International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Warum die Versteigerung dieses Luther-Briefs zu einer Antisemitismus-Debatte geführt hat

11.07.18, 07:09

"Außergewöhnlich gut erhalten" soll der Brief des Reformators Martin Luther (1483-1546) sein, der in den kommenden Tagen versteigert wird. 

Der fast 500 Jahre alte Brief könnte Schätzungen zufolge 225.000 Euro einbringen.

Adressat sei der Vorsteher der Nikolaikirche in Berlin, Georg Buchholzer, gewesen. Es geht in dem Brief um einen Streit zwischen Buchholzer und einem Brandenburger Kollegen um den Umgang mit Juden in der Gegend.

Online-Versteigerung läuft noch bis Mittwochabend (Ortszeit). Luther gilt als zentrale Figur der Reformation, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen führte.

Auf Twitter wird der Brief hitzig diskutiert

Luthers Brief wird derzeit auf Twitter hitzig diskutiert. In dem Brief bezeichnet Luther Juden als "Inkarnation des Teufels".

Der Luther-Forscher Eric Metaxas widersprach gegenüber der Nachrichtenagentur AP Antisemitismus-Vorwürfen: Demnach sei der Antisemitismus des 16. Jahrhunderts nicht mit dem des 21. Jahrhunderts vergleichbar. Metaxas: "Was wir mit einem solchen Satz meinen, hätte Luther nicht gemeint."

Hintergrund der Äußerungen sei Luthers Frustration darüber, dass die Juden, die er traf, nicht zum Christentum konvertieren wollten. 

Christopher Boyd Brown, ein Lehrer an der Boston University, sagte der AP: "Luther spielt eine Rolle in der dunklen Geschichte des Antisemitismus des 16. Jahrhunderts." Und weiter: "Auch wenn seine Intoleranz gegenüber dem Judäismus erstaunlich ist, war Luther kein Antisemit. Sein Kritik entsprang in einem theologischen Widerspruch über die Deutung der gemeinsamen Schriften, nicht in radikaler Feindseligkeit."

(pb/dpa)

Kein Hartz IV für Unter-50-Jährige? Das sagt ein Wirtschaftsprofessor dazu

Nach dem WM-Aus drohen Gastronomen und Werbern Millionenverluste 

Du könntest bald Geld für ein Haus bekommen – der watson-Guide zum Baukindergeld

Harley-Davidson ist nur der Anfang: Wie Trump sich im Handelskrieg verfahren hat

Dieser "Airbag" soll dein Handy vor teuren Display-Schäden schützen 

4 Fakten zum Kükenschreddern und warum es bald ein Ende haben könnte 

Den watson-Kryptos geht's besser – die Branche bleibt leider unseriös (Pornos sind Schuld)

11 Dinge, die du dich nicht mehr traust, zu Bitcoin zu fragen

Zocke ich meinen Bäcker ab, wenn ich mit Karte zahle?

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Ich liebe euch alle!" – was in den Briefen der vermissten Thailand-Jungs steht

Seit Tagen bangen Menschen in aller Welt um das Wohl der zwölf Jugendfußballer und ihres Trainers. Die Bergungsoptionen sind äußerst riskant, bereits seit zwei Wochen sitzen die Vermissten in der thailändischen Höhle fest. 

Die Bergung wird immer mehr zu einem Wettlauf gegen die Zeit: Zwar kündigten die Behörden an, das Risiko bei der geplanten Bergungsaktion so niedrig wie möglich zu halten. Allerdings sollte es am Samstag regnen und das Wochenende über zu teils heftigen …

Artikel lesen