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Das "Who is who" des Impeachment: Diese Zeugen treten in den Anhörungen auf

Peter Blunschi

Bislang wurden die Zeugen in der Ukraine-Affäre von US-Präsident Donald Trump hinter verschlossenen Türen befragt. Am Mittwoch begann mit den ersten öffentlichen Anhörungen vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses die nächste Phase. Die Demokraten haben eine Liste mit elf Personen erstellt, die sie zur möglichen Amtsenthebung befragen wollen.

William Taylor

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Funktion: Geschäftsführender US-Botschafter in Kiew
Anhörung: 13. November
Grund der Vorladung: Der altgediente Karrierediplomat gilt als "Kronzeuge" der Demokraten. Beim Hearing hinter verschlossenen Türen bestätigte er, dass Präsident Trump die vom Kongress bewilligte Militärhilfe als Druckmittel eingesetzt hatte, um die Ukraine zu Ermittlungen gegen den früheren demokratischen Vizepräsidenten Joe Biden und seinen Sohn Hunter zu bewegen.

George Kent

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Funktion: Stellvertretender Europa-Staatssekretär im Außenministerium
Anhörung: 13. November
Grund der Vorladung: Er bestätigte Taylors Aussagen. Kent erklärte bei seinem Auftritt am Mittwoch, Mitarbeiter des Präsidenten und dessen persönlicher Anwalt Rudy Giuliani hätten über einen "informellen Kanal" versucht, die offizielle US-Außenpolitik gegenüber der Ukraine zu sabotieren.

Marie Yovanovitch

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Funktion: Ehemalige US-Botschafterin in Kiew
Anhörung: 15. November
Grund der Vorladung: Yovanovitch war im Frühjahr von ihrem Posten abberufen worden. Laut ihren Aussagen war sie nicht bereit, die Machenschaften von Giulianis "Schattenkabinett" zu unterstützen. Außerdem soll sie sich durch Aussagen von Donald Trump in seinem Telefonat vom 25. Juli mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bedroht gefühlt haben.

Jennifer Williams

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Funktion: Beraterin von Vizepräsident Mike Pence
Anhörung: 19. November
Grund der Vorladung: Williams berät Pence in außenpolitischen Fragen, insbesondere zu Europa und Russland. Sie hat das ominöse Telefongespräch zwischen Trump und Selenskyj mitgehört und soll sich höchst besorgt über den Inhalt geäußert haben.

Alexander Vindman

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Funktion: Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats
Anhörung: 19. November
Grund der Vorladung: Der gebürtige Ukrainer hat das Telefongespräch ebenfalls mitgehört. Im "geheimen" Hearing (Anhörung) sagte der Oberstleutnant, dass das von der Regierung veröffentlichte Protokoll "frisiert" und wichtige Passagen weggelassen worden seien.

Kurt Volker

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Funktion: Ehemaliger US-Sondergesandter in Kiew
Anhörung: 19. November
Grund der Vorladung: William Taylor bezichtigte ihn, Rudy Giulianis "informellem Kanal" abgehört zu haben. In seiner ersten Aussage räumte Volker ein, er habe über Giulianis Versuche Bescheid gewusst, Material über Joe Biden zu beschaffen.

Tim Morrison

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Funktion: Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats
Anhörung: 19. November
Grund der Vorladung: Morrison war der Topexperte für Europa und Russland im Nationalen Sicherheitsrat. Einen Tag vor seiner ersten Aussage vor dem Kongress trat er von seinem Posten zurück. Er war ebenfalls beim Telefonat anwesend und bestätigte William Taylors Aussagen.

Gordon Sondland

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Funktion: US-Botschafter bei der Europäischen Union in Brüssel
Anhörung: 20. November
Grund der Vorladung: Der Hotelier erhielt den Prestigejob, weil er eine Million Dollar für die Feierlichkeiten zu Donald Trumps Amtseinführung gespendet hatte. In seiner ersten Anhörung hatte er das Quidproquo in der Ukraine-Affäre bestritten. Drei Wochen später machte Sondland eine Kehrtwende.

Laura Cooper

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Funktion: Mitarbeiterin des Verteidigungsministeriums
Anhörung: 20. November
Grund der Vorladung: Cooper ist im Pentagon für die Ukraine-Politik zuständig. Während ihrer Anhörung hinter verschlossenen Türen hatten die Republikaner versucht, das Hearing zu stürmen. Cooper sagte aus, die zeitweilige Blockade der Militärhilfe an die Ukraine habe im Verteidigungsministerium für Unruhe und Zweifel an der Legalität gesorgt.

David Hale

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Funktion: Unterstaatssekretär im Aussenministerium
Anhörung: 20. November
Grund der Vorladung: Der langjährige und ranghohe Karrierediplomat erschien letzte Woche zu seiner ersten Anhörung. Das Transkript wurde bislang nicht veröffentlicht. Hale soll über die Umstände von Marie Yovanovitchs Abberufung als Botschafterin ausgesagt haben.

Fiona Hill

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Funktion: Ehemalige Russland-Expertin im Weissen Haus
Anhörung: 21. November
Grund der Vorladung: Hill war Mitarbeiterin des gefeuerten Sicherheitsberaters John Bolton. Bolton habe Rudy Giuliani als "Handgranate, die alle in die Luft jagen wird", bezeichnet, sagte sie in ihrer ersten Kongress-Anhörung aus.

Weitere Vorladungen sind möglich. Allerdings gehen US-Medien davon aus, dass die Hearings vor dem Geheimdienstausschuss mit Fiona Hills Auftritt abgeschlossen werden. Denn danach wird der Kongress wegen Thanksgiving erneut pausieren, und die Demokraten wollen angeblich noch in diesem Jahr definitiv über das Impeachment abstimmen. Dafür bleibt ihnen nur wenig Zeit.

Auffällig ist das Fehlen hochkarätiger Namen. John Bolton oder Stabschef Mick Mulvaney hatten sich geweigert, der Vorladung Folge zu leisten. Auf ein langwieriges juristisches Tauziehen wollen die Demokraten offenbar verzichten. Die Aussageverweigerung wollen sie laut US-Medien als Indiz dafür verwenden, dass Donald Trump die Impeachment-Ermittlungen zu behindern versucht.

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