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Meinung

5 Gründe, warum du dir Australien nach dem Abi sparen kannst

"Can I get a beer, please?" "Coming right up, mate. Twelve Dollars, please." Schauplatz: Eine Bar in Airlie Beach, Queensland, Australien. Hohe Bierpreise sind eine Normalität in Downunder. Doch was spricht noch gegen das bei deutschen Abiturienten so beliebte Reiseziel am anderen Ende der Welt?

Auch ich habe mir nach meinem Abi im vergangenen Jahr ein Jahr Zeit genommen und habe Länder wie Indonesien, die Philippinen und Australien besucht. In fünf Monaten konnte ich mir besonders von Australien und Indonesien ein gutes Bild machen.

Vorab möchte ich aber deutlich machen, dass ich in den sechs Wochen, in denen ich die Ostküste Australiens bereist habe, viele wunderbare Erlebnisse und ein großartige Zeit mit meinen Freunden hatte. Wenn ich aber auf die gesamte Reise zurückblicke, ist Australien ein Abschnitt gewesen, den ich mir speziell bei dieser Reise hätte sparen können.

Hier sind sind 5 Gründe, wieso...

Preise wie zu Hause

Ein Hauptkriterium, warum Länder wie Thailand, Vietnam oder Indonesien beliebte Backpacker-Ziele sind, sind die geringen Lebenshaltungskosten. In Thailand bedarf es wenig Mühe, mit einem Tagesbudget von 15 bis 20 Euro zu leben. Tja, nicht in Australien. Teures Bier ist nur ein Problem, aber jegliche Alltagskosten, wie Unterkunft oder Lebensmittel, sind ähnlich teuer wie in Europa.

Viele kommen nach Australien, um dort zu arbeiten und im Anschluss Südostasien zu bereisen. Das wäre meiner Meinung nach der einzige Fall, in dem das Reiseziel zu empfehlen wäre.

Für einen "kurzen Aufenthalt" von ein bis zwei Monaten, ist Australien ein Geldschlucker.

Kein kultureller "Wow-Effekt"

Queensland, New South Wales, Victoria. Alles Staaten in Australien. Die britische Vergangenheit ist nicht zu verkennen. Dadurch macht das Land über weite Strecken einen europäischen Eindruck, was besonders in Städten wie Brisbane oder Melbourne deutlich geworden ist.

"Den besten Kaffee der Welt gibt's in Melbourne!"

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Bild: imago images / Danita Delimont

Gerade wenn man jung ist, sollte man versuchen, so viel Neues zu entdecken wie möglich, glaube ich. Die Kulturschocks, die man in Ländern wie Indonesien erlebt, bleiben in Australien aus. Ein Roadtrip durchs Land ist mit Mitte 30 immer noch möglich, vielleicht sogar besser, wenn die eigene finanzielle Lage besser aussieht.

Surfers Paradise, und sonst?

Cameron Swan is watching the strong waves and currents on a very windy day at North Curl Curl beach, one of the 12 beaches that form Sydneys famous Northern Beaches. New South Wales, Australia., Sydney New South Wales model released Symbolfoto PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: LarsxSchneider 9527700031

Bild: imago/Aurora Photos

Für Surfer ist besonders die Ostküste ein Paradies auf Erden, weil man praktisch überall Wellen findet. Auch wenn manchmal Gefahren wie Haie oder hochgiftige Quallen einer Session im Weg stehen.

Zwischen den Städten und ein paar Natur-Highlights gibt es für Nicht-Surfer allerdings ein paar Durststrecken. Traveller machen oft Touren ins "Outback" zum bekannten Ayers Rock. Doch das ist (wiedermal) ein teures Vergnügen, genau wie die Touren nach Fraser oder Magnetic Island, die sehr schön sind, aber auch ordentlich den Geldbeutel belasten.

Für Naturliebhaber mit mittlerem bis hohem Budget kann das Land also zu einem abwechslungsreichen Highlight werden, denn Steilküsten, seltene Tiere und wechselnde Vegetation gibt es reichlich. Man muss nur hinkommen.

