International

Brunei droht Homosexuellen mit Todesstrafe – so gefährlich lebt die Community weltweit

Lea Senn / watson.ch

Trotz internationaler Proteste ist in Brunei ein verschärftes Strafrecht in Kraft getreten, das unter anderem für gleichgeschlechtlichen Sex die Todesstrafe vorsieht. Die Regelung, die seit Mittwoch gilt, basiert auf der islamischen Scharia und sieht auch die Todesstrafe für Ehebruch vor.

Die EU kritisierte die Strafen deutlich und warf Brunei die Verletzung internationaler Verträge zum Schutz von Menschenrechten vor.

Gleiches soll nun auch in Kenia geschehen. Am Freitag soll der "High Court" über das umstrittene Gesetz entscheiden und darüber, ob Homosexualität legalisiert wird.

Brunei steht wegen der neuen Gesetze seit Tagen in der Kritik. UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet bezeichnete die Strafen als "grausam und unmenschlich", Deutschland, Frankreich und die USA riefen das Sultanat zur Achtung der Menschenrechte auf.

Prominente wie Elton John und George Clooney forderten den Boykott der neun Luxushotels im Besitz des Sultanats in Großbritannien, Frankreich, Italien und den Vereinigten Staaten. Auch der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden verurteilte die neue Gesetzgebung.

Das Sultanat auf der Insel Borneo ist das erste Land in Ost- und Südostasien, das sich mit seinem Strafgesetzbuch am islamischen Recht der Scharia orientiert. Ähnlich halten es bisher bereits einige Nahost-Staaten und Saudi-Arabien. Das Auswärtige Amt riet Reisenden in Brunei angesichts der Strafrechtsverschärfungen am Mittwoch zu besonderer Vorsicht. Besuchern werde ausdrücklich empfohlen, "sich mit den landesspezifischen Gesetzen vertraut zu machen".

Welches Land hat welche Regeln? Eine Übersicht:

Juristische Weltkarte der Homosexualität

In Afrika und Asien sind die Gesetze für gleichgeschlechtliche Liebe am strengsten. Im Sudan, Iran, Jemen und Saudi-Arabien droht bei sexuellen Handlungen unter Männern die Todesstrafe.

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grafik: watson, basierend auf material von wikipedia

Auch wenn die Akzeptanz in Europa größtenteils vorhanden ist: Die "Ehe für Alle" ist längst nicht in allen Ländern erlaubt.

In vielen osteuroäischen Ländern wie Polen, Ungarn oder der Ukraine ist die Ehe in der Verfassung nur als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert.

Europa:

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Situation in Deutschland

In Deutschland können Homosexuelle seit 2017 heiraten – wie jedes heterosexuelle Paar auch. Davor hatten sie die Möglichkeit, eingetragene Lebenspartnerschaften zu schließen.

Mit der "Ehe für Alle" sind homosexuelle Paar nun wirklich gleichgestellt, auch was etwa das Adoptionsrecht angeht.

Lange Zeit waren homosexuelle Handlungen unter Männern auch in Deutschland verboten. Der Paragraf 175 im deutsche Strafgesetzbuch, der das regelte, stammte noch aus dem Kaiserreich, wurde von den Nationalsozialisten und auch von der Bundesrepublik übernommen. Erst ab 1969 wurde der Paragraf gelockert – und erst 1994, nach der Wiedervereinigung, wurde er ganz und ersatzlos gestrichen.

Die Gesetzgebung in Brunei

Sultan Bolkiah, der als einer der reichsten Menschen der Welt gilt, hatte die Pläne für die neue Gesetzgebung bereits im Jahr 2013 angekündigt. Erste Gesetze traten 2014 in Kraft, darunter etwa Geld- und Gefängnisstrafen für "unanständiges Verhalten" oder das Versäumen der Freitagsgebete.

Beobachtern zufolge will sich der Sultan angesichts einer anhaltenden Rezession in dem von Öl-Einnahmen abhängigen Land die Unterstützung konservativer Kreise sichern, kann aber offenbar auch auf den Rückhalt in der Bevölkerung des ehemaligen britischen Protektorats zählen.

Ob Steinigungen künftig tatsächlich vollstreckt werden, ist unklar, da die Beweispflicht sehr streng ist. Seit Jahrzehnten wurde in Brunei niemand mehr hingerichtet.

(mit dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Diavolino 04.04.2019 09:19
    Highlight Highlight Wer hier leugnet, dass das mit dem Islam etwas zu tun hat, hat den Bezug zur Realität verloren. Ich vermisse den Aufschrei und die Distanzierung. Aber immerhin zeichnet in diesen Ländern niemand Mohammed-Karikaturen...
  • 03_szust 23.02.2019 23:34
    Highlight Highlight Liebe ist Liebe und ist Privatsache!
    Was sollte es einen Kümmer, wen jemand anders liebt, solange man es nicht gerade selbst ist?
  • PennyLane 22.02.2019 13:23
    Highlight Highlight woah alleine der 1. Satz...das zu lesen in der heutigen zeit ist so schlimm!

"Ehe für alle" ist für AKK immer noch mit Inzest und Polygamie vergleichbar

"Katholisch, konservativ – Kanzlerin?" – in der ARD-Talkshow "Maischberger" gab es am Mittwochabend nur einen einzigen Gast: Annegret Kramp-Karrenbauer, seit dem 7. Dezember Parteivorsitzende der CDU. Und es ist dieses neue Amt, das die Talkshow-Macher wohl zu der Kanzlerinnen-Frage im Sendungstitel bewogen hat. 

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