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FILE - In this July 28, 2020 file photo, Democratic presidential candidate former Vice President Joe Biden speaks at a campaign event at the William

Mit seinen Aussagen sorgte der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden in der Türkei für Unmut. Bild: ap / Andrew Harnik

"Pure Ignoranz": Joe Biden fallen gerade alte Türkei-Sätze auf die Füße

Monate alte Aussagen des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden haben in der Türkei für Verstimmung gesorgt. Ein Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdoğan warf Biden am Sonntag "Ignoranz, Arroganz und Heuchelei" vor, nachdem dieser Erdoğan in einem Interview als "Autokraten" bezeichnet und sich für eine Stärkung der türkischen Opposition ausgesprochen hatte.

Das Interview mit der "New York Times" war bereits im Dezember geführt worden, Videoaufnahmen davon tauchten jedoch erst am Samstag im Internet auf. Biden kritisierte darin unter anderem die Offensive der Türkei gegen die Kurden und sagte, es sei notwendig, die Gegner des türkischen Führers zu stärken, "damit sie Erdogan herausfordern und ihn besiegen können. Nicht durch einen Staatsstreich, sondern durch Wahlen." Die schriftliche Fassung des Interviews hatte im Dezember keine große Aufmerksamkeit in der Türkei erregt.

Nach der Veröffentlichung des Videos kritisierte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin nun, Bidens Sicht der Türkei basiere auf "purer Ignoranz, Arroganz und Scheinheiligkeit". "Die Zeiten, in denen die Türkei herumkommandiert werden konnte, sind vorbei". Wer das versuche, "werde den Preis dafür bezahlen".

Für die türkische Opposition kommt das Auftauchen des Videos ungelegen. Erdogan bezichtigt seine Gegner regelmäßig, vom Ausland finanziert zu werden. Mehrere Vertreter der wichtigsten Oppositionspartei CHP distanzierten sich am Wochenende von Bidens Äußerungen und forderten "Respekt für die Souveränität der Türkei".

Bildnummer: 59654837  Datum: 16.05.2013  Copyright: imago/UPI Photo
Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdogan (L) and U.S. President Barack Obama shake hands after a joint press conference in Rose Garden of the White House in Washington, DC on May 16, 2013. The American and Turkey flags are in the background. The two world leaders discussed the Syria situation and answered questions on a range of subjects. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY People Politik x0x xsk 2013 quer 

 59654837 Date 16 05 2013 Copyright Imago UPi Photo Turkish Prime Ministers Recep Tayyip Erdogan l and U S President Barack Obama Shake Hands After a Joint Press Conference in Rose Garden of The White House in Washington DC ON May 16 2013 The American and Turkey Flags are in The Background The Two World Leaders discussed The Syria Situation and answered Questions ON a Range of  PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Celebrities politics x0x xSK 2013 horizontal

Unter US-Präsident Obama war die Beziehung zur seinem türkischen Amtskollegen Erdoğan angespannt. bild: imago images / UPI Photo

Die Beziehungen der USA zur Türkei könnten sich bei einem Wahlsieg des in Umfragen führenden Biden im November deutlich verschlechtern. Erdoğan hatte in den vergangenen Jahren versucht, einen persönlichen Draht zu US-Präsident Donald Trump aufzubauen und dessen Amtsvorgänger Barack Obama mehrfach kritisiert.

Biden war Obamas Vize. Besonders in Obamas zweiter Amtszeit bis 2016 waren die Beziehungen zwischen den beiden Nato-Partnerländern wegen unterschiedlicher Interessen im Syrienkonflikt und dem Vorgehen Erdogans gegen die Meinungsfreiheit in seinem Land angespannt.

(lau/afp)

Exklusiv

"Wieder Anstand im Weißen Haus": Deutsche Politiker reagieren erleichtert auf Bidens Wahl

Deutsche Politiker haben sich erleichtert über die Wahl Joe Bidens zum Präsidenten der USA geäußert.

Biden bringe "Anstand und Verlässlichkeit" ins Weiße Haus zurück, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gegenüber watson. Der Vizechef der Sozialdemokraten Kevin Kühnert, wies auf die großen Herausforderungen hin, die jetzt vor Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris lägen.

Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte, sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Bidens Regierung.

Aus …

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