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Bildnummer: 55143286  Datum: 24.03.2011  Copyright: imago/AFLO
In this March 24, 2011 aerial photo taken by small unmanned drone and released by AIR PHOTO SERVICE, the crippled Fukushima Dai-ichi nuclear power plant is seen in Okumamachi, Fukushima prefecture, northern Japan. From left to right, Unit 3 and Unit 4. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Gesellschaft Naturkatastrophe Erdbeben Tsunami Reaktor AKW Zerst

Vor gut neuneinhalb Jahren löste der Super-Gau in Fukushima weltweit Angst und Schrecken aus. null / imago images

Japan will verstrahltes Wasser aus Fukushima ins Meer leiten

Vor gut neuneinhalb Jahren löste der Super-Gau in Fukushima weltweit Angst und Schrecken aus. Inzwischen ist Fukushima aus den Schlagzeilen verschwunden. Die Lage gilt als stabil. Doch die riesigen Mengen an verstrahltem Wasser bereiten zunehmend Probleme.

Trotz Protesten von Fischern will Japans Regierung gefiltertes Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima ins Meer ableiten. Grund ist, dass allmählich kein Platz mehr zur Lagerung des Wassers auf dem Gelände des 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zerstörten Atomkraftwerks ist.

Wie japanische Medien am Freitag berichteten, könnte nach siebenjähriger Debatte darüber, was mit dem in riesigen Tanks gelagerten Wasser geschehen soll, noch in diesem Monat eine Entscheidung fallen. Doch da für ein Ableiten des Wassers ins Meer Baumaßnahmen nötig seien und zunächst eine Einschätzung der Atomaufsicht erfolgen müsste, könne es etwa zwei Jahre dauern, bevor mit dem Ableiten begonnen werden kann, hieß es in den Berichten.

Fast zehn Jahre sind vergangen, seit an jenem 11. März 2011 ein schweres Erdbeben und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten des Inselreiches heimsuchten. Rund 18 500 Menschen starben damals in den Fluten. Zum Sinnbild der Katastrophe aber wurde der Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, auch wenn dadurch niemand direkt ums Leben kam. Wegen der radioaktiven Strahlung von Kernschmelzen in drei der Reaktoren mussten rund 160 000 Anwohner damals fliehen.

Lagerung des kontaminierten Wassers wird zum Problem

Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit dem Unfall in Tschernobyl 1986. Inzwischen gilt die Lage in der Atomruine Fukushima als stabil. Doch werden die enormen Mengen verstrahlten Wassers zunehmend zum Problem.

Noch immer werden die zerstörten Reaktoren mit Wasser gekühlt. Hinzu kommt Grundwasser, von dem ein Teil in die Untergeschosse der Reaktoren gelangt. Ein Teil des dadurch radioaktiv belasteten Wassers wird nach Durchlaufen eines Filtersystems in Tanks gelagert - inzwischen rund 1.2 Millionen Tonnen. Das Filtersystem ALPS kann 62 Nuklide mit Ausnahme von Tritium herausfiltern. Doch musste der Betreiber Tepco die Reinigungsprozesse jüngst erst wiederholen, da die Radioaktivität laut Medien teils noch über den Grenzwerten lag.

Widerstand bei Fischern und Anwohnern

Jeden Tag kommen rund 170 Tonnen Wasser hinzu, das zwischengelagert werden muss. Inzwischen sind mehr als 1000 Tanks auf dem Gelände voll. Spätestens im Sommer 2022 gehe jedoch der Platz aus, hieß es. Daher hält die Regierung ein Ableiten des Wassers ins Meer für eine realistische Option. Auch der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, hatte bei einem Besuch der Atomruine im Februar laut japanischen Medien erklärt, die Ableitung kontaminierten Wassers ins Meer entspreche globalen Standards und sei übliche Praxis auch bei Atomkraftwerken, die ganz normal arbeiteten.

Fischer und Anwohner in Fukushima lehnen eine solche Maßnahme jedoch ab. Der Chef eines Fischereiverbandes drückte diese Woche bei einem Treffen mit einem Sprecher der Regierung seinen Widerstand gegen ein Ableiten des Wassers aus der Atomruine Fukushima ins Meer aus.

Auch Südkorea, dass gegenwärtig Importe von Meeresfrüchten aus der Region verbietet, hat sich wiederholt besorgt über die Folgen für die Umwelt geäußert. Der neue Regierungschef Yoshihide Suga erklärte, er wolle "so bald wie möglich" eine Entscheidung zu der Wasser-Problematik treffen.

(mse/dpa)

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