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02.09.2020, Frankreich, Paris: Richard Malka (M), Anwalt der satirischen Zeitung Charlie Hebdo, trifft am Gerichtssaal ein, in dem der Prozess gegen den mutmaßlichen Helfer der Anschläge auf die Redaktion «Charlie Hebdo» stattfindet und spricht mit Journalisten. Der Prozess sollte bereits am 4. Mai beginnen und wurde wegen des Coronavirus auf die Zeitspanne vom 2. September bis 10. November verschoben. Die 14 Angeklagten werden verdächtigt, die Attentäter logistisch unterstützt zu haben. Bei den Anschlägen auf «Charlie Hebdo» sowie eine Polizistin und einen koscheren Supermarkt waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden. Polizisten erschossen die drei islamistischen Täter. Die Ermittlungen der Justiz betreffen die gesamte Anschlagsserie, die sich über mehrere Tage hinzog. Foto: Alain Jocard/AFP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Richard Malka, Anwalt der satirischen Zeitung Charlie Hebdo, trifft am Gerichtssaal ein. Bild: AFP / Alain Jocard

Terroranschlag auf "Charlie Hebdo" wird vor Gericht verhandelt

Vor gut fünfeinhalb Jahren erschütterte der islamistische Terroranschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" ganz Frankreich und löste weltweite Schockwellen aus. Nun beginnt in Paris der Strafprozess gegen mutmaßliche Helfer. Vor einem Schwurgericht wird eine mehrtägige Anschlagsserie aufgerollt, bei der im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet wurden. Die drei Täter wurden von Sicherheitskräften erschossen.

Die Anschläge erregten damals enormes Aufsehen. Eine Welle der Solidarität unter dem Schlagwort "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie") prägte die Zeit danach.

Angeklagt sind 14 Menschen, vor allem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie halfen bei der Vorbereitung der Angriffe, besorgten beispielsweise Waffen oder stellten eine Unterkunft zur Verfügung, wie der Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard dem Radionachrichtensender Franceinfo sagte. Nach drei der Angeklagten wird immer noch gefahndet – ob sie noch leben, ist unklar.

Historischer Prozess

Es ist der erste große Prozess um die verheerenden islamistischen Terroranschläge, die Frankreich 2015 und 2016 tief erschütterten. "Das wird schwierig, das wird mühsam", kündigte Chefermittler Ricard an. Innenminister Gérald Darmanin nannte das Gerichtsverfahren, das bis Mitte November dauern soll, historisch. Der Prozess soll wegen seiner Bedeutung gefilmt werden. Bei islamistisch motivierten Terrorakten kamen im Land bisher mehr als 250 Menschen ums Leben. Zu den Anschlägen auf die Konzerthalle "Bataclan" und Restaurants im Pariser Osten vom Herbst 2015 – dabei starben 130 Menschen – wird es einen weiteren Prozess geben.

Der Prozess um "Charlie Hebdo" sollte bereits am im Mai beginnen, wurde dann aber wegen der Corona-Epidemie verschoben. Im Gerichtsgebäude wurden laut Medien die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Es gibt rund 200 Nebenkläger, über 140 Zeugen sollen aufgerufen werden, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

"Charlie Hebdo" will Mohammed-Karikaturen erneut veröffentlichen

"Charlie Hebdo" kündigte an, bereits früher veröffentlichte Mohammed-Karikaturen auf das Titelblatt der neuen Ausgabe zu heben. Diese wird am Mittwoch zum Prozessauftakt an den Kiosk kommen. Mohammed-Karikaturen galten als Hintergrund der Attacke auf die Redaktion. Bei dem Anschlag waren zwölf Menschen gestorben, unter ihnen bekannte Zeichner wie Stéphane Charbonnier (Charb) oder Jean Cabut (Cabu). Die Täter, die Brüder Chérif und Said Kouachi, wurden nach Tagen auf der Flucht erschossen.

Im Saarland werden am Samstag (17.1.2015) die ersten Hefte von Charlie Hebdo, dem Pariser Satiremagazin mit der Mohammed Karrikatur auf dem Titel, verkauft. Im Laden von Roland Braun auf dem Rodenhof sind aber nur zwei Hefte zu haben.

in Saarland will at Saturday 17 1 2015 the first Folders from Charlie Hebdo the Paris Satire magazine with the Mohammed Caricature on the Title sold in shop from Roland Brown on the Rodenhof are but only Two Folders to have

Auch in Deutschland wurden nach dem Anschlag Exemplare der Satire-Zeitschrift verkauft. Bild: imago stock&people / Becker&Bredel

Der Islamist Amedy Coulibaly erschoss am Tag nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" eine Polizistin im Süden von Paris und tötete am Tag darauf vier Geiseln in einem koscheren Supermarkt im Osten der Hauptstadt, bevor er selbst bei der Erstürmung des Gebäudes erschossen wurde.

Nach den Attacken gingen Millionen Menschen überall in Frankreich auf die Straßen. In Paris gab es einem Marsch mit Staats- und Regierungschefs, angeführt von damaligen Staatspräsidenten François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

(lau/dpa)

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Getöteter Polizist nahm im Dezember an Terrorübung in Supermarkt teil

Arnaud Beltrame ist tot. Der Gendarmerie-Offizier, der sich bei der Geiselnahme eines islamistischen Attentäters im französischen Trèbes freiwillig als Geisel stellte, sei seinen Verletzungen erlegen. Das teilte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb am Samstag mit. Damit erhöht sich die Zahl der Opfer der Attacke auf vier, sechzehn Menschen wurden verletzt.

"Frankreich wird seine Heldentat nie vergessen", twitterte Collomb. Beltrame, 45, war zuvor als Soldat der französischen Armee im Irak. …

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