International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
New Delhi, India - November 29, 2015: Delhi Queer Pride -2015

Delhi Queer Pride 2015 Bild: getty images

Indien legalisiert Homosexualität – damit kippt ein Gesetz aus der Kolonialzeit

06.09.18, 08:39

Indiens Oberstes Gericht hat am Donnerstag ein Gesetz aus der Kolonialzeit gekippt, das Homosexualität unter Strafe stellt. Das berichten mehrere Medien, unter anderem die New York Times

Im Kern war es um den Paragraphen 377 gegangen, ein Relikt der britischen Kolonialgesetzgebung aus den 1860er Jahren. Es bestraft Homosexualität als "Geschlechtsverkehr wider die Natur" mit dem Höchststrafmaß lebenslänglicher Haft. Ein örtliches Gericht in Neu Delhi hatte Homosexualität im Jahr 2009 zwar gewissermaßen legalisiert. Das Oberste Gericht führte nach Beschwerden religiöser Gruppen die Strafbestimmungen 2014 aber wieder ein. 

In einem anderen Bereich zeigte sich Indiens Oberstes Gericht liberaler. Nur einen Monat nach der umstrittenen Entscheidung zum Verbot gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehrs erkannten die Richter Transsexuelle offiziell als drittes Geschlecht an.

Seit 2016 wurden mehrere Anträge für die Abschaffung des Paragraphen 377 eingereicht, seit Juli hat das Oberste Gericht diese angehört. Religiöse Gruppen laufen Sturm dagegen. 

Offiziellen Statistiken zufolge wurden 2016 insgesamt 2187 Fälle "unnatürlicher Vergehen" registriert. Sieben Menschen wurden verurteilt.

Gleichgeschlechtlicher Sex ist besonders in den ländlichen Gebieten Indiens ein Tabu-Thema. Homophobie ist weit verbreitet, einige sehen Homosexualität nach wie vor als Geistesstörung an. Etwa jede dritte lesbische Frau hat einer neuen Umfrage zufolge körperliche Misshandlungen und Vergewaltigungen durch Verwandte erlitten. 

(pbl/afp)

So schillernd war der Tuntenspaziergang durch Neukölln:

Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner

Was heute noch wichtig ist:

"Space Jam" kommt mit LeBron zurück – doch eine wichtige Frage bleibt offen...

Kühnert über Maaßen: "Wenn solche Deals der Normalfall sind, können wir einpacken"

"Ich habe keinen Justizminister" – Trump attackiert Jeff Sessions

"Wofür zahle ich 70 Euro?!" Zum Champions-League-Start ist "Sky Go" down

Die allererste Playstation kommt zurück – mit Tekken 3 und Final Fantasy VII

9 geniale Dating-Profile von Frauen, bei denen ich mich einfach nur verknallen konnte

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

China zwingt Muslime in Umerziehungslager – sagen Menschenrechtler

Muslime sollen massenhaft in Umerziehungslager gesteckt und gezwungen werden, Lobeshymnen auf die Kommunistische Partei zu singen. Das wirft die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) der chinesischen Regierung vor und fordert deshalb Sanktionen der Vereinten Nationen.

Die Vorwürfe gehen aus einem neuen Bericht der Organisation hervor. Die muslimische Volksgruppe der Uiguren werde in der westlichen Provinz Xinjiang massiv unterdrückt. 

Die Organisation hat Interviews mit …

Artikel lesen