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December 13, 2019, Madrid, Spain: A protester speaks through a megaphone during the demonstration..Hundreds of environmental activists made a peaceful sit-down protest outside the IFEMA on the last day of COP 25. Madrid Spain PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAs197 20191213zaas197195 Copyright: xBraisxG.xRoucox

Demonstranten appellierten an die Politiker, endlich verbindliche Klima-Regeln zu beschließen. bild: imago images/zuma press

Klima-Konferenz in Madrid endet in einem Fiasko – die Reaktionen sind heftig

Die Weltklimakonferenz in Madrid hat sich am Sonntag nach einer 40-stündigen Verlängerung zwar auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Die ist aber zahnlos:

Die Reaktionen

Der Unmut nach dem Gipfel ist groß: Ian Fry, Vertreter der Delegation des pazifischen Inselstaats Tuvalu, sagte über die Rolle der USA bei den Verhandlungen: "Es gibt Millionen von Menschen in der ganzen Welt, die schon jetzt unter den Folgen des Klimawandels leiden. Diesen Fakt zu bestreiten, könnte von einigen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit interpretiert werden."

"Eine Klimakonferenz für nichts."

Greenpeace

Die Umweltschutzorganisaton Greenpeace schreibt in einer Mitteilung: "Eine Klimakonferenz für nichts. Trotz noch nie dagewesener Proteste und glasklarer wissenschaftlicher Erkenntnisse kommt die Staatengemeinschaft und mit ihr die Schweiz an der rekordlangen COP25 in Madrid nicht vom Fleck".

Die Grünen-Politikerin Jutta Paulus, Mitglied im Europäischen Parlament, twitterte: "Zwischen denen, die vorwärts und denen, die rückwärts gehen wollen, heißt der Kompromiss: 'Stillstand'."

Luisa Neubauer, Aktivistin der Klimabewegung Fridays For Future, erklärte, die Regierungen seien damit gescheitert, ihre Ambitionen der Krisenrealität anzupassen. "Die COP25 lässt uns nach einem Jahr mit beispiellosen Klimaprotesten ohne signifikanten Fortschritt zurück."

"Verantwortungslos, egoistisch, kurzsichtig."

Brot für die Welt

Die Hilfsorganisation Brot für die Welt machte insbesondere den Industriestaaten schwere Vorwürfe. "Es ist extrem verantwortungslos, egoistisch und kurzsichtig, dass sie Finanzzusagen gegenüber den ärmsten Staaten für die Bewältigung von Klimaschäden verwehren", bilanzierte die Organisation.

Sven Harmeling von der Organisation Care fragte: "Wie laut muss noch demonstriert werden, wie viele Warnungen muss die Wissenschaft noch aussprechen, wie viele junge Leute müssen ihre ganze Energie dafür aufwenden."

Um was ging es überhaupt?

Um Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften – er soll Industriestaaten ermöglichen, ihre Ziele fürs Einsparen von Treibhausgasen teilweise im Ausland zu erreichen, sprich: Sich Klimaschutz anderswo zu kaufen. Dazu gelang keine Einigung. Nicht nur die deutsche Bundesregierung hatte die Haltung vertreten: Hier lieber gar nichts machen, als es schlecht zu machen. "Der Angriff auf die Integrität des Pariser Abkommens ist abgewehrt worden", lobt auch Klimapolitik-Experte Christoph Bals von Germanwatch. Schlimmes verhindern kann manchmal fast wie Fortschritt wirken.

Wie immer ging es auch ums Geld. Hurrikans, Starkregen und Dürren haben auch in diesem Jahr vielen ärmeren Ländern wieder schwer zugesetzt. Viele von ihnen zeigten sich zum Abschluss schwer enttäuscht – Optimisten glauben aber, dass Schäden durch Extremwetter, die der Klimawandel verstärkt, in Folge der diesjährigen Beschlüsse in Zukunft eine deutlich grössere Rolle spielen können.

(as/amü/dpa)

Klimaaktivisten bei FFF

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