International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

"Am Ende gibt es immer Tote" – die erste Prozess-Woche gegen Drogenboss "El Chapo"

Knapp eine Woche läuft er jetzt in New York, der Prozess gegen einen der berüchtigsten Drogenbosse der Geschichte.

Das Sinaloa-Drogen-Kartell

Die in den frühen 90gern gegründete Organisation ist heute wohl eine der tödlichsten der Welt – ein internationales Drogen-Imperium und streng hierarchisch organisiert. Sinaloa steht für eine Region in Mexiko, die früher vor allem für den Anbau von Marihuana bekannt war. Schnell stieg das Drogenkartell Narcos in der Region aber auch in den Schmuggel unter anderem mit Kokain und Heroin ein.

Die Organisation steht im ständigen Konflikt mit anderen Kartellen und den Behörden. Seit 2006 hat der daraus resultierende Drogenkrieg in Mexiko mindestens 200.000 Tote gefordert.

Nach dem Startschuss am Dienstag folgte eine hochturbulente Woche. Wir fassen sie für euch in drei Schritten zusammen.

Angst im Gerichtssaal

Der Prozess musste am Dienstag schon verspätet starten, weil die Richter zwei Jury-Mitglieder auswechseln mussten. Seit Monaten warnen Experten, dass die Anhänger von El Chapo versuchen könnten, die Jury-Mitglieder und deren Familien zu bedrohen oder zu bestechen. Eine Frau fürchtete sich vor dem Kartell so sehr, dass sie als Jury-Mitglied nicht mehr beim Prozess dabei sein wollte.

Die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Prozess sind massiv: Vor allem Richter und Staatsanwälte werden besonders geschützt. Die Angst vor den Killer-Kommandos des Sinaloa-Kartells ist groß. Flüssigkeiten sind im Gerichtssaal nicht erlaubt, wer im Prozess sitzen möchte, muss knapp vier Stunden vorher im Gebäude sein. Mehrere Metalldetektoren, Bomben-Hunde und Ganzkörper-Scanner sind ebenfalls im Einsatz. 

Eine Organisation in Gesichtern

Für die ersten großen Schlagzeilen des Prozesses sorgten in dieser Woche die Zeugenaussagen von Jesus Zambada García, der jahrelang als einer der wichtigsten "Manager" für Guzman arbeitete.

Zambada berichtete vor Gericht ausführlich über die Schmuggel-Taktiken und Finanz-Plänen der Sinaloa-Narcos. Dabei ging es auch um die regelmäßige Bestechung von Polizisten, Militärs und sogar Interpol-Mitarbeitern. Guzman habe ihm etwa einmal aufgetragen, einen General mit 100.000 Dollar und einem freundlichen Schulterklopfen zu grüßen. (Welt)

Auch die führenden Gesichter des Kartells beschrieb Zambada im Detail:

Die Organisation, so Zambada, habe über so genannte "Plazas" – lokale Schmuggelzentren – in ganz Mexiko operiert. Die wichtigsten dieser Zentren lagen am Meer. Von dort schmuggeln Schiffe das Kokain aus Kolumbien.

Wichtig für den Prozess: Zambada bezeugte, dass Chapo sich das Geschäfft zu gleichen Teilen mit Ismael Zambada (der Vater des Zeugen) aufteilte. Chapos Anwälte bestreiten vor allem diesen Vorwurf.

Die Gewalt der Sinaloa

Laut Beobachtern habe Zambada von der eskalierenden Gewalt im Drogenkrieg geradezu lässig berichtet. Zum blutigen Revierkrieg mit dem konkurrierenden Tijuana-Kartell sagte Zambada nur: "Am Ende gibt es immer Tote. Viele Tote."

Das Kartell-Mitglied berichtete auch von einem Anschlagsversuch Guzmans im Jahr 1992 auf seinen Rivalen Ramon Arellano Felix in einer Diskothek. Felix entkam dem Anschlag, bei dem mehrere Discobesucher und Sicherheitsleute ums Leben kamen. ("New York Times")

2002 organisierte dann Felix einen Anschlag auf "El Chapo". Dabei sei, so berichtet Zambada, ein katholischer Kardinal ums Leben gekommen. Noch im selben Jahr wurde Felix von Polizisten erschossen, die ebenfalls für das Sinaloa-Kartell gearbeitet hätten. 

Es wird erwartet, dass der Prozess im Frühjahr diesen Jahres enden soll. 

