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"Größte Katastrophe der Gegenwart" – UN beunruhigt über Kämpfe im Jemen

Der UN-Vermittler für das Bürgerkriegsland Jemen, Martin Griffith, hat sich besorgt über Kämpfe nahe der strategisch wichtigen Hafenstadt Hudaida gezeigt. "Ich habe von vielen Experten gehört, dass sie große Angst vor einem Angriff auf Hudaida und den damit verbundenen schweren und vermeidbaren humanitären Folgen haben", sagte Griffith nach einem viertägigen Besuch in der Hauptstadt Sanaa. Er habe Sorgen angesichts der negativen Auswirkungen für den Friedensprozess in dem Land.

Der Seehafen steht unter Kontrolle der Huthi-Rebellen, die weite Teile im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Sie werden von der international anerkannten Regierung des Landes bekämpft, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten militärisch unterstützt wird.

Die Regierungstruppen hatten im Oktober zusammen mit ihren Verbündeten eine großangelegte Militäroffensive gestartet, um den wichtigen Seehafen von Hudaida einzunehmen. Die Kämpfe waren zuletzt nur noch wenige Kilometer von der Stadt entfernt. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge mussten Zehntausende Menschen wegen der Gewalt aus ihren Häusern fliehen. Über den Hafen laufen 70 Prozent der humanitären Hilfe für die von den Huthis kontrollierten Gebiete.

Sollte der Zugang in das Land über Hudaida unmöglich werden, droht dem Norden der komplette Kollaps.

Die Situation im Jemen ist ohnehin schon verheerend: Die UN bezeichneten sie als größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart.

Vergangenes Jahr hatte die jemenitische Regierung vorgeschlagen, dass die Vereinten Nationen die Verwaltung des Hafens von Hudaida übernehmen sollten, was die Rebellen ablehnten. Berichten zufolge will auch UN-Vermittler Griffith nun eine ähnliche Zusage von den Huthis, um die Region um Hudaida – zu der auch ein zweiter Hafen beim Ort Salif gehört – vor Kämpfen zu schützen. Hudaida gehört zu den größten Städten des Landes.

Der politische Prozess zwischen den Kriegsparteien im bitterarmen Jemen ist festgefahren - Friedensgespräche waren zuletzt 2016 gescheitert. Griffith kündigte an, die Verhandlungen in der "nahen Zukunft" wieder aufnehmen zu wollen. 

(hd/dpa)

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