Große Geldbußen für "Kleinscheiß"

Ich möchte kurz ein Beispiel erzählen:

Es ist neun Uhr morgens, und wir fahren gerade aus Newcastle, New South Wales, hinaus in Richtung Melbourne. Uns steht eine lange Fahrt bevor. Plötzlich sehen wir Blaulicht hinter uns, nachdem wir an einer Ampel vorbei gefahren sind, also fahren wir rechts ran.

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Bild: imago images / Danita Delimont

Wie sich herausstellte ist es in Australien illegal, zu beschleunigen, um noch über eine gelbe Ampel zu kommen. Über 400 Dollar Strafe. Dieselbe Strafe gilt übrigens für das Überfahren einer roten Ampel! In der Folge waren wir oft unsicher, wenn wir auf eine gelbe Ampel zufuhren. Wir bremsten lieber. Und das ganz schön oft.

Wer in Australien einen Roadtrip macht, sollte sich über das Verkehrssystem gut informieren.

Hinzu kommt: Man wird auf seinen Autoreisen durchs Land früher oder später auf "Toll-Roads", also Mautstraßen, geleitet. Die Maut ist ausschließlich über eine App bezahlbar. Nachzahlungen, für den Fall, dass man davon keine Ahnung hat, sind nur in einem äußerst engen Zeitraum möglich. Das lernten wir auf die harte Tour: 175 Dollar Strafe. Danke dafür.

Bier = Wasser

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Für die Bierenthusiasten unter euch: Die australische Bierkultur ist, nun ja, ernüchternd. Die lokalen Brauereien scheinen nicht die Ambition zu haben, ansatzweise zum europäischen Bier, in Sachen Qualität, in Konkurrenz treten zu wollen. Dafür ist Bier aber, wie fast jeder Alkohol in Australien, ein Luxusgut.

Wer günstig in die Theke beißen will, sollte sich an "Goon" halten. Das ist billiger "Cask-Wine" (Wein aus dem Tetra-Pak), den man in drei bis fünf Liter Packungen bekommt. Unter den Zutaten sind aber tatsächlich Abfälle, wie alter Fisch oder verschiedene alte Früchte, weshalb ich auch keine Verantwortung für schlimme Kater am nächsten morgen übernehme.

Was wäre die Alternative?

Ich habe die Hälfte meiner Reise in Indonesien verbracht und wäre gerne länger geblieben. Das liegt auch an meiner Leidenschaft fürs Surfen. Auch Indonesien ist ein Mekka der Surfkultur.

Fischerhafen in Java, Indonesien

October 23, 2018 - Pangandaran, West Java, Indonesia - Fishing boats are seen leaning on the Pangandaran beach. Pangandaran Beach, one of the best beaches in West Java which is famous for its not so big waves, is suitable for tourists who like to play on the beach. Pangandaran Indonesia PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAs197 20181023_zab_s197_008 Copyright: xAdrianaxAdinandrax

Bild: imago/ZUMA Press

Auch sonst hat das Land extrem viel zu bieten...

Indonesien selbst ist sehr zerrissen, geographisch wie politisch. Die uralten buddhistischen und hinduistischen Traditionen sind immer noch zu spüren, Indonesien ist zugleich auch das Land mit der weltweit größten Anzahl an Muslimen.

Egal wo man hinkommt, man macht komplett neue Erfahrungen. Denn auf den verschiedenen Inseln werden verschiedene Dialekte des Indonesischen, Mandarin und ein Mix aus Arabisch und Indonesisch gesprochen.

Auf den Inseln Java, Bali und Lombok, die ich bereist habe, habe ich so viele neue Dinge gesehen und erlebt, ob es das Essen war oder üppige Paraden. Kombiniert mit der Surferszene des Landes hatte ich die vielleicht spannendste Zeit meines Lebens. Erfahrungen wie diese findet man in vielen weiteren Ländern im asiatischen Raum. Die Möglichkeiten kann man wohl nur in jungen Jahren zeitlich voll ausschöpfen, weshalb ich diese Länder rückblickend bevorzugen würde.

Abschließend würde ich euch also, aus meiner Erfahrung heraus, empfehlen eure Zeit in aufregenden Ländern als Australien zu verbringen, in denen ihr parallel noch weniger ausgeben müsst. Hebt euch Australien für später auf! Gute Reise.

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