(mbi)

Genug Gewalt? Hier ein paar andere eindrucksvolle Bilder:

Die Bundeswehr macht in ihrer neuen Doku auf "Call of Duty"

abspielen

Video: watson/Max Biederbeck, Lia Haubner, Marius Notter

Das könnte dich auch interessieren:

"Kritische Schwelle" erreicht: So heiß wird die Erde in den nächsten 5 Jahren

Link zum Artikel

Kartellamt verpasst Facebook blaues Auge – muss Zuckerberg das Datensammeln einstellen?

Link zum Artikel

WLAN auf dem Mars? Bibis Beauty Palace liefert TV-Blamage für die Ewigkeit

Link zum Artikel

Spieler selbst aufstellen – dieser Verein ist der Traum jedes FIFA-Fans

Link zum Artikel

9 Promis, die gerne (un)heimlich im Foto-Hintergrund rumlungern

Link zum Artikel

Wenn du Andrea Nahles heißt, dürften dir diese Umfrage-Ergebnisse nicht gefallen

Link zum Artikel

Das Wunder von Montana: Gefrorene Katze Fluffy wurde aufgetaut und überlebt

Link zum Artikel

Netflix macht's einfach selbst – und will 3 Filme mit deutschen Stars drehen

Link zum Artikel

Trump nominiert Ökonom Malpass als Weltbank-Chef – sein Idee ist an Ironie kaum zu toppen

Link zum Artikel

Teste den Sound von DOCKIN und sag uns deine Meinung!

Link zum Artikel

Kartellamt schränkt Facebook beim Datensammeln ein

Link zum Artikel

"Weißbier trinken und die Klappe halten" – Assauers 14 ikonischste Zitate

Link zum Artikel

Rechtsextremismusverdacht: Bundeswehr suspendiert offenbar Elitesoldaten

Link zum Artikel

"Aber so ist es halt grad" – wir haben 3 Obdachlose an ihre Schlafplätze begleitet

Link zum Artikel

Suche nach Fußballer Sala –  Erste Leiche aus Flugzeugwrack geborgen

Link zum Artikel

Jetzt erkennen die Briten langsam den Brexit-Irrsinn – Panik kommt auf

Link zum Artikel

Jodel: Auf einer Party rast sie aufs Klo – und merkt zu spät, dass es gar keins war...

Link zum Artikel

Wenn du deinen Job auch so im Griff hast wie diese 17 Menschen, darfst du heute früher heim

Link zum Artikel

Real gratuliert Ronaldo nicht zum Geburtstag – und die CR7-Fans sind empört

Link zum Artikel

Zigaretten rauchen erst ab 100 Jahren und 7 weitere kuriose Gesetze

Link zum Artikel

Hauptsache weiterhin männlich – die verzweifelte Suche der Kirche nach Priestern

Link zum Artikel

Gasexplosion in San Francisco – Flammen schießen meterhoch aus dem Boden

Link zum Artikel

Die Karriere von Rudi Assauer in 15 bewegenden Bildern

Link zum Artikel

Weil 5 Pfarrer Geflüchteten halfen, wurden nun ihre Häuser durchsucht

Link zum Artikel

Nach rassistischem Pullover – Rapper nehmen Entschuldigung von Gucci nicht an

Link zum Artikel

"Wenn's dir gefällt, mach es einfach" – wieso Alexander in die sibirische Kälte zog

Link zum Artikel

Kartellamt gegen Facebook: Steht der "Gefällt mir"-Button auf der Kippe?

Link zum Artikel

Ja, ich gestehe, ich habe Modern Talking gehört

Link zum Artikel

Stelle dich unserem ultimativen GNTM-Quiz für Superfans!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Auf Hawaii hat's geschneit. Richtig gelesen: Auf Hawaii!

In Deutschland rieselt es im Süden ein wenig, während im Rest des Landes vom Winter dann doch eher wenig zu spüren ist. Ganz anders sieht es im zumeist paradiesischen US-Staat Hawaii in diesen Tagen aus. (geek.com)

Auf bis zu minus elf Grad soll es sich laut Berichten am Montag auf der Insel abgekühlt haben – laut dem Wetter-Experten Christopher Burt möglicherweise ein historischer Tiefswert. Ihm zufolge sollen vergleichbare Werte zuletzt 1979 auf der Pazifik-Insel gemessen worden sein. …

Artikel lesen
Link zum Artikel