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Der Screenshot eines undatierten Videos, das am 29. April 2019 über Al-Furkan, einen Medienkanal der IS, verbreitet wurde, zeigt den Anführer der IS-Terrormiliz Abu Bakr al-Bagdadi. Bild: picture alliance/Al-Furkan /dpa

"Winselnd, weinend und schreiend" – Trump bestätigt Tod von IS-Chef Al-Bagdadi

Der Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr Al-Bagdadi, ist bei einem US-Militäreinsatz in Syrien getötet worden. US-Präsident Donald Trump sagte am Sonntag bei einer Ansprache im Weißen Haus, Al-Bagdadi habe während des Angriffs eine Sprengstoffweste gezündet und so sich selbst und drei seiner Kinder getötet. DNA-Tests hätten inzwischen bestätigt, dass es sich bei dem Toten um Al-Bagdadi handle.

Al-Bagdadi habe die letzten Minuten seines Lebens voller Angst vor den US-Streitkräften verbracht, so Trump in seiner Rede. Er sei "winselnd, weinend und schreiend" gestorben, so der Präsident. Während auf seiner Seite zahlreiche Kämpfer während des Angriffs ums Leben gekommen seien sollen, wurden keine US-Soldaten zu Schaden gekommen.

Wie Trump den Angriff auf Al-Bagdadi verfolgte

In der Zwischenzeit ist auch ein Bild aus dem sogenannten Situationroom aufgetaucht. In dem Raum verfolgen der US-Präsident und seine Mitarbeiter derartige Angriffe. Das letzte bekanntgewordene Bild stammte aus Obamas Regierungszeit. 2011 ging es um den Angriff auf Bin Laden.

Wie die Attacke abgelaufen sein sollte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über einen Angriff von acht Hubschraubern am Rande des Dorfes Barischa, der sich gegen Dschihadisten gerichtet habe. Der Angriff zielte demnach auf ein Wohngebäude und ein Fahrzeug. Insgesamt seien neun Menschen getötet worden, darunter ein Kind und zwei Frauen, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Die kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) begrüßten die "historische Operation" und sprachen von einem "gelungenen Einsatz", der auf eine "gemeinsame Geheimdienst-Arbeit" der Kurden mit den USA zurückgehe. Allerdings bestätigte SDF-Kommandeur Maslum Abdi den Tod Al-Bagdadis nicht explizit.

Auch das türkische Verteidigungsministerium erklärte, dass es vor dem Einsatz eine "Koordination" mit dem US-Militär gegeben habe.

Wo hielt sich Al-Bagdadi auf?

Über den Aufenthaltsort Al-Bagdadis wurde seit Jahren gerätselt. In der Öffentlichkeit trat der IS-Anführer nur einmal auf, als er im Juli 2014 in einer Moschee im nordirakischen Mossul ein "Kalifat" in Syrien und im Irak ausrief. Das US-Außenministerium hatte für Hinweise auf Al-Bagdadis Aufenthaltsort eine Prämie von umgerechnet rund 22,5 Millionen Euro ausgesetzt.

Das US-Außenministerium machte den IS unter Al-Bagdadi für den Tod tausender Zivilisten im Nahen Osten verantwortlich, außerdem für die Ermordung zahlreicher Geiseln aus Japan, Großbritannien und den USA. Zeitweise dehnte sich das "Kalifat" auf ein Gebiet aus, in dem mehrere Millionen Menschen lebten. Sie waren einer fundamentalistischen Auslegung des Islam mit willkürlichen Erschießungen und dem Abschlagen von Köpfen ausgeliefert.

Video mit Al-Bagdadi

Zuletzt hatte der IS im April ein Video veröffentlicht, das den schon mehrfach totgesagten Al-Bagdadi zeigen soll. Darin rief er seine Anhänger auf, den Kampf trotz des Verlusts ihres "Kalifats" fortzusetzen. Im September rief der IS-Anführer seine Anhänger in einer Audiobotschaft zur Befreiung gefangener Kämpfer und ihrer Familien auf.

Sollten sich die Informationen über den US-Angriff bestätigen, wäre es der wichtigste Schlag gegen einen führenden Dschihadisten seit dem Einsatz vom 2. Mai 2011, bei dem Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden von US-Sondereinsatzkräften in seinem Versteck in Pakistan aufgespürt und getötet wurde.

(afp/lin)

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    Alle Leser-Kommentare
  • kdirnbach 27.10.2019 16:49
    Highlight Highlight Also wenn ich jemandem diese Aussagen (das mit der Tötung des "richtigen" wird sich hoffentlich noch herausstellen) NICHT abkaufe dann dem Amerikanischen Präsidenten! Erbärmlich, wie eine Aktion, bei der Menschen gestorben sind und andere ihr Leben riskiert haben, von ihm für eigene Zwecke ausgeschlachtet wird. Hoffentlich ist dieser unerträgliche Kerl bald weg vom Fenster (des "white house").

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