International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

++ Offenbar hat es fast 40 Tote bei einem Luftangriff im Osten Syriens gegeben ++

13.06.18, 17:55 18.06.18, 09:57

team watson

18. Juni 2018, 8.55 Uhr: Bei einem Luftangriff im Osten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten fast 40 regierungstreue Kämpfer ums Leben gekommen. Bei den Opfern nahe des Ortes Albu Kamal handele es sich um Anhänger bewaffneter ausländischer Milizen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Es sei unklar, wer für die Bombardierung verantwortlich sei. Beschossen wurden demnach unter anderem Kämpfer der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah.

Die staatliche syrische Agentur Sana beschuldigte die von den USA angeführte internationale Anti-IS-Koalition. Ihr zufolge gab es eine nicht näher genannte Anzahl von Toten und Verletzten.

Die US-geführte Koalition unterstützt im Osten Syriens eine Offensive lokaler Kräfte gegen den sogenannten "Islamischen Staat" (IS). Sie hat aber auch schon mehrfach regierungstreue Kräfte angegriffen. Diese bekämpfen in der Region ebenfalls IS-Extremisten. Anhänger der Miliz hatten Anfang Juni kurzzeitig Teile Albu Kamals zurückerobert. Der Ort ist strategisch wichtig, weil er an der Grenze zum Irak liegt. 

(hd/dpa)

13. Juni 2018, 17.40 Uhr: Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPWC) in Den Haag hat mitgeteilt, dass im Mai vergangenen Jahres in Syrien sehr wahrscheinlich das Giftgas Sarin als chemische Waffe eingesetzt wurde. Zudem soll ein Krankenhaus mit Chlorgas angegriffen worden sein.

Die Organisation stützt ihre Erkenntnisse auf Zeugenaussagen, epidemiologische Analysen und Umweltproben. Der Bericht liegt nun der UN vor.

Die OPWC hatte den Einsatz der Giftgase bereits vermutet, nun hat sich der Verdacht bestätigt. Wer für die Angriffe verantwortlich ist, hat die Organisation nicht untersucht.

(sg)

10. Juni 2018, 17.45 Uhr: Bei Luftangriffen in Syrien, die Menschenrechtlern zufolge auch ein Kinderkrankenhaus trafen, sind mindestens elf Menschen getötet worden. Weitere 29 Menschen wurden bei den Bombardements in der nordwestlichen Provinz Idlib am Sonntag verletzt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Unter den Zielen war nach Angaben der Menschenrechtler auch ein Krankenhaus in dem Ort Taftanas.

Dieses Bild soll laut den oppositionellen "Weißhelmen" die Evakuierung von Verletzten nach einem Luftangriff auf ein Kinderkrankenhaus zeigen. Bild: white helmets via twitter

Eine Quelle beim Zivilschutz berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass alleine beim Angriff auf die Klinik sechs Menschen getötet wurden - unter ihnen drei Kinder. Die Helfer arbeiteten daran, die Trümmerteile beiseite zu räumen.

Die Provinz Idlib wird zu großen Teilen von dem Rebellenbündnis Tahrir al-Scham kontrolliert, dem Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida in Syrien. In der Vergangenheit flogen vor allem die syrische Regierung und ihre Verbündeten Angriffe auf Stellungen in der Provinz.

(fh/dpa)

Bei Luftangriff in Syrien sollen 38 Menschen getötet worden sein

08. Juni 2018, 9.48 Uhr: Die Zahl der Toten bei einem Luftangriff auf ein Rebellengebiet im Nordwesten Syriens ist Aktivisten zufolge auf 38 gestiegen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Freitag zudem von rund 60 Verletzten. Ihr zufolge waren vermutlich russische Flugzeuge für die Bombardierung des Ortes Sardana in der Provinz Idlib am Vorabend verantwortlich. Rettungskräfte der Organisation Weißhelme erklärten, die Angriffe hätten auf einen Markt in der Nähe einer Moschee abgezielt.

