International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Bild: Screenshot: "Nasz Chleb Powszedni"

Stehen ein Schwuler, ein Jude, ein Moslem und zwei Flüchtlinge in einer Bäckerei...

09.04.18, 16:15 22.06.18, 10:00
Felix Huesmann
Felix Huesmann

"Ich träume davon, eine eigene Familie zu haben und mit meinem Ehemann Kinder zu adoptieren", sagt Kamil im Video einer polnischen Antidiskriminierungs-Initiative. 

In Deutschland wäre das seit dem Bundestagsbeschluss zur "Ehe für alle" kein Problem mehr. In Polen gibt es für gleichgeschlechtliche Paare weder die Möglichkeit zu heiraten, noch eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu schließen.

Unter der Regierung der Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) ist das Land in den letzten Jahren noch weiter nach rechts gerückt. Viele Polen wollen vor allem keine muslimischen Flüchtlinge aufnehmen. Im Februar erklärte die polnische Regierung, Flüchtlingskinder künftig nicht mehr an öffentlichen Schulen unterrichten zu wollen. (T-Online)

Fünf verschiedene Menschen und ein gemeinsames Ziel

Die Initiative "Unser täglich Brot" will mit einem Video gegen diese gesellschaftliche Stimmung ankämpfen.

In dem Video werden fünf Menschen beim Brot-Backen in einer Bäckerei gezeigt. Kamil ist schwul. Andrzej ist Jude. Rosa ist aus dem Kongo, Radwan aus Syrien nach Polen geflüchtet. Salam ist Moslem.

Während die fünf aus ihrem Leben erzählen werden Aufnahmen von nationalistischen Demonstrationen und Ausschreitungen eingeblendet. Anschließend bitten die Filmemacher Kunden der Bäckerei in die Backstube und stellen ihnen die Bäcker vor.

Antisemitismus ist auch in Deutschland ein großes Problem!

Macht es einen Unterschied, dass ein Schwuler das Brot gebacken hat?

Alle Kunden sind sich einig, dass das Brot ganz normal schmeckt, ein junger Mann bemerkt bloß lachend, dass es etwas Butter vertragen könnte. Trotzdem sind die Reaktionen gemischt.

Ein älterer Mann sagt Kamil ins Gesicht, dass Schwule seiner Meinung nach nicht in den Himmel kommen. Dass ein schwuler Mann das Brot gebacken habe, sei ebenso irrelevant, wie dass eine lesbische Frau es nun essen würde, sagt hingegen eine junge Frau und lacht. 

Eine ältere Frau erklärt dem muslimischen Salam, dass die Geschichte Polens eine Geschichte des Exils sei. Lange Zeit hätten die Polen "auf der Suche nach Brot" ihr eigenes Land verlassen.

"Bitte fühlen sie sich hier gut. Die Polen sind keine gemeinen Menschen" sagt sie ihm, als sie sich zum Abschied umarmen.

Hier könnt ihr euch das Video mit englischen Untertiteln anschauen:

Video: YouTube/Nasz Chleb Powszedni

Warum Brot?

"Brot wird in Polen sehr respektiert", sagte Anna Bińczyk, eine der Organisatorinnen der Aktion, dem polnischen Fernsehsender tvn24. "Genauso wie wir Brot respektieren, möchten wir von einer anderen Person respektiert werden."

Die Kampagne arbeitet mit der Organisation "Otwarta Rzeczpospolita" (Offene Republik) zusammen, die sich gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Polen einsetzt. 

Einer der größten Kämpfer gegen Rassismus: Martin Luther King

Das könnte dich auch interessieren:

15 Tiere, die am Wochenende viel aktiver sind als du

"Quizz die Gesa" – Bist du schlauer als unsere Chefredakteurin? 

Politiker oder Influencer – wer hat diese Bilder gepostet?

Poo with a view – 15 Klos mit Aussicht

So fallt ihr beim Sneaker-Kauf im Internet nicht auf Betrüger herein

Wein doch: "Sprachnachrichten sind gestohlene Lebenszeit!"

Die Donut-Theorie sagt uns, wie wir gut leben können, ohne die Erde zu zerstören

Dieses Model könnte Heidi Klum arbeitslos machen

18 Gründe, warum wir die 2000er vermissen

"Ich hasse Menschen auf Konzerten"

Dieser Käfer braucht Alkohol, um seine Kinder großzuziehen

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Weniger liebenswert, wenn du dick bist" – die Chefin der Grünen Jugend über #fatshaming

Ricarda Lang, 24, ist Vorsitzende der Grünen Jugend.  Ein Interview über #fatshaming, Sexismus und alltäglichen Rassismus rund um #MeTwo,

Frau Lang, wie kam es zu diesem Tweet? Ich saß in der Bahn, gegenüber saßen eine Frau und ein Mädchen, so zehn Jahre alt. Das Kind griff nach einer Tüte mit Keksen, die auf dem Tisch stand. Die Frau tätschelte ihm auf den Bauch und sagte leicht scherzhaft: ‚Na, ob das so gut ist?!‘ Das hat mich an eigene Erfahrungen erinnert. Ich war als Kind …

Artikel lesen