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Deputy Chief Constable of Wiltshire Police Paul Mills addresses the media outside the Bowman Centre community hall, after two people were hospitalised and police declared a 'major incident', in Amesbury, Wiltshire, Britain, July 4, 2018. REUTERS/Henry Nicholls

Ermittler sprechen zur Presse im britischen Salisbury. Bild: henry nicholls/REUTERS

Zufall oder Anschlag wie auf Skripal? 5 Fakten zur Nowitschok-Vergiftung in England

Vier Monate nach dem Anschlag auf die Skripals in Südengland sind dort wieder ein Mann und eine Frau durch den Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Das teilte Scotland Yard am späten Mittwochabend mit. 

Das sind die gesicherten Informationen:

Gab es einen erneuten Anschlag?

Das ist bislang nicht geklärt. Statt der Theorie eines zweiten Anschlags prüfen die Ermittler laut der Nachrichtenagentur Press Association jedoch auch den Verdacht einer sogenannten Kreuzkontamination. Der vor der Attacke auf die Skripals verwendete Behälter zur Aufbewahrung des Nervengifts sei bis heute nicht gefunden worden, sagte eine ranghohe Regierungsquelle der PA. Denkbar sei deshalb, dass das Paar mit demselben Gegenstand in Berührung kam.

Wer sind die Opfer?

Bei den nun vergifteten Opfern handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 45-Jährigen und eine 44-Jährige aus der Region. Zunächst sei die Frau am Samstag kollabiert, später mussten die Ärzte auch den Mann ins Krankenhaus bringen. 

A police officer stands in front of Amesbury Baptist Church, which has been cordoned off after two people were hospitalised and police declared a 'major incident', in Amesbury, Wiltshire, Britain, July 4, 2018. REUTERS/Henry Nicholls

Auch diese baptistische Kirche in Amesbury wurde gesperrt. Dort hatten sich die beiden Vergifteten zuvor aufgehalten. Bild: reuters

Was für ein Gift wurde genau verwendet?

Bislang hat die britische Polizei lediglich bekannt gegeben, dass es sich bei dem Gift um Nowitschok handeln soll. Wissenschaftler prüfen nun, ob das Gift mit der Substanz identisch ist, die bei den Skripals verwendet worden war. Unter dem Begriff Nowitschok läuft eine ganze Gruppe eines bestimmten Nervengifts, das nach Hautberührung oder Einatmen binnen 30 Sekunden bis zwei Minuten Folgen beim Opfer zeigt. Nowitschok war in der früheren Sowjetunion hergestellt worden.

Wie reagieren die britischen Behörden?

Als Reaktion auf den Vergiftungsfall tritt der Sicherheitsrat der Regierung, das sogenannte Cobra-Komitee, am Donnerstag zu einer Krisensitzung unter Führung des britischen Innenministers Sajid Javid zusammen. Federführend bei den Ermittlungen ist die mit über 100 Kräften beteiligte Anti-Terror-Sektion der Polizei. Das Forschungslabor für Chemiewaffen im nahe gelegenen Porton Down wurde mit den Untersuchungen des Giftes befasst. Dort war auch das Nervengift Nowitschok im Fall Skripal identifiziert worden.

Was war im Fall Skripal passiert?

Sergej und Julia Skripal

Sergej und Julia Skripal  Bild: dpa/Russian Look/Via Social Networks

Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren im März in Salisbury mit Nowitschok vergiftet worden. Man fand sie bewusstlos auf einer Parkbank. Beide lagen mehrere Wochen lang im Koma, überlebten den Anschlag aber. Sergej Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog der Doppelagent auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Großbritannien.

Die britische Regierung machte Russland für den Giftanschlag verantwortlich. Der Vorfall löste eine diplomatische Krise zwischen Großbritannien und Russland aus und führte zu Ausweisungen zahlreicher Diplomaten. Die Skripals leben inzwischen an einem unbekannten Ort.

Mehr Hintergründe zum Skripal-Attentat und der nachfolgenden diplomatischen Krise:

(fh/dpa)

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