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FILE - In this Dec. 13, 2017, file photo, A.G. Sulzberger poses for a photo on the 16th floor of the New York Times building in New York. Trump met with the publisher of The New York Times to discuss media coverage of his administration, including the president’s oft-repeated accusation that the media is the “enemy of the people,” Trump and the newspaper said Sunday, July 29, 2018. The meeting with A.G. Sulzberger occurred July 20, the White House and Times said. (Damon Winter/The New York Times via AP, File)

Der Herausgeber der "New York Times" A. G. Sulzberger Bild: Damon Winter/ New york times/ ap

Trump hat "New York Times"-Chef getroffen – und es lief wie erwartet (mies) 

Mit seinen verbalen Angriffen auf Medienvertreter gefährdet US-Präsident Donald Trump nach Einschätzung des Herausgebers der "New York Times" die Sicherheit von Journalisten. Er habe Trump gewarnt, dass diese aufrührerische Rhetorik "zu einem Anstieg von Drohungen gegen Journalisten beiträgt und zur Gewalt führen wird", teilte Herausgeber A. G. Sulzberger am Sonntag mit.

Trump hatte am Sonntag auf Twitter geschrieben, er habe "ein sehr gutes und interessantes Treffen" mit Sulzberger gehabt. Die "New York Times" teilte daraufhin mit, auf Bitten des Weißen Hauses hätte das Treffen am 20. Juli vertraulich bleiben sollen. Nachdem Trump das Gespräch nun selber öffentlich gemacht habe, habe sich Sulzberger dazu entschlossen, die Inhalte publik zu machen.

Sulzberger teilte mit, er habe dem Präsidenten gesagt, dass er dessen Sprachwahl "nicht nur für polarisierend, sondern für zunehmend gefährlich" halte. Das gelte besonders im Ausland, wo manche Regierungen Trumps Rhetorik zum Vorwand nähmen, gegen Journalisten vorzugehen. "Ich habe gewarnt, dass es das Leben gefährdet, dass es die demokratischen Ideale unserer Nation schwächt und dass es eines unserer großartigsten Exportgüter untergräbt: ein Bekenntnis zur Meinungsfreiheit und einer freien Presse", schrieb Sulzberger.

Trump teilte mit, er habe lange mit Sulzberger über "die enorme Menge an Fake News gesprochen, die die Medien veröffentlichen" - und wie diese "Fake News" zum Begriff "Volksfeind" geführt hätten. "Traurig!", schrieb er auf Twitter. Sulzberger meinte, Trump stehe es frei, Berichterstattung über seine Regierung öffentlich zu kritisieren, wenn er sie für unfair halte. Die pauschalen Angriffe gegen Journalisten seien aber "schädlich für unser Land".

Weiter schrieb Trump in einer Serie von Twitter-Botschaften: "Pressefreiheit kommt mit einer Verantwortung, richtig über die Nachrichten zu berichten. 90 Prozent der Medienberichterstattung über meine Regierung ist negativ, trotz der gewaltigen positiven Ergebnisse, die wir erzielen." Er fügte hinzu: "Ich werde nicht erlauben, dass unser großartiges Land von den Anti-Trump-Hassern in der sterbenden Zeitungsindustrie ausverkauft wird."

Der 37-jährige Sulzberger hatte am 1. Januar die Führung des New Yorker Traditionsblatts von seinem Vater übernommen. Trump twitterte damals, dies sei die "letzte Chance" der Zeitung, sich als unvoreingenommen zu beweisen. Seitdem hat die "NYT" kritisch über private und politische Angelegenheiten des US-Präsidenten berichtet - und dieser die Zeitung wiederum mehrmals als "sehr unehrlich" und "konkursverdächtig und korrupt" bezeichnete.

Auch mit zahlreichen weiteren US-Medien steht Trump auf Kriegsfuß. Erst vor wenigen Tagen untersagte das Weiße Haus einer Journalistin des Senders CNN die Teilnahme an der Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Grund seien "unangemessene" Fragen gewesen, die sie bei einer anderen Pressekonferenz früher am Tag gestellt habe.

(aj/dpa/afp)

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