International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
New Delhi, India - November 29, 2015: Delhi Queer Pride -2015

Delhi Queer Pride 2015 Bild: getty images

Indien legalisiert Homosexualität – damit kippt ein Gesetz aus der Kolonialzeit

Indiens Oberstes Gericht hat am Donnerstag ein Gesetz aus der Kolonialzeit gekippt, das Homosexualität unter Strafe stellt. Das berichten mehrere Medien, unter anderem die New York Times

Im Kern war es um den Paragraphen 377 gegangen, ein Relikt der britischen Kolonialgesetzgebung aus den 1860er Jahren. Es bestraft Homosexualität als "Geschlechtsverkehr wider die Natur" mit dem Höchststrafmaß lebenslänglicher Haft. Ein örtliches Gericht in Neu Delhi hatte Homosexualität im Jahr 2009 zwar gewissermaßen legalisiert. Das Oberste Gericht führte nach Beschwerden religiöser Gruppen die Strafbestimmungen 2014 aber wieder ein. 

In einem anderen Bereich zeigte sich Indiens Oberstes Gericht liberaler. Nur einen Monat nach der umstrittenen Entscheidung zum Verbot gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehrs erkannten die Richter Transsexuelle offiziell als drittes Geschlecht an.

Seit 2016 wurden mehrere Anträge für die Abschaffung des Paragraphen 377 eingereicht, seit Juli hat das Oberste Gericht diese angehört. Religiöse Gruppen laufen Sturm dagegen. 

Offiziellen Statistiken zufolge wurden 2016 insgesamt 2187 Fälle "unnatürlicher Vergehen" registriert. Sieben Menschen wurden verurteilt.

Gleichgeschlechtlicher Sex ist besonders in den ländlichen Gebieten Indiens ein Tabu-Thema. Homophobie ist weit verbreitet, einige sehen Homosexualität nach wie vor als Geistesstörung an. Etwa jede dritte lesbische Frau hat einer neuen Umfrage zufolge körperliche Misshandlungen und Vergewaltigungen durch Verwandte erlitten. 

(pbl/afp)

So schillernd war der Tuntenspaziergang durch Neukölln:

Play Icon

Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner

Was heute noch wichtig ist:

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Alice Weidel will an englischer Elite-Uni Oxford sprechen – Studenten protestieren

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel ist es mittlerweile gewohnt, dass Menschen gegen ihre Auftritte protestieren. Wenn die Politikerin auf Kundgebungen in Deutschland spricht, scharen sich regelmäßig laute Gegendemonstranten um ihr Publikum. In der nächsten Woche will Weidel an der englischen Elite-Universität Oxford sprechen. Und selbst dort wird sie wohl auf lauten Gegenprotest stoßen.

Sie soll dort auf Einladung der Oxford Union sprechen – einem 1823 gegründeten Debattierklub. In der …

Artikel lesen
Link to Article