleitstelle in Rom wurde um Landeerlaubnis in Lampedusa gebeten.

Salvini droht den Rettern

Nach Stunden des Wartens und Verhandelns zeichnete sich am Nachmittag eine Lösung auf der "Alex" ab. Ein Boot der italienischen Küstenwache nahm 13 Geflüchtete – medizinische Notfälle, Frauen und Kinder – an Bord, schrieb Mediterranea auf Twitter.

Für die übrigen 41 gebe es eine Absprache. Malta werde die Geretteten aufnehmen, Italien im Gegenzug Migranten übernehmen, die bereits in Malta sind. Die Crew der "Alex", die unter italienischer Flagge fährt, warte nun darauf, dass die Geretteten abgeholt würden.

Ein Anlegen von Schiffen mit Flüchtlingen an Bord hatte die Regierung in Rom am Donnerstag noch einmal kategorisch abgelehnt.

Mit Blick auf die "Alex" bekräftigte der rechtsextreme Innenminister Matteo Salvini , er werde alles tun, um zu verhindern, dass Italien zu einem "Hafen für Schlepper" werde.

Erst vor Kurzem hatte die Sea-Watch-Kapitänin Rackete nur unter Missachtung des Einfahrverbots anlanden können. Sie wurde festgenommen, ein Gericht ließ weite Teile der Vorwürfe später aber fallen. Nun will sie Salvini wegen Verleumdung verklagen.

Das Gericht befand weiter, Salvinis Sicherheitsdekret sei nicht auf Rettungsschiffe anzuwenden. Das unterstützt die Sicht der Crew auf der "Alex", die das Dekret als illegitim bezeichnet und sich an internationales Recht gebunden fühlt, Lampedusa anzulaufen.

Rettungsschiff "Alex" wird auf See versorgt

An Bord des Segelschiffes befanden sich, wie Bilder zeigten, auch schwangere Frauen und kleine Kinder. Deswegen sei es nicht möglich, ein Angebot Maltas anzunehmen, die weitere Fahrt dorthin zu unternehmen.

Das Boot biete keinen ausreichenden Schutz. Man sei allerdings bereit, die Geretteten der italienischen oder maltesischen Küstenwache zu übergeben.

Ein weiteres Schiff der Hilfsorganisation Open Arms kam der "Alex" zu Hilfe und übernahm kurzfristig die medizinische Versorgung der Menschen an Bord – auch ihnen wurde aber die Weiterfahrt nach Malta aus politischen Gründen verwehrt.

Malta hatte angeboten, die Geretteten aufzunehmen, sollte Italien sich bereit erklären, im Gegenzug Flüchtlinge aus Malta einreisen zu lassen. Bislang reagierte die italienische Regierung offenbar nicht auf das Angebot.

Doctors attend a pregnant woman on a Mediterranea Saving Humans NGO boat, as they sail off Italy's southernmost island of Lampedusa, just outside Italian territorial waters, on Thursday, July 4, 2019. An Italian humanitarian group whose boat has been barred from docking in Lampedusa said the health of the 54 migrants it rescued at sea is rapidly deteriorating, prompting fears of another standoff with Italy's populist government. Mediterranea Saving Humans said Friday in a tweet that its sailing boat ALEX was off Italy's southernmost island of Lampedusa, just outside Italian territorial waters, and that it has been banned from entering Italian jurisdiction by ministerial decree. (AP Photo/Olmo Calvo)

Schwangere an Bord der "Alex": Noch ist das weitere Schicksal der Geretteten ungeklärt. Bild: AP

Es hört nicht auf.

Derweil hat das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi", der Organisation Sea-Eye, 65 Menschen vor Libyen in internationalen Gewässern gerettet. Die Rettungsleitstellen in Libyen, Italien, Malta und Deutschland seien informiert worden. Das Einsatzzentrum in Bremen habe das Auswärtige Amt eingeschaltet. Auch für die Menschen an Bord des deutschen Schiffes zeichnet sich bislang noch keine Lösung ab.

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