International

Schwuler Abgeordneter verlässt Brasilien – wegen Todesdrohungen

Wegen Todesdrohungen hat der schwule brasilianische Abgeordnete Jean Wyllys das Land verlassen und will sein Mandat niederlegen.

Der 44-jährige Politiker der Linkspartei PSOL schrieb auf Twitter:

"Leben zu bewahren ist auch eine Strategie, um für bessere Zeiten zu kämpfen."

Der Tageszeitung "Folha de S. Paulo" sagte Wyllys, es sei nicht die Wahl des ultrarechten Jair Bolsonaro zum brasilianischen Präsidenten als solche, die ihn zu seinem Schritt veranlasst habe. Vielmehr habe nach Bolsonaros Wahlsieg im Oktober die Gewalt gegen Mitglieder der LGBT-Community zugenommen.

Die Pressestelle des Parlaments erklärte, Wyllys habe sein Mandat noch nicht formell abgelegt. Sein Büro sagte der Nachrichtenagentur AFP aber, er werde dies tun und eine Zeit außerhalb des Landes verbringen. Angaben zum Aufenthaltsort des Abgeordneten machte sein Büro nicht.

Der frühere Armeeoffizier Bolsonaro, der immer wieder mit schwulenfeindlichen Äußerungen aufgefallen ist, hatte das Präsidentenamt zu Jahresanfang angetreten. In seiner Zeit als Abgeordneter waren er und Wyllys immer wieder aneinandergeraten. Als Bolsonaro 2016 seine Stimme für eine Absetzung der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff einem Folterer aus der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur widmete, spuckte Wyllys ihm ins Gesicht.

(afp)

Polen setzt nahezu vollständiges Abtreibungsverbot in Kraft

In Polen sind Schwangerschaftsabbrüche künftig in fast allen Fällen verboten. Die polnische Regierung setzt dazu ein umstrittenes Urteil des Obersten Gerichts vom Oktober um, mit dem die bisherige Erlaubnis zur Abtreibung schwer fehlgebildeter Föten gekippt wurde. Die Neuregelung werde noch am Mittwoch im Gesetzesblatt veröffentlicht, teilte die nationalkonservative Regierung auf Twitter mit.

Gegen die geplanten Verschärfungen hatte es wiederholt Proteste gegeben. Auch für Mittwochabend seien …

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