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Bild: www.imago-images.de / christian Thiel

Russischer Politiker nennt Rammstein "Idioten" – die Band reagiert auf ihre eigene Weise

Sex geht immer bei Rammstein. Oder Gewalt. Gern auch in Kombination. Die Band aus Berlin ist bekannt für harte Texte und martialisches Auftreten. Provokationen scheinen dabei gewollt.

Nun jedoch sorgen eher zarte Rammstein-Gesten für Aufsehen. So geschehen auf ihrer aktuellen Stadion-Tournee.

Rammstein: Starkes Zeichen gegen Homophobie

Ihr erster Gig in Russland führte sie nach Moskau. Die Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers küssten sich am Ende des Songs "Ausländer". Auf der Bühne (alle Informationen dazu findet ihr hier).

Es ist in Moskau! Hauptstadt eines Landes, in dem Menschenrechtler immer wieder brutale Übergriffe auf Homosexuelle beklagen.

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Bild: facebook rammstein / Screenshot

Dieser homophobe Hardliner empört sich über Rammstein

Jetzt hat sich der Hardliner und Duma-Abgeordnete Witali Milonow (45) in einem Interview mit dem russischen Radiosender "NSN" zur Moskauer Kuss-Aktion geäußert, die er wenig überraschend nicht ganz so gut findet.

February 12, 2017. - Russia, Moscow. - Cross procession in support of transmission of St. Isaac s Cathedral to Russian Orthodox Church. The initiator of cross procession, Russian State Duma deputy Vitaly Milonov. PhotoagencyxInterpress PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY

February 12 2017 Russia Moscow Cross Procession in Support of Transmission of St Isaac S Cathedral to Russian Orthodox Church The Initiator of Cross Procession Russian State DUMA Deputy Vitaly Milonov PhotoagencyxInterpress PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY

Witali Milonow brachte das Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda" auf den Weg. Bild: imago stock&people

Über Rammstein sagt er:

"Wenn sie es für möglich halten, sich derartig aufzuführen, dann sollten wir es auch für möglich halten, uns von solchem Müll fernzuhalten."

Politiker Witali Milonow

Milonow bezeichnete die Bandmitglieder demnach als „Idioten“. Und weiter:

"Wenn sie [Rammstein] sich küssen wollen, sollen sie das in der Ukraine tun.“

Schließlich sagte Milonow in dem Interview vom Donnerstag noch, Rammstein-Fans seien nicht mehr normal. Was den Politiker nicht freuen wird: Es sind viele Fans. Ins Moskauer Central Dynamo Stadion kamen gut 80.000. Russische Fans zählen zu den treuesten Anhängern der Band.

Die Band Rammstein reagiert auf ihre eigene Art

Rammstein scheint unbeeindruckt vom menschenfeindlichen Gezeter des Hardliners. Nur einen Tag nach dem Interview machte die Band genau da weiter, wo sie aufgehört hatte. Denn schon beim nächsten Konzert in Sankt Petersburg wurde es für die beiden Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers wieder ungewohnt intim: Sie umarmten sich kurz aber innig.

Ab Minute 4:50 wird es kuschelig:

Ein deutliches Statement der Solidarität mit der LGBTIQ-Gemeinde zeigte Rammstein schon zuvor beim Konzert im polnischen Chorzów. Auch in Polen werden Homosexuelle immer wieder drangsaliert.

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Equal rights for all #rammstein #lgbtqpoland

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Landers und Schlagzeuger Christoph Schneider schwenkten in den Schlauchbooten die Regenbogenfahne für Akzeptanz der Vielfalt lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller, intersexueller, queerer Lebensformen.

Die Band postet übrigens nach dem Moskau-Konzert ein Foto des Kusses auf ihrem Instagram-Account. Kommentar in kyrillischer Schrift: "Russland, wir lieben dich." Im Netz und in westlicheren Ländern gab es dafür viele anerkennende Reaktionen für Rammstein.

Zuvor hatte sich Kremlchef Wladimir Putin einen Schlagabtausch mit Elton John geliefert. Der britische Popstar hatte in einem offenen Brief an Putin kritisiert, dass in Russland im Kinofilm "Rocketman" über sein Leben alle schwulen Liebesszenen geschnitten wurden.

(lj/mit Material von dpa)

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