Die Provinz Idlib ist eines der letzten Gebiete Syriens, das noch von Rebellen kontrolliert wird. Vor allem islamistische Gruppen sind in der Region besonders stark. Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

(hd/dpa)

Netanjahu droht Syrien mit Angriffen

07. Juni 2018, 15.00 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad mit Angriffen gedroht, sollte er weiter die Präsenz iranischer Truppen in Syrien dulden.

"Er ist nicht länger sicher, sein Regime ist nicht länger sicher. Wenn er auf uns schießt, werden wir seine Streitkräfte zerstören"

Netanjahu

Bisher hat sich Israel militärisch weitgehend aus dem Syrien-Konflikt herausgehalten

Israel will um jeden Preis verhindern, dass sich das iranische Militär dauerhaft in Syrien festsetzt. In den vergangenen Jahren flog die israelische Luftwaffe dort dutzende Angriffe auf Stellungen der iranischen Revolutionsgarden und Waffenkonvois für die libanesische Hisbollah-Miliz, die mit dem Iran verbündet ist. Zumeist hat sich Israel nicht zu den Angriffen bekannt, doch hat sich der Konflikt im Mai deutlich zugespitzt. 

Es wird eine unkontrollierte Eskalation befürchtet

Netanjahu sagte nun, Syrien müsse begreifen, dass "Israel nicht tolerieren wird, dass sich das iranische Militär in Syrien gegen Israel festsetzt". "Die Konsequenzen gelten nicht allein den iranischen Streitkräften dort, sondern auch dem Assad-Regime", sagte der israelische Regierungschef in London, der derzeit in Europa für ein härteres Vorgehen gegen Teheran wirbt, nachdem die USA das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt haben.

(hd/afp)

Kurdenmiliz YPG zieht sich aus Manbidsch in Nordsyrien zurück

05. Juni, 14.00 Uhr: Angesichts von Drohungen der Türkei mit einer Offensive hat die syrische Kurdenmiliz YPG den Abzug ihrer Truppen aus der nordsyrischen Stadt Manbidsch angekündigt. Die YPG teilte am Dienstag mit, sie würden die letzte Gruppe ihrer "Militärberater" aus der Stadt abziehen. Die Türkei fordert seit langem den Abzug der YPG aus Manbidsch und drohte andernfalls mit einem Angriff.

Die YPG hatte die Stadt westlich des Euphrat im August 2016 mit Unterstützung der US-Streitkräfte von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) eingenommen. Die Türkei betrachtet jedoch die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Bedrohung und will sie von ihrer Grenze vertreiben. Nach der Eroberung der nordsyrischen Region Afrin von der YPG im April drohte Ankara mit einer weiteren Offensive auf Manbidsch.

US-Soldaten in Manbidsch Bild: AP

In der Stadt sind zur Unterstützung der YPG US-Spezialkräfte stationiert. Ein türkischer Angriff auf die Stadt drohte daher, zu einer Konfrontation mit dem Nato-Partner USA zu führen. Seit einigen Monaten liefen Verhandlungen zwischen den Verbündeten, um den Konflikt zu entschärfen. Am Montag reiste der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu daher zu Gesprächen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo nach Washington.

Nach seiner Rückkehr am Dienstag verkündete Cavusoglu, es sei ein Fahrplan vereinbart worden, wonach die YPG-Einheiten vor ihrem Abzug aus Manbidsch die Waffen abgeben würden, die sie von den USA für den Kampf gegen die IS-Miliz erhalten hätten. Sobald der Plan für Manbidsch umgesetzt sei, werde ein ähnlicher Plan für andere Städte unter Kontrolle der YPG umgesetzt, sagte der Außenminister laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

(fh/afp)

NGO befürchtet Enteignung von Flüchtlingen im Syrien-Krieg

29. Mai, 13.32 Uhr: Ein neues Gesetz in Syrien macht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Sorgen. 

Bereits Anfang April hatte die syrische Regierung ein Gesetz verabschiedet, dass es ihr erlaubt, Grundstücke in Staatsbesitz zu nehmen, wenn Eigentümer nicht innerhalb von 30 Tagen den Besitz nachweisen können.

Durch das neue Gesetz sei zudem die Rückkehr von Flüchtlingen aus dem Ausland deutlich erschwert, teilte HRW am Dienstag mit. Das neue Gesetz sei eine weitere Maßnahme der syrischen Regierung, um unter dem Titel "Städtische Entwicklung" Eigentum ohne Ersatz und rechtsstaatliche Mittel zu enteignen.

Auch die Bundesregierung hatte sich besorgt über das neue Gesetz gezeigt. Nach UN-Angaben befinden sich rund zwölf Millionen Syrer, mehr als die Hälfte der Bevölkerung, auf der Flucht und mussten ihre Heimat verlassen.

(pb/dpa)

4 russische Militärs bei Kämpfen ums Leben gekommen

27. Mai, 12.30 Uhr: Bei Kämpfen in der syrischen Provinz Deir as-Saur sind nach Militärangaben mindestens vier russische Soldaten getötet und drei verletzt worden. Bewaffnete hätten eine Stellung der syrischen Armee angegriffen, an der auch russische Militärberater im Einsatz waren, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntag mit. Zwei russische Soldaten seien direkt vor Ort getötet worden, zwei weitere seien später in einem Militärkrankenhaus ihren Verletzungen erlegen.  Das Gefecht habe etwa eine Stunde gedauert, mehr als der 40 Angreifer seien getötet worden, hieß es.

Seit September 2015 unterstützt Russland die syrischen Regierungstruppen von Staatschef Baschar al-Assad.  (dpa)

5 Weißhelm-Mitarbeiter in Syrien getötet

27. Mai, 12.20 Uhr: Im Norden Syriens sind am Samstag fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation Weißhelme getötet worden. Wie die Organisation im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, griffen bewaffnete Männer im Morgengrauen eines ihrer Zentren im Dorf Hadja im Süden der Provinz Aleppo an. Fünf Helfer seien getötet und zwei weitere verletzt worden.

Der Leiter des Zentrums, Ahmad al-Hamisch, sagte der Nachrichtenagentur AFP, zwei Mitarbeitern sei die Flucht gelungen. Die Täter hätten Material und Strom-Generatoren gestohlen.

Das Gebiet, in dem sich das Einsatzzentrum befindet, wird nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom ehemaligen Al-Kaida-Ableger Hajat Tahrir al-Scham (HTS) und anderen bewaffneten Regierungsgegnern kontrolliert.

Es war zunächst nicht klar, ob es sich um einen Raubüberfall oder eine politisch motivierte Tat handelte. Die Weißhelme bemühen sich um die Rettung von Zivilisten, die im syrischen Gewaltkonflikt verletzt werden. Ihr  Einsatzgebiet befindet sich in Regionen, die nicht von den syrischen Regierungstruppen kontrolliert werden.

Israel beschießt syrischen Militärflughafen

25. Mai, 8.10 Uhr: Israelische Flugzeuge haben am Donnerstag im Zentrum Syriens einen Militärflughafen der Regierung angegriffen. Jets hätten mehrere Raketen abgefeuert und Munitionslager regierungstreuer Truppen ins Visier genommen, hieß es am Donnerstagabend aus armeenahen Kreisen. Die Raketen wurden demnach vom benachbarten Libanon aus abgeschossen.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, wahrscheinlich sei die israelische Armee für die Bombardierung verantwortlich. Insgesamt habe es am Militärflughafen Al-Dabaa südwestlich der Stadt Homs sechs Explosionen gegeben.

Demnach sind dort die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah sowie Kämpfer anderer regierungstreuer Milizen stationiert. Sie werden vom schiitischen Iran unterstützt, der im Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung ist.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Luftabwehr der Armee habe die "Aggression" zurückgeschlagen und verhindert, dass sie ihr Ziel erreiche. Angaben über Schäden oder mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Syrien meldet US-geführte Luftangriffe

24. Mai 7.52 Uhr: Luftangriffe der US-geführten Koalition haben einem staatlichen syrischen Medienbericht zufolge mehrere Stellungen der syrischen Armee getroffen. Militärposten zwischen Albu Kamal und Hmeimeh im Osten des Landes seien in der Nacht zum Donnerstag getroffen worden, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. In dem Bericht war von einer "Aggression durch Kampfflugzeuge der US-Koalition" die Rede.

Syrische Soldaten in Damaskus dpa (archivfoto)

Ein Sprecher des US-Zentralkommandos dementierte die Berichte. Auch in Kreisen des Verteidigungsministeriums bei Washington hieß es, man habe keine Informationen, die die Berichte erhärten könnten.

Aktivisten sprechen von zwölf Toten

Nach Angaben von Aktivisten sind bei dem Angriff zwölf regierungstreue Kämpfer getötet worden. Die mutmaßlichen Opfer waren demnach keine Syrer. Angaben zu der Nationalität machte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte nicht.

Albu Kamal und Hmeimeh liegen in der ostsyrischen Provinz Deir Essor. Dort gehen die von Russland unterstützten syrischen Truppen sowie die US-geführte Militärkoalition in unterschiedlichen Offensiven gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vor.

Syriens Armee rückt nach Abzug von Rebellen in weiteres Gebiet ein

16. Mai 14:49 Uhr: Nach dem Abzug von Rebellenmilizen haben Syriens Regierungstruppen im Zentrum des Bürgerkriegslandes ein weiteres Gebiet unter Kontrolle gebracht. Einheiten der Regierung und verbündete Milizen rückten in eine Region zwischen den Städten Homs und Hama ein, wie die syrische Armeeführung am Mittwoch mitteilte. Damit wurde ein unter russischer Vermittlung ausgehandeltes Abkommen der Regierung mit Rebellen umgesetzt.

In den vergangenen Tagen waren aus der Region nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle mehr als 30.000 Kämpfer, deren Familienangehörige und weitere Zivilisten abgezogen. Busse brachten sie in die Provinz Idlib und in die Region nördlich der Großstadt Aleppo. Diese beiden Gebiete werden von Rebellen kontrolliert.

Nach der Umsetzung des Abkommens kontrollierten die Anhänger des Präsidenten Baschar al-Assad wieder nahezu das gesamte Zentrum Syriens. Schon zuvor waren die Rebellenmilizen aus dem lange umkämpften Gebiet Ost-Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus abgezogen.

(hd/ dpa)

Chemiewaffen-Experten bestätigt Einsatz von Giftgas in Syrien

16. Mai 9.49 Uhr: Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) hat den Einsatz von Giftgas bei einem Angriff in Syrien im Februar bestätigt.

Eine Erkundungsmission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass in der Stadt Sarakeb am 4. Februar Chlorgas aus Zylindern freigesetzt worden sei, teilte die Organisation am Mittwoch in Den Haag mit. Das Chlorgas sei "wahrscheinlich als chemische Waffe eingesetzt worden", so  die Experten.

(hd/dpa/reuters) 

Aktivisten: Elf Iraner bei israelischem Angriff auf Syrien getötet

12. Mai, 11.21 Uhr: Beim israelischen Angriff auf Syrien sind in dieser Woche nach Angaben von Aktivsten auch elf Iraner getötet worden. Insgesamt seien bei der Bombardierung in der Nacht auf Donnerstag 27 regierungstreue Kämpfer ums Leben gekommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag.

Unter den Opfern seien auch sechs syrische Soldaten sowie zehn Kämpfer ausländischer Milizen. Bislang hatten die Menschenrechtler von 23 Toten berichtet.

Bild: reuters

Die israelische Armee hatte bei dem Angriff auf Syrien nach eigenen Angaben Dutzende iranische Militärziele beschossen. Sie reagierte damit auf 20 Raketen, die iranische Eliteeinheiten zuvor auf die von Israel besetzten Golanhöhen abgefeuert hatten.

Der Iran gehört im syrischen Bürgerkrieg zu den engsten Verbündeten der Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Unter anderem kämpft die von Teheran unterstützte libanesische Schiitenmiliz Hisbollah an der Seite der Armee.

(dpa)

Merkel warnt vor Eskalation

10. Mai, 13:20 Uhr: Angesichts der zugespitzten Lage im Nahen Osten haben Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Deeskalation aufgerufen. Macron und Merkel hätten in Aachen miteinander gesprochen und sich besorgt gezeigt, verlautete aus Kreisen des Élyséepalastes mit Blick auf die Militärschläge in Syrien. Ein deutscher Regierungssprecher betonte, beide hätten zu Besonnenheit und Deeskalation in der Region aufgerufen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, es gehe im Nahen Osten derzeit "wahrlich um Krieg und Frieden".

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran war in der Nacht zum Donnerstag gefährlich eskaliert. Iranische Streitkräfte hatten nach israelischen Angaben erstmals von Syrien aus israelische Militärposten angegriffen. Israels Luftwaffe griff daraufhin Dutzende iranische Militärziele in Syrien an. Auch mit Blick auf den US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran erklärte Merkel in ihrer Laudatio auf den neuen Karlspreisträger Macron: 

"Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen."

(dpa)

Der Konflikt eskaliert

10. Mai, 8:30 Uhr: Seit Monaten heizt sich der Streit zwischen Israel und dem Iran immer weiter auf. Jetzt kommt es zum direkten militärischen Schlagabtausch. Bei Luftangriffen Israels auf iranische Ziele in Syrien sind nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman fast alle dortigen Infrastrukturen des Irans getroffen worden. Dagegen sei keine der 20 von iranischen Streitkräften auf die Golanhöhen abgefeuerten Raketen auf von Israel kontrolliertem Gebiet eingeschlagen, sagte Lieberman am Donnerstag auf einer Konferenz in Herzlija bei Tel Aviv. Nach Angaben der Armee wurden vier der Geschosse von Israels Raketenabwehr abgefangen. Er sagte, es handele sich um einen punktuellen Konflikt Israels mit den iranischen Quds-Brigaden, der Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden. "Alle wollen den Konflikt genau auf dieses Karree beschränken."

Die Quds-Brigaden hätten Raketen des Typs Grad und Fadschr-5 eingesetzt, sagte der israelische Armeesprecher. "Wir sehen diese iranische Attacke auf Israel als sehr schwerwiegend an." Keine der auf die Golanhöhen abgefeuerten Raketen habe ihr Ziel getroffen. Mehrere seien von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. Es habe auch keine israelischen Opfer gegeben.

(t-online)

9 Menschen bei Raketenangriff getötet

9. Mai, 5.20 Uhr: Bei einem Raketenangriff südlich der syrischen Hauptstadt Damaskus sind, Aktivisten zufolge, am späten Dienstagabend mindestens neun Menschen getötet worden. Diese hätten für die syrische Regierung gekämpft, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mehrere Berichte gingen davon aus, dass die Angriffe von israelischen Kampfflugzeugen stammen. Dies konnte am Mittwochmorgen jedoch nicht unabhängig überprüft werden. 

Bild: SANA/AP (Symbolbild)

Es gebe aber keine Bestätigung, ob die Kämpfer Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden gewesen seien. Die Rakete habe zudem Waffendepots und Raketenwerfer getroffen, die mutmaßlich den Revolutionsgarden in Al-Kiswah gehörten.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

(pb/dpa/afp)

Maas reist nach Russland 

8. Mai, 12.08 Uhr: Zwei Monate nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung reist Außenminister Heiko Maas als erster deutscher Regierungsvertreter nach Russland. Der SPD-Politiker trifft an diesem Donnerstag in Moskau unter anderem seinen Kollegen Sergej Lawrow, wie das Auswärtige Amt in Berlin am Dienstag mitteilte.

Themen sind unter anderem die Lage im Bürgerkriegsland Syrien, der Konflikt in der Ostukraine sowie das deutsch-russische Verhältnis.

Die russischen Streitkräfte sind seit Herbst 2015 im Syrien-Krieg im Einsatz. Dort unterhalten sie mehrere Militärstützpunkte. Insgesamt 88 russische Soldaten kamen nach offiziellen Angaben bislang in Syrien ums Leben. Beim  Absturz eines russischen Militärhubschraubers am Montagabend in Syrien kamen die beiden Piloten der Maschine ums Leben.

Der Helikopter vom Typ Ka-52 sei am Montagabend offenbar wegen eines technischen Defekts bei einem Routineflug im Osten des Landes abgestürzt, meldete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Verweis auf eine Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Rettungskräfte bargen demnach die Leichen der Piloten.

(pb/dpa/afp)

23 Tote bei Luftangriffen 

1. Mai, 17.00 Uhr: In Syrien sind bei Luftangriffen auf Gebiete unter Kontrolle der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mindestens 23 Menschen getötet worden. Die Angriffe im Osten des Landes seien entweder von der US-geführten Anti-IS-Koalition oder der irakischen Luftwaffe ausgeführt worden, berichtete die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" mit Sitz in Großbritannien am Dienstag. Unter den Opfern seien mindestens zehn Kinder und sieben Frauen. In dem bombardierten Gebiet halten sich demnach Flüchtlinge aus dem Irak und der syrischen Provinz Dair as-Saur auf.

Kurz zuvor hatten die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) eine Offensive im Osten des Landes angekündigt, um die letzten Gebiete des IS an der Grenze zum Irak zu erobern. Die SDF hatten ihre Kämpfe in der Region zwischenzeitlich gestoppt, nachdem die Türkei zusammen mit verbündeten Rebellen in die von Kurden kontrollierte Region Afrin im Nordwesten des Landes eingefallen war.

(ts/dpa)

Schwere Explosionen an Armee-Stützpunkten

30. April, 2.30 Uhr: Eine Serie von schweren Explosionen hat am Sonntagabend in Syrien mehrere Stützpunkte der Armee und iranischer Milizen erschüttert. Bei dem Angriff sollen laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 26 regierungstreue Kämpfer getötet worden sein – die meisten von ihnen Iraner.

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden unter anderem das Hauptquartier der 47. Brigade westlich der Stadt Hama sowie Stützpunkte nahe des Flughafens von Aleppo von Raketen getroffen. Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen von schweren Explosionen.

Was ist die Brigade 47?

Die Brigade 47 setzt sich aus syrischen Regierungstruppen und iranischen Kräften zusammen. Teheran hat Tausende iranische Kämpfer nach Syrien entsandt, die in dem seit sieben Jahren andauernden Bürgerkrieg die Truppen von Präsident Baschar al-Assad unterstützen.

Wer die Raketen abgefeuert habe, blieb nach Angaben der Aktivisten zunächst unklar. Verschiedene Staatsmedien äußerten die Vermutung, Israel könnte hinter den Angriffen stecken. Das israelische Militär kommentiert derartige Vorgänge grundsätzlich nicht.

Dieses Video soll eine der Explosionen aus der Nacht zeigen:

Erst Stunden zuvor hatte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärt, die Streitkräfte behielten sich weitere Einsätze in Syrien vor.

Regierungsnahe Quellen in Damaskus sagten der Deutschen Presse-Agentur, laute Explosionen seien am Sonntagabend auch nahe dem Stützpunkt Nahar al-Bard zu hören gewesen, der 60 Kilometer nordwestlich von Hama liegt. Auch dort seien iranische Truppen stationiert.

Iran ist neben Russland der engste Verbündete der Regierung von Staatschef Baschar al-Assad. Am 9. April hatten Russland und Syrien Israel für Angriffe auf Stützpunkte nahe Homs mit mindestens 14 Toten verantwortlich gemacht.

(pb/dpa)

Zusätzliches Geld für Syrien

25. April, 9.27 Uhr: Deutschland stellt eine Milliarde Euro zusätzlich für die notleidenden Menschen in Syrien und für Kriegsflüchtlinge in den benachbarten Ländern zur Verfügung. Das gab Außenminister Heiko Maas am Mittwoch bei seiner Ankunft in Brüssel bekannt, wo er an einer Geberkonferenz für Syrien teilnimmt.

Weitere 300 Millionen Euro können nach Angaben des Auswärtigen Amts in der zweiten Jahreshälfte hinzukommen, wenn der Bundeshaushalt steht. Damit würde Deutschland dann insgesamt wieder auf dem Niveau der Hilfszusagen aus dem Vorjahr liegen. Bei der Syrien-Konferenz 2017 war Deutschland der größte Geber.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2012 hat Deutschland bereits 4,5 Milliarden Euro an Hilfsmitteln gezahlt.

"Der Schutz der Zivilbevölkerung muss oberste Priorität haben."

Heiko Maas

Er bekräftigte aber auch, dass Deutschland sich "mit allem Nachdruck den Bemühungen verschrieben" habe, den politischen Prozess zur Lösung des Konflikts wieder in Gang zu setzen. Allein in Syrien sind 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zudem benötigen Millionen Flüchtlinge in der Türkei, im Libanon und in Jordanien Unterstützung.

Dass die zweite geplante Tranche der deutschen Hilfsmittel von 300 Millionen Euro noch nicht fest zugesagt werden kann, liegt an der vorläufigen Haushaltsführung infolge der Bundestagswahl und der langwierigen Regierungsbildung. Im Auswärtigen Amt rechnet man damit, dass die Mittel Mitte Juli frei sein werden. 

(pb/hd/dpa) 

Dutzende Leichen in Raqqa entdeckt

22. April, 9.27 Uhr: In einem Massengrab in der ehemaligen Hochburg des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) im syrischen Raqqa sind dutzende Leichen von Dschihadisten und Zivilisten gefunden worden. Beinahe 50 Körper seien bereits geborgen worden, erklärte ein hochrangiger Behördenvertreter der Stadt am Samstag. Das Grab wurde unter einem Fußballfeld in der Nähe eines Krankenhauses entdeckt, in dem "IS"-Einheiten sich kurz vor ihrem Abzug verschanzt hatten.

Nach Angaben des Behördenvertreters könnten sich bis zu 200 Leichen in dem Massengrab befinden.

"Es war offenbar der einzig verfügbare Platz für Bestattungen, die in Eile erledigt wurden"

Behördenvertreter in Raqqa

Einige Körper würden die Kriegsnamen der Dschihadisten tragen, während andere lediglich mit Vornamen versehen seien.

In den vergangenen Monaten wurden in Syrien und dem Irak wiederholt Massengräber in ehemals vom "IS" besetzten Regionen gefunden. Im Februar hatte die syrische Armee in der Provinz Raqqa in Nordsyrien die Überreste von 34 Menschen entdeckt, die von den Dschihadisten getötet worden waren. Raqqa war bis zur Eroberung der Stadt durch die mit den USA verbündeten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Oktober 2017 die De-facto-Hauptstadt des "IS". Die Dschihadisten werden für zahlreiche Gräueltaten in den ehemals von ihnen kontrollierten Gebieten verantwortlich gemacht, darunter Massenhinrichtungen und Enthauptungen.

(sg/afp)

Maas fliegt zu G7-Gipfel bei dem Syrien im Mittelpunkt steht

21. April, 18:29 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas ist zu einem G7-Treffen im kanadische Toronto aufgebrochen, bei dem es vor allem um die Krisen in Syrien und in der Ostukraine gehen wird.

"In Zeiten der Krise brauchen wir nichts so sehr wie starke internationale Institutionen und offenen Dialog."

Heiko Maas vor seinem Abflug

Nach seinem zweitägigen Aufenthalt in Kanada wird er zu den Vereinten Nationen nach New York und dann nach Brüssel zu einer Syrien-Konferenz weiterreisen.

Maas pochte erneut auf konstruktive Beiträge Russlands im Syrien-Konflikt.

Außerdem betonte er, dass ein Friedensprozess nach sieben Jahren Krieg unter dem Dach der Vereinten Nationen stattfinden müsse.

"Wir brauchen dringend eine politische Lösung für diesen viel zu lange dauernden Konflikt."

Heiko Maas

Die Außenminister der sieben führenden westlichen Industriestaaten kommen am Sonntag zu einem zweitägigen Treffen im kanadischen Toronto zusammen, bei dem der Syrien-Krieg eines der Hauptthemen sein wird.

Das Außenministertreffen findet eineinhalb Monate vor dem Gipfeltreffen am 8. und 9. Juni im kanadischen Charlevoix statt. 

(hd/dpa) 

Chemiewaffen-Inspekteure haben Untersuchung in Duma gestartet

21. April, 17:20 Uhr: Die Chemiewaffenexperten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben mit der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffes im syrischen Duma begonnen. Das Team habe am Samstag in der Stadt bei Damaskus Proben genommen, die nun in Rijswijk in den Niederlanden analysiert werden sollten, teilte die OPCW mit.

(hd/ dpa) 

++ Schüsse auf Giftgas-Experten in Duma ++

18. April, 19.24 Uhr: Das Sicherheitsteam der Delegation zur Untersuchung des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in Syrien ist in der Stadt Duma unter Beschuss geraten. Der Zwischenfall vom Dienstag mache deutlich, unter welchen schwierigen und gefährlichen Bedingungen das Team dort arbeiten müsse, sagte der Chef der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Üzümcü, am Mittwoch.

Es sei unklar, wann die Experten der Organisation selbst Duma betreten könnten, um ihre Untersuchung zu beginnen.

++ Giftgas-Experten kommen in Duma nicht voran ++

18. April, 13.47 Uhr: Die Mission der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zur Untersuchung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes im syrischen Duma ist ins Stocken geraten. "Es gibt Sicherheitsbedenken in dem Team", sagte eine regierungsnahe Quelle in Syrien. Es blieb zunächst unklar, ob das Team aus neun Chemiewaffenexperten noch am Mittwoch seine Arbeit in der Region Ost-Ghuta bei Damaskus würde aufnehmen können.

Die US-Regierung bezichtigte die syrische Regierung einer Verschleppungstaktik. Die Inspektoren der OPCW sollen einen möglichen Giftgasangriff in Duma vom 7. April untersuchen.

Die Ermittlungen vor Ort sollen drei Tage dauern. Der Auftrag an das internationale Expertenteam der OPCW erstreckt sich aber nur auf die Frage, ob in Duma tatsächlich Giftgas eingesetzt worden ist. Die Frage nach dem möglichen Verantwortlichen gehört nicht zum Mandat der internationalen Ermittler.

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Berichte über Explosion im Norden: Der Newsblog zu Syrien zum Nachlesen

Update, 22:57 Uhr: Menschenrechtler melden schwere Explosion in NordsyrienEine schwere Explosion hat nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten ein Gebiet im Norden Syriens erschüttert, in dem iranische Truppen stationiert sind. Es blieb zunächst unklar, was die Detonation in der Provinz Aleppo am Samstagabend auslöste, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Es könne sich zum Beispiel um eine Explosion in einem Waffendepot oder um einen Luftangriff gehandelt …

Artikel lesen