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President Donald Trump walks on the South Lawn of the White House in Washington, Sunday, July 29, 2018, after returning via Marine One. Trump spent the weekend in Bedminster, N.J. (AP Photo/Susan Walsh)

Er kann noch lächeln. Bild: Susan Walsh/AP

Wie die amerikanische Gesellschaft unter ihrem Präsidenten leidet

30.07.18, 08:06 30.07.18, 08:36

Psychologen in den Vereinigten Staaten haben ein neues Phänomen festgestellt. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump gehen in der Bevölkerung mehr Ängste um, und Patienten sprechen zunehmend von einem Gefühl der Unsicherheit. Betroffen seien aber nicht nur Kritiker des Präsidenten – auch dessen Anhänger fühlen sich unwohler. 

"There is a fear of the world ending. It's very disorienting and constantly unsettling."

"Es besteht eine Angst vor dem Ende der Welt. Das ist sehr desorientierend und beunruhigend."  Elisabeth LaMotte

CBS News interviewte dazu mehrere Psychologen. Eine davon,  Elisabeth LaMotte, sprach von einer "kollektiven Angst". Ihre Klienten leiden unter einem politischen Stress. Es herrsche eine große Verunsicherung über die potentielle Tragweite der Entscheidungen des Präsidenten. 

Die Symptome

Psychologen in den Vereinigten Staaten nennen diese Erscheinung "Trump Anxiety Disorder" ("Trump Angststörung"). Der Begriff tauchte erstmals 2017 in einem gemeinsamen Essay der Harvard Medical School und der Yale School of Medicine auf. 

Anders als bei einer generellen Angststörung beziehen sich die Symptome "spezifisch auf die Wahl von Donald Trump und das daraus resultierende gesellschaftspolitische Klima". Im Essey nennt Psychologin Jennifer Panning Kontrollverlust und Hilflosigkeit, Sorgen über das Geschehen im Land und übermässiger Zeitvertreib auf Social-Media-Plattformen als Anzeichen für die Störung. 

Gegenüber CBS News führt Panning eine lesbische Patientin als Beispiel auf. Die Ernennung des konservativen Juristen Brett Kavanaugh für den Obersten Gerichtshof durch Donald Trump sei äußerst besorgniserregend – sie fürchte um die Legitimität ihrer gleichgeschlechtlichen Ehe. 

Demokraten und Republikaner betroffen

Die amerikanische psychologische Gesellschaft APA stellte über die Zeitspanne vor der Präsidentschaftswahl bis Ende 2016 einen rapiden Anstieg von Angststörungen fest. 5 Prozent mehr Menschen sollen in diesen sechs Monaten psychologische Beratungen und Behandlungen in Anspruch genommen haben. 

In einer Umfrage im Jahr 2017 gaben zwei Drittel der Befragten an, dass sie über die Zukunft der Nation beunruhigt seien. Die politische Besinnung spielte dabei keine Rolle. Der Anteil besorgter demokratischer Anhänger war gleich groß wie derjenige der republikanischen Befürworter. 

Ein Unterschied findet sich nur in der Begründung. Republikaner argumentierten, ihre Angst werde durch die negative Berichterstattung über Donald Trump verursacht. Demokraten zeigten sich durch seine Politik und deren Auswirkungen besorgt. 

Es sind Meldungen wie diese, die den Demokraten Sorgen bereiten. 

In der Öffentlichkeit hat der Hass auf Befürworter des Präsidenten zugenommen. Anhänger von Donald Trump werden oft als Rassisten beschimpft und verbal angegriffen, was weitere Ängste schürt.

Eine Trump-Wählerin sagte zu CBS News, dass ihre Unsicherheit sie an die Terroranschläge vom 11. September erinnere. Sie habe wegen ihrer politischer Gesinnung Angst, Ziel eines Angriffs zu werden. 

Besonders Staatsangestellte verspüren – bedingt durch die negativen Schlagzeilen und das eigene Hinterfragen ihrer Tätigkeit – einen großen Druck und begeben sich öfters in psychologische Behandlung. So soll es auch schon zu Scheidungen gekommen sein. In einer Familie wandten sich Kinder und Ehefrau gegen den Mann, da dieser als Beamter indirekt im Dienste des US-Präsidenten stand. 

Bei einem Amtsträger löste die konstante negative Berichterstattung über das Weiße Haus sogar Depressionen aus. Er habe sich von Social Media-Plattformen abgewandt und lese keine News mehr.

(vom)

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