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 MINSK, BELARUS - AUGUST 19, 2020: Maria Kolesnikova, a representative of Viktor Barbarikos presidential campaign, takes part in a press conference given by the Coordination council of the Belarusian opposition. Sergei Bobylev/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0E5536

Belarussische Behörden haben Maria Kolesnikowa festgenommen. Bild: imago-images / Sergei Bobylev

Belarussische Behörden: Maria Kolesnikowa festgenommen

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist nach Behördenangaben an der Grenze zur Ukraine festgenommen worden. "Ich kann nicht genau sagen, wo sie ist, aber sie wurde festgenommen", sagte Anton Bytschowski vom belarussischen Grenzschutz am Dienstag per Telefon der Nachrichtenagentur Reuters. Die Agentur Interfax Ukraine meldete unter Berufung auf die Regierung in Kiew, Kolesnikowa habe ihren Pass zerrissen, um eine Abschiebung zu verhindern. Kolesnikowa war seit Montag unauffindbar.

Der Grenzschutzes Belarus hatte zunächst mitgeteilt, sie habe Belarus verlassen. Sie halte sich in der Ukraine auf, hatten die mehrere Medien unter Berufung auf den Grenzschutz Belarus am Dienstagmorgen berichtet. Am frühen Morgen habe sie demnach die Grenze gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter Iwan Krawzow und ihrem Sprecher Anton Rodnenkow passiert.

Die Staatsagentur Belta meldete, Kolesnikowa habe versucht, das Land illegal zu verlassen. Dabei sei sie festgenommen worden. Zunächst wurde vermeldet, sie habe danach dennoch ausreisen können. Ihr familiäres Umfeld ging jedoch davon aus, dass sie an der Grenze festgenommen wurde. Es bestehe weiterhin kein Kontakt zu der Oppositionellen oder ihren beiden Begleitern.

Zur Ausreise gezwungen, festgenommen oder freiwillig ausgereist?

Gesicherte Informationen über den Aufenthaltsort gab es am Dienstagmorgen noch nicht. Mehrere Medien berichteten anschließend, dass belarusische Behörden die Festnahme von Kolesnikowa an der belarussisch-ukrainischen Grenze bestätigt haben. Ihre beiden Mitarbeiter aber in der Ukraine sein.

Seit Montagvormittag gab es von einer der wichtigsten Anführerinnen der Proteste gegen Staatschef Alexander Lukaschenko kein Lebenszeichen. Die Opposition hatte unter Berufung auf eine Augenzeugin erklärt, Kolesnikowa sei gestern in Minsk von unbekannten Männern in einen Kleinbus gezerrt und an einen unbekannten Ort gebracht worden. Sie forderten ihre sofortige Freilassung. Die Behörden in Minsk hatten erklärt, man wisse nichts über den Verbleib Kolesnikowas. Das Innenministerium hatte mitgeteilt, es habe Kolesnikowa nicht festgenommen.

Lukaschenko geht seit Tagen gegen den Koordinierungsrat der Opposition vor und ließ mehrere Mitglieder festnehmen. Der Rat will einen friedlichen Machtübergang durch Dialog erreichen. Kolesnikowa ist eine der wichtigsten Oppositionellen, die sich gegen Lukaschenko stellen.

Seit mehr als vier Wochen kommt es in Belarus zu Protesten gegen Lukaschenko. Hintergrund ist die Präsidentenwahl, bei der er sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ. Die Opposition hält dagegen Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Die Abstimmung steht international als grob gefälscht in der Kritik.

(lau//rtr/dpa)

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