Nancy Clark of Squirrel Hill, reads from the Tehillim, as police lights flash and rain soaks the pages, yards away from Tree of Life Congregation, on Saturday, Oct. 27, 2018, in the Squirrel Hill section of Pittsburgh. A shooter opened fire at the synagogue, killing multiple people and wounding others in one of the deadliest attacks on Jews in U.S. history.  (Andrew Stein/Pittsburgh Post-Gazette via AP)

Wieso kam es schon wieder zu einer tödlichen Attacke in den USA? In Pittsburgh sucht eine Frau Stunden nach der Attacke am Tatort in einem Gebetsbuch nach Antworten auf ihre Fragen. Bild: Pittsburgh Post-Gazette/ap

Antisemit erschießt 11 Menschen in Synagoge in den USA – Täter festgenommen

Die Welt hat mit Bestürzung auf ein antisemitisches Hassverbrechen mit elf Toten in den USA reagiert. Staatsmänner und -frauen aus vielen Ländern der Welt verurteilten die Tat eines 46 Jahre alten Amerikaners scharf.

The FBI investigates in the rain after an active shooter situation at the Tree of Life Congregation on Saturday, Oct. 27, 2018, in the Squirrel Hill section of Pittsburgh. A gunman opened fire at the synagogue, killing multiple people and injuring others in one of the deadliest attacks on Jews in U.S. history. (Andrew Stein/Pittsburgh Post-Gazette via AP)

Einsatzkräfte am Tatort Bild: Pittsburgh Post-Gazette/ap

Der Angreifer hatte während einer Zeremonie zur Namensgebung für ein Baby am Sabbat-Tag das Feuer eröffnet. Dabei soll er Medienberichten zufolge "Alle Juden müssen sterben!" gebrüllt haben. Nach Behördenangaben war er mit einem Sturmgewehr und mindestens drei Handgranaten bewaffnet. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei wurde er festgenommen und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der Angriff in der Lebensbaum-Synagoge von Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania sei "wahrscheinlich" der tödlichste antisemitische Anschlag der US-Geschichte, teilte die auf Beobachtung und Bekämpfung des Antisemitismus spezialisierten US-Organisation Anti-Defamation League (ADL) mit.

US-Präsident Donald Trump verurteilte den Angriff auf die Synagoge scharf. Es dürfe "keine Toleranz für den Antisemitismus" oder andere Formen des Hasses auf Religionen geben, sagte Trump. "Diese bösartige antisemitische Attacke ist ein Angriff auf uns alle."

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um den 46-jährigen Robert Bowers aus Pittsburgh.

 Bowers soll der Verfasser einer Serie von antisemitischen Botschaften sein, die vor allem in einem rechtsgerichteten Portal veröffentlichte wurden. In einem Eintrag, der von Bowers stammen soll und nur wenige Stunden vor dem Attentat gepostet wurde, wird die jüdische Flüchtlingshilfeorganisation Hias angegriffen: "Hias holt gerne Eindringlinge, die unsere Leute töten. Ich kann nicht sitzen bleiben und zusehen, wie meine Leute abgeschlachtet werden. Scheiß auf Eure Sichtweise, ich gehe rein."

Der Angriff auf die Synagoge wurde auch international scharf verurteilt. "Ich trauere um die Toten von Pittsburgh, die offenbar Opfer von blindem antisemitischem Hass wurden", ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Online-Dienst Twitter erklären. "Wir alle müssen uns dem Antisemitismus entschlossen entgegenstellen - überall." Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu äußerte sich erschüttert über die "schreckliche antisemitische Brutalität".

Law enforcement run with a person on a stretcher at the scene where multiple people were shot, Saturday, Oct. 27, 2018, at the Tree of Life Congregation in Pittsburgh's Squirrel Hill neighborhood. (Alexandra Wimley/Pittsburgh Post-Gazette via AP)

Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Bild: Pittsburgh Post-Gazette/ap

Es handelt sich bereits um den zweiten offenbar politisch motivierten Gewaltakt, der die USA in der Schlussphase des Wahlkampfs für die Kongresswahlen am übernächsten Dienstag erschüttert. In den Vortagen waren 13 Briefbomben abgefangen worden, die an prominente Trump-Kritiker gerichtet waren, unter ihnen Ex-Päsident Barack Obama und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

(sg/pb/afp/dpa)

Augenblicke – Bilder aus aller Welt

Wachsende Sorge um Sicherheit der Bundeswehr in Afghanistan

Im politischen Berlin wächst die Sorge um die Sicherheit der Bundeswehr in Afghanistan. "Eine Verlängerung der Präsenz der Nato über den April hinaus kann zu einer höheren Gefährdung unserer Soldaten führen", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums dem ARD-Hauptstadtstudio laut einem am Freitag veröffentlichten Bericht. In Sicherheitskreisen heiße es, dies könne auch dazu führen, dass man kampfstarke Verstärkung ins deutsche Lager nach Masar-i-Scharif bringen müsse